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Sorge um Kaffeeversorgung

EU-Regelung und Industriebedenken: drohende Engpässe auf dem Kaffeemarkt

2 Min
Sorge um Kaffeeversorgung

Experten warnen vor möglicher Kaffee-Knappheit in Deutschland. Laut dem Deutschen Kaffeeverband könnte bereits ab dem kommenden Jahr (2025) ein Mangel an Kaffee drohen. Dies geht auf eine EU-Verordnung zurück, die zum 30. Dezember 2024 in Kraft treten soll. Die Befürchtungen drehen sich um die mögliche Unterversorgung und erhebliche Preiserhöhungen für verfügbaren Kaffee.

Die EU-Kommission widerspricht dieser Einschätzung und behauptet, dass keine konkreten Beweise vorliegen, die darauf hinweisen, dass die Verordnung die Lebensmittelpreise in die Höhe treiben würde. Die Kommission betont, dass die Auswirkungen auf die Preise der betroffenen Rohstoffe begrenzt sein sollen. Holger Preibisch, Geschäftsführer des Kaffeeverbands, drängt jedoch auf eine Verschiebung der Anwendung der EU-Regelung, da andernfalls Millionen von Kaffeebauern weltweit in ihrer Existenz bedroht wären.

Die besagte Regelung zielt darauf ab, entwaldungsfreie Lieferketten sicherzustellen. Unternehmen müssen erklären, dass für ihr Produkt nach dem 31. Dezember 2020 kein Wald gerodet oder geschädigt wurde. Diese Regelung betrifft nicht nur Rohstoffe wie Kakao- oder Kaffeebohnen, sondern auch Folgeprodukte wie Schokolade, Leder oder Möbel. Unternehmen, die sich nicht an die Vorschriften halten, müssen mit hohen Strafen von mindestens vier Prozent des Jahresumsatzes in der EU rechnen.

Große Kaffeehersteller wie Lavazza, Melitta und Darboven äußern ebenfalls Bedenken bezüglich der neuen EU-Regelung. Johannes Dengler von Dallmayr Kaffee kritisiert den Verwaltungsaufwand und befürchtet, dass vor allem Kleinbauern in Ländern wie Äthiopien benachteiligt werden könnten. Die Europäische Kommission betont jedoch, dass die Unterstützung von Kleinbauern Priorität habe und dass das Gesetz keine Diskriminierung von Erzeugern aus Drittländern vorsieht.

Der Deutsche Kaffeeverband, der rund 360 Unternehmen und Organisationen vertritt, unterstützt zwar den Inhalt der EU-Verordnung, gibt jedoch an, dass es bis Ende 2024 nicht möglich sein wird, die erforderlichen Daten vollständig bereitzustellen. Laut Verbandsgeschäftsführer Preibisch erfüllen derzeit nur etwa 20 Prozent der Kaffeebauern die Anforderungen. Die Branche drängt auf eine Verschiebung der Anwendung der Verordnung und erhofft sich Unterstützung von der Bundesregierung.

Deutschland, als zweitgrößter Kaffeeimporteur der Welt, könnte von einer möglichen Kaffee-Knappheit stark betroffen sein. Die Sorgen der Industrie hinsichtlich einer drohenden Kaffeeknappheit werden jedoch nicht von allen geteilt. Der CDU-Europaabgeordnete Peter Liese betont die Bedeutung der Umsetzung von Klimaschutzzielen und zeigt sich bereit, flexibel im Hinblick auf entwaldungsfreie Lieferketten zu sein.

RohstoffeKaffee

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