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Konsortium schlägt Sherritt International neuen Rekapitalisierungsplan vor

Kyma Capital, Glencore und ein US-Ankerinvestor wollen mindestens 55 Prozent an dem angeschlagenen Nickel- und Kobaltverarbeiter übernehmen.

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Konsortium schlägt Sherritt International neuen Rekapitalisierungsplan vor

Der kanadische Nickel- und Kobaltverarbeiter Sherritt International Corporation steht vor einer möglichen Neuaufstellung seiner Kapitalstruktur. Ein Konsortium aus dem Investmentmanager Kyma Capital, dem Rohstoffriesen Glencore und einem bislang nicht namentlich genannten US-Ankerinvestor hat einen unaufgeforderten, unverbindlichen Rekapitalisierungsvorschlag eingereicht. Hintergrund sind operative und finanzielle Herausforderungen, die aus US-Sanktionen gegen Kuba resultieren – einem zentralen Standort für Sherrits Bergbauaktivitäten.

Sherritt betreibt eine Raffinerie im kanadischen Alberta sowie eine Joint-Venture-Mine in Kuba. Das Unternehmen setzt dabei auf ein weltweit führendes hydrometallurgisches Verfahren zur Gewinnung und Veredelung von Nickel und Kobalt. Trotz dieser technologischen Stärke hat die geopolitische Lage rund um Kuba das Unternehmen in eine schwierige finanzielle Position gebracht.

Ziel: Kontrolle über mindestens 55 Prozent

Das Konsortium strebt den Erwerb einer kontrollierenden Beteiligung von mindestens 55 Prozent an Sherritt an. Der Rekapitalisierungsvorschlag sieht eine neue Eigenkapitalfinanzierung zu einem Preis von C$0,12 pro Aktie vor. Berechtigte Altaktionäre sollen über Bezugsrechte die Möglichkeit erhalten, neue Aktien zum gleichen Preis zu erwerben – ein Mechanismus, der bestehenden Investoren eine Teilnahme an der Kapitalerhöhung ermöglicht und eine vollständige Verwässerung ihrer Anteile abmildern soll.

Kyma Capital ist derzeit der größte wirtschaftliche Anteilseigner über die gesamte Kapitalstruktur von Sherritt hinweg. Der in London ansässige Investmentmanager bringt damit eine starke Ausgangsposition in das Konsortium ein. Glencore hingegen hält aktuell keine Altbeteiligung an Sherritt, ist aber als strategischer Partner Teil des Vorhabens. Das Konsortium betont, dass der Vorschlag sofortiges, zu Marktpreisen bewertetes Kapital bietet und relevante operative Kompetenzen einbringt – unterstützt von Teilnehmern mit Erfahrung in den Bereichen Bergbau, Metalle, Rohstoffmärkte, kritische Mineralien und globale Industrieabläufe.

Konkurrenz zu Gillon-Capital-Transaktion

Das Konsortium positioniert sich dabei auch als Alternative zu einem anderen Rekapitalisierungsansatz: Sherritt hatte zuvor eine Transaktion auf Basis einer Optionsscheinstruktur mit Gillon Capital in Erwägung gezogen. Das Konsortium kritisiert dieses Modell jedoch scharf. Es ist der Ansicht, dass das Gillon-Geschäft dem Unternehmen das Recht einräumen würde, zu einem späteren Zeitpunkt die Kontrolle über Sherritt zu erlangen. Da der dabei angesetzte Preis mit einem Abschlag zum aktuellen Aktienkurs versehen sei, würde die Transaktion bei Ausübung zu einer erheblichen Verwässerung für die bestehenden Aktionäre führen.

Um den kurzfristigen Liquiditätsbedarf zu decken und die operative Flexibilität zu wahren, hat das Konsortium Sherritt zudem ein Term Sheet für eine Notfallfinanzierung vorgelegt. Dieses soll als Brücke dienen, während eine umfassendere Rekapitalisierung angestrebt wird. Darüber hinaus legte das Konsortium einen strategischen Plan zur Stärkung der nordamerikanischen Nickel- und Kobaltplattform von Sherritt vor.

Sherritt selbst erklärte, man werde alle Vorschläge aktueller oder potenzieller Stakeholder prüfen. Der Verwaltungsrat werde diese entsprechend abwägen. Für Anleger, die Nickel und Kobalt als kritische Rohstoffe für die Energiewende und die Batterieproduktion im Blick haben, bleibt die Entwicklung bei Sherritt ein wichtiger Beobachtungspunkt.

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