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China trotzt dem Ölschock besser als andere Volkswirtschaften

Goldman Sachs sieht China dank struktureller Energievorteile und strategischer Reserven als widerstandsfähigste große Volkswirtschaft im aktuellen Ölschock.

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China trotzt dem Ölschock besser als andere Volkswirtschaften

China ist im aktuellen Ölschock, der durch die anhaltenden Spannungen im Nahen Osten ausgelöst wurde, besser aufgestellt als die meisten anderen großen Volkswirtschaften. Das geht aus einer aktuellen Analyse von Goldman Sachs hervor. Strukturelle Vorteile im Energiemix, eine breite Diversifizierung der Versorgungsquellen und umfangreiche strategische Reserven dämpfen die Auswirkungen erhöhter Ölpreise erheblich.

Ein zentraler Faktor ist Chinas vergleichsweise geringe Abhängigkeit von Öl und Gas: Der Anteil dieser fossilen Energieträger am Primärenergieverbrauch liegt bei lediglich rund 28 Prozent. Zum Vergleich: Viele westliche Industrienationen und asiatische Schwellenländer sind deutlich stärker auf Rohölimporte angewiesen. Alternative und erneuerbare Energiequellen – darunter Kernkraft, Wind, Solar und Wasserkraft – decken mittlerweile rund 40 Prozent der chinesischen Stromerzeugung ab. Dieser Anteil ist im vergangenen Jahrzehnt erheblich gestiegen und spiegelt Pekings konsequente Investitionen in die Energiewende wider.

Strategische Reserven als Puffer

China verfügt zudem über erhebliche Ölvorräte. Die kombinierten strategischen und kommerziellen Reserven werden auf rund 1,2 Milliarden Barrel geschätzt – ausreichend, um den nationalen Verbrauch im Falle einer Versorgungsunterbrechung für mehr als 100 Tage zu decken. Diese Pufferkapazität verschafft Peking einen bedeutenden Zeitvorteil gegenüber Ländern, die bei Angebotsschocks unmittelbar auf die Weltmärkte angewiesen sind.

Darüber hinaus hat China seine Importbasis gezielt verbreitert. Energielieferungen kommen heute aus Russland, Australien und Malaysia – Länder, die außerhalb der besonders konfliktanfälligen Region des Nahen Ostens liegen. Diese Strategie reduziert die Abhängigkeit von der Straße von Hormus, einer der wichtigsten Transitrouten für Rohöl weltweit, die durch den andauernden Konflikt im Nahen Osten zunehmend unter Druck gerät.

Geringere BIP-Belastung als USA und Schwellenländer

Goldman Sachs schätzt die wirtschaftlichen Folgen für China als vergleichsweise moderat ein. Die Bank senkte ihre BIP-Wachstumsprognose für 2026 um lediglich rund 20 Basispunkte. Zum Vergleich: Für die Vereinigten Staaten beträgt die Abwärtskorrektur rund 40 Basispunkte, für andere asiatische Schwellenländer ohne China sogar bis zu 70 Basispunkte. Diese Zahlen verdeutlichen, wie deutlich China von seinen strukturellen Energievorteilen profitiert.

Allerdings warnen die Analysten vor möglichen Sekundäreffekten, die auch die chinesische Wirtschaft belasten könnten. Dazu zählen globale Stagflationsrisiken, ein erstarkender US-Dollar sowie restriktivere Finanzierungsbedingungen weltweit. Diese Faktoren könnten chinesische Aktien durch Gewinn- und Bewertungsdruck beeinflussen, selbst wenn die direkten Energiepreiseffekte beherrschbar bleiben.

Für deutsche Anleger, die in chinesische Aktien oder Schwellenländer-ETFs investiert sind, liefert die Goldman-Sachs-Analyse eine wichtige Orientierung: China erscheint in einem Szenario anhaltend hoher Ölpreise robuster als viele Wettbewerber. Die strukturelle Energiepolitik Pekings zahlt sich nun als makroökonomischer Schutzwall aus – ein Aspekt, der bei der Portfolioallokation zunehmend an Bedeutung gewinnt.

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