Debatte über deutsches Gold in New York
Trumps Kurs und geopolitische Spannungen sorgen für neue Unsicherheit bei Lagerung und Vertrauen

Die Diskussion um die Sicherheit der im Ausland gelagerten deutschen Goldreserven, insbesondere in New York, hat in den vergangenen Wochen deutlich an Fahrt aufgenommen. Auslöser ist die Rückkehr von Donald Trump ins Weiße Haus, die in Deutschland neue Sorgen über die Verlässlichkeit der Vereinigten Staaten als Partner geweckt hat. Bisher war dieses Thema vor allem unter Anhängern der AfD und sogenannten Gold-Enthusiasten präsent, nun jedoch äußern sich zunehmend auch Vertreter aus der politischen Mitte und etablierte Institutionen.
Die Deutsche Bundesbank verfügt über die zweitgrößten Goldreserven der Welt mit einem Gesamtbestand von 3.352 Tonnen. Etwa ein Drittel davon wird aus historischen Gründen in der Federal Reserve Bank of New York gelagert. Die Entscheidung geht auf die Zeit des Kalten Krieges und das internationale Währungssystem nach dem Zweiten Weltkrieg zurück. Damals galt es unter anderem, das Gold vor einem möglichen russischen Angriff in Sicherheit zu bringen und die militärische Allianz mit den USA zu festigen.
Mit Trumps erneuten Angriffen auf die US-Notenbank Fed und Spannungen mit langjährigen Verbündeten treten nun neue geopolitische Unsicherheiten auf. Die Bundesbank erklärte gegenüber Reuters, dass man weiterhin Vertrauen in die New Yorker Fed als Lagerstätte habe. Auch das Bundesfinanzministerium betonte die Unabhängigkeit der Bundesbank, verwies jedoch bei Detailfragen auf eben diese. Die Europäische Zentralbank äußerte zuletzt ihr Vertrauen in die Fed als verlässlichen Partner.
Trotz dieser offiziellen Stellungnahmen wächst der politische Druck. Der Bund der Steuerzahler forderte in einem Schreiben an Bundesbank und Finanzministerium die Rückführung der in den USA gelagerten Goldbestände. Vizepräsident Michael Jaeger sagte, das Gold gehöre dem deutschen Volk und müsse nach Hause geholt werden. Auch Markus Ferber, Europaabgeordneter der CDU, äußerte Zweifel an der Verlässlichkeit der Vereinigten Staaten und verwies auf Trumps unberechenbare Natur. Es sei denkbar, dass dieser kreative Wege finde, um mit ausländischen Goldreserven umzugehen.
Berichte der öffentlich-rechtlichen Sender ZDF und ARD thematisierten jüngst ebenfalls die Sicherheit des deutschen Goldes in New York. Peter Boehringer, AfD-Abgeordneter und Initiator einer früheren Kampagne zur Rückholung des Goldes, sieht sich nun durch die aktuelle Debatte bestätigt. Zwischen 2014 und 2017 hatte die Bundesbank bereits 300 Tonnen aus New York nach Deutschland überführt. Aktuell werden die Reserven auf drei Standorte verteilt: Frankfurt, New York und London.
