Goldpreise steigen durch Chinas wirtschaftliche Impulse
Lockerere Geldpolitik und geopolitische Spannungen befeuern die Nachfrage nach Edelmetallen

Die Goldpreise setzten ihren Anstieg fort, unterstützt durch Chinas Ankündigung, wirtschaftliche Stimuli zu erhöhen, um das Wachstum zu fördern. Der Spotpreis für Gold stieg um 0,4 % auf 2.669,25 US-Dollar pro Unze, während die US-Gold-Futures um 0,2 % auf 2.691,60 US-Dollar kletterten. Am Vortag hatte Gold ein Zwei-Wochen-Hoch erreicht, nachdem die chinesische Zentralbank ihre Käufe nach einer sechsmonatigen Pause wieder aufgenommen hatte. Dies geschieht vor dem Hintergrund der Erwartung, dass neue Inflationsdaten aus den USA weitere Hinweise auf den Kurs der US-Notenbank in Bezug auf die Zinspolitik geben könnten.
China plant, im kommenden Jahr eine „angemessen lockere“ Geldpolitik einzuführen, kombiniert mit einer aktiveren Fiskalpolitik, um das Wirtschaftswachstum zu unterstützen. Dies markiert eine Abkehr von einer seit fast 14 Jahren bestehenden vorsichtigen Haltung. Analysten gehen davon aus, dass eine weitere Senkung der Zinssätze in China die Nachfrage nach Gold zusätzlich ankurbeln könnte. Die Entwicklung wird auch durch geopolitische Spannungen begleitet, wie die jüngste Untersuchung Chinas gegen den US-Chiphersteller Nvidia wegen eines mutmaßlichen Verstoßes gegen das Wettbewerbsrecht zeigt. Diese Maßnahme könnte auf weitere gegenseitige Schritte zwischen den USA und China hindeuten, was das Interesse an Gold als sicherem Hafen verstärkt.
Marktteilnehmer richten ihre Aufmerksamkeit nun auf die Veröffentlichung der US-Inflationsdaten für November. Diese Daten könnten entscheidend dafür sein, ob die US-Notenbank in der kommenden Woche eine Zinssenkung beschließt. Aktuelle Prognosen gehen mit einer Wahrscheinlichkeit von 89,5 % von einer Reduzierung um 0,25 Prozentpunkte aus. Auch die Europäische Zentralbank wird voraussichtlich bei ihrer Sitzung am Donnerstag die Zinsen um 0,25 Prozentpunkte senken. Solche Zinssenkungen kommen dem Goldmarkt zugute, da niedrigere Zinsen die Opportunitätskosten für das Halten von Gold verringern.
Zusätzlich haben die USA und Großbritannien eine neue Sanktionsrunde angekündigt, die sich gegen den illegalen Handel mit Gold richtet. Parallel dazu gab es auch Bewegungen bei anderen Edelmetallen: Der Silberpreis stieg um 0,2 % auf 31,86 US-Dollar pro Unze, während Platin um 0,4 % auf 935,20 US-Dollar fiel und Palladium ebenfalls einen Rückgang von 0,4 % auf 969,90 US-Dollar verzeichnete. Die Entwicklungen spiegeln ein komplexes Zusammenspiel von wirtschaftspolitischen Entscheidungen, geopolitischen Spannungen und makroökonomischen Erwartungen wider.
