Kakao-Preis explodiert
Spekulanten treiben Preise in die Höhe – Folgen für die Wertschöpfungskette

Der Preis für Kakaobohnen hat in kürzester Zeit eine explosionsartige Steigerung erlebt, wobei eine Tonne Kakao nun teurer ist als eine vergleichbare Menge Kupfer. Diese Preiserhöhung wirft die Frage auf, was die Ursachen dafür sind und wer davon profitiert.
Die weltweiten Preise für Kakao sind in die Höhe geschossen, und als Hauptverantwortlicher wird der Klimawandel angeführt. Die Aussicht darauf, dass Schokolade bald zu einem teuren Genuss werden könnte, ist eine mögliche Konsequenz dieser Entwicklung. Kakao könnte sogar Öl als "schwarzes Gold" ablösen, da der Preis innerhalb eines halben Jahres von rund 3.100 Euro pro Tonne auf über 11.000 Euro gestiegen ist. Diese Rekordwerte bedeuten jedoch nicht automatisch Gewinne für die Kakaobauern, die oft in extremer Armut leben.
Eine der Hauptursachen für den Preisanstieg ist die schlechte Ernte. Ein Kakaoexperte erklärt, dass es weltweit ein Defizit von etwa 400.000 Tonnen gibt, was auf verschiedene Faktoren zurückzuführen ist. Neben dem Klimaphänomen El Niño, das ideale Bedingungen für Schädlinge und Krankheiten geschaffen hat, sind auch gestiegene Preise für Düngemittel aufgrund des Krieges in der Ukraine ein Problem.
Obwohl die Preise auf dem Weltmarkt stark gestiegen sind, profitieren nur wenige Kakaobauern davon. Ein Beispiel hierfür ist Magloire Kra, ein Kakaobauer aus der Elfenbeinküste, der trotz einer Preiserhöhung seitens der Behörden immer noch nicht von den Rekordpreisen profitiert.
Eine weitere Ursache für den Preisanstieg sind Spekulanten und Hedgefonds, die in den Markt eingestiegen sind, als der Preis noch bei etwa 6.000 US-Dollar pro Tonne lag. Dies hat dazu beigetragen, dass die Preise weiter in die Höhe schnellen.
Die Auswirkungen dieser Preissteigerungen machen sich auch bei den Endverbrauchern bemerkbar, da die Kosten für Kakao etwa zehn Prozent des Preises einer Tafel dunkler Schokolade ausmachen. Unternehmen könnten darauf reagieren, indem sie entweder die Preise erhöhen oder alternative Maßnahmen wie Shrinkflation oder den Einsatz günstigerer Zutaten ergreifen.
Langfristig könnte der Anbau von Kakao in Regionen wie Lateinamerika und Zentralafrika aufgrund der potenziellen Rentabilität an Attraktivität gewinnen. Doch ohne staatliche Interventionen könnten Überangebote die Preise wieder sinken lassen, was die Situation für die Bauern weiter erschweren würde.
Trotz der aktuellen Rekordpreise bleibt der Kakaoanbau für viele Bauern unrentabel, was die Dringlichkeit einer Lösung unterstreicht.
