Fünf-Milliarden-Darlehen beflügelt Constellation Energy und den Uransektor
Das US-Energieministerium gewährt Constellation Energy eine Kreditzusage über 5 Milliarden US-Dollar zur Leistungssteigerung von acht Kernkraftwerken, während der Uranproduzent Anfield Energy bei der Lizenzverlängerung für seine Mühle in Utah vorankommt –

Das US-Energieministerium (DOE) hat Constellation Energy (NASDAQ:CEG) bis zu 5 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt, um aus acht bestehenden Kernkraftwerken in Illinois, Maryland und Pennsylvania zusätzlich nahezu 1,1 Gigawatt Leistung zu gewinnen. Es handelt sich hierbei um eine vorläufige Kreditzusage, die der Betreiber der größten US-Atomflotte zunächst noch erfüllen muss. Laut Ministerium sollen die Vorhaben ausreichend Strom für über 930.000 Haushalte liefern und mehr als 10.000 Arbeitsplätze sichern oder schaffen.
Die Zusage stammt vom Büro für die Finanzierung von Energie-Dominanz innerhalb des Ministeriums. Sie enthält explizit eine Option zur Finanzierung künftiger Leistungssteigerungen an weiteren Constellation-Standorten. Bevor das Ministerium die endgültigen Finanzierungsunterlagen unterzeichnet und die Mittel auszahlt, muss Constellation jedoch noch technische, rechtliche, ökologische und finanzielle Bedingungen erfüllen.
Die Finanzierung erfolgt auf Grundlage der Exekutivverordnung von Präsident Donald Trump zur Wiederbelebung der Atomindustrie. Diese Anordnung verlangt vom DOE, Leistungssteigerungen an bestehenden Reaktoren im Umfang von 5 Gigawatt zu ermöglichen. Das Ministerium startete im März seine Initiative zur schrittweisen Skalierung der Stromerzeugung durch Versorgungsunternehmen (Utility Power Reactor Incremental Scaling Effort).
Die Einzelheiten: Acht Reaktoren und ein klares Ziel
Konkret würde die bedingte Kreditzusage Modernisierungen und Upgrades an den Anlagen Braidwood, Byron, Clinton, Dresden, LaSalle und Quad Cities in Illinois, Calvert Cliffs in Maryland sowie Limerick in Pennsylvania finanzieren. Somit sind alle acht genannten Standorte Teil eines Pakets, das die vorhandene Flotte leistungsstärker machen soll, ohne neue Reaktoren zu errichten.
Das DOE gibt an, im Rahmen seiner im März gestarteten Initiative bislang 95 Prozent des Ziels von 5 Gigawatt an Leistungssteigerungen und Wiederinbetriebnahmen identifiziert zu haben. Die jetzt bekanntgewordene Zusage an Constellation ist ein wesentlicher Bestandteil dieser Strategie.
Energieminister Chris Wright ordnete die Entscheidung politisch ein: „Das Energieministerium beschleunigt die amerikanische Renaissance der Kerntechnik unter Präsident Trump und schaltet das volle Potenzial unserer nationalen Kernkraftflotte frei“, so seine Aussage.
Anfield Energy rückt Uranmühle in Utah näher
Weiter oben in der Brennstofflieferkette ist Anfield Energy (TSXV: AEC, NASDAQ:AEC) dem Wiederaufbau seiner Shootaring Canyon Mill im Garfield County, Utah, einen Schritt nähergekommen. Die Mühle ist eine von lediglich drei lizenzierten, genehmigten und gebauten konventionellen Uranmühlen in den USA.
Am 21. Oktober übersandte die Abteilung für Abfallmanagement und Strahlenschutzkontrolle des Bundesstaates Utah dem Unternehmen Entwürfe einer erneuerten Lizenz für radioaktive Materialien sowie eines Grundwasserableitungsgebiets für die Mühle, wie Anfield am Dienstag (27. Oktober) bekannt gab. Eine Anfield-Tochter hatte die Erneuerung im April 2024 beantragt.
Gemäß dem Entwurf würde die Lizenz die Produktion auf 1.500 Tonnen beziehungsweise 3 Millionen Pfund Yellowcake pro Jahr begrenzen. Zudem müsste Anfield jederzeit eine finanzielle Sicherheitshinterlegung sowie einen gültigen Grundwasserableitungsnachweis vorhalten. Die Bedingungen könnten vor einer endgültigen Entscheidung noch angepasst werden.
Anfield erwartet, dass die Unterlagen Ende 2026 für die öffentliche Bekanntmachung bereitstehen. Danach schließt sich eine 45-tägige Kommentierungsfrist an, die laut Zeitplan der Abteilung Ende 2026 oder Anfang 2027 beginnen wird. Falls die erneuerte Lizenz erteilt wird, strebt Anfield den Start der umfangreichen Renovierungsarbeiten im zweiten Quartal 2027 an. Die Pläne sehen eine Durchsatzkapazität von 1.000 Tonnen pro Tag sowie eine neue Vanadium-Schaltung vor.
„Unser Ziel bleibt es, die inländische Kapazität zur konventionellen Aufbereitung von Uran und Vanadium in den Vereinigten Staaten wiederherzustellen“, erklärte CEO Corey Dias.
Hintergrund: Die bisherige Entwicklung
Die jüngsten Ereignisse sind Teil einer Reihe staatlicher Impulse für die US-Kernenergie und die Uranversorgung. Bereits am 12.05.2026 berichtete aktien.news, dass Constellation Energy seine Prognose für 2026 bekräftigt hatte, nachdem das Unternehmen die Analystenerwartungen für das erste Quartal übertroffen hatte. Die Aktie geriet damals dennoch unter Druck und fiel unter eine wichtige charttechnische Marke; im Fokus stand besonders das historisch bedeutsame Kraftwerk Three Mile Island.
Am 25.06.2026 meldete aktien.news, dass das US-Energieministerium eine bedingte Darlehenszusage über 17,5 Milliarden US-Dollar für den Bau von zehn neuen Großreaktoren in den USA bereitgestellt hatte. Ziel der Regierung sei es, bis 2030 zehn neue Großreaktoren mit finalisierten Entwürfen in die Bauphase zu bringen. Diese Finanzierung basierte auf einer früheren Durchführungsverordnung von Präsident Trump.
Am 17.08.2026 berichtete aktien.news, dass die Kernenergie weltweit eine Renaissance erlebe, wobei besonders Constellation Energy und die Cameco Corporation im Rampenlicht stünden. Constellation Energy wurde damals als bedeutender und stabiler Energieversorger beschrieben, der konsequent auf Kernkraft setzt und langfristige Serviceverträge mit sogenannten Hyperscalern abschließt.
Am 19.09.2026 folgte die Meldung, dass der kanadische Uranentwickler Global Atomic von der US-Regierung die bedingte Zustimmung für ein Darlehen in Höhe von 414,2 Millionen US-Dollar erhalten hatte. Die Mittel sind für den Bau der Dasa-Uranmine in Niger vorgesehen. Damit belebte Washington eine Finanzierung wieder, die zuvor aufgrund politischer Risiken nach den Ereignissen des Jahres 2023 in dem westafrikanischen Land verzögert worden war.
Was das für Anleger bedeutet
Für deutsche Privatanleger zeigt sich an dieser Nachricht der wachsende staatliche Rückhalt für die Kernenergie in den USA. Rohstoffinvestierte Anleger erhalten damit gleich mehrere Signale: Einerseits profitiert der Uransektor von der massiven öffentlichen Förderung, andererseits rücken Unternehmen wie Anfield Energy mit ihrer konventionellen Uranmühle näher an die Produktionsphase heran. Der Ausbau der heimischen Verarbeitungskapazitäten für Uran und Vanadium könnte die Versorgungssicherheit erhöhen und langfristig neue Einstiegsmöglichkeiten im Rohstoffsegment schaffen.
