CFTC untersucht verdächtige Öl-Futures-Trades vor Trump-Ankündigung
US-Regulierer prüfen ungewöhnliche Öl-Futures-Geschäfte, die kurz vor einer marktbewegenden Trump-Ankündigung zum Iran stattfanden.

Die US-amerikanische Derivate-Aufsichtsbehörde Commodity Futures Trading Commission (CFTC) hat eine Untersuchung eingeleitet. Im Fokus stehen ungewöhnliche Öl-Futures-Geschäfte, die wenige Minuten vor einer überraschenden Ankündigung von Präsident Donald Trump getätigt wurden. Trump hatte dabei eine Pause der Angriffe auf den Iran signalisiert – eine Meldung, die die Märkte spürbar bewegte.
Wie Bloomberg News unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen berichtet, prüft die CFTC Aktivitäten auf den Handelsplätzen der CME Group sowie der Intercontinental Exchange (ICE). Beide Börsen wurden demnach bereits aufgefordert, einschlägige Unterlagen an die Behörde auszuhändigen. Die Untersuchung richtet sich gegen eine Handvoll verdächtiger Transaktionen.
Zwei Vorfälle im Fokus der Ermittler
Besonders brisant: Die Aufsichtsbehörden konzentrieren sich laut Bloomberg auf mindestens zwei separate Vorfälle, die sich innerhalb eines Zeitraums von etwa zwei Wochen ereignet haben sollen. In beiden Fällen sollen die auffälligen Trades kurz vor marktsensiblen Ereignissen stattgefunden haben – ein Muster, das bei Regulierern den Verdacht auf möglichen Insiderhandel oder den Missbrauch nicht-öffentlicher Informationen weckt.
Für deutsche Anleger und Marktbeobachter ist der Fall von besonderer Bedeutung, da er die enge Verflechtung zwischen politischen Entscheidungen in Washington und den globalen Rohstoffmärkten verdeutlicht. Öl-Futures reagieren traditionell sehr sensibel auf geopolitische Entwicklungen, insbesondere wenn es um den Nahen Osten und den Iran geht – einen der bedeutendsten Ölproduzenten der Welt.
CFTC als zentrale Marktaufsicht für Derivate
Die CFTC ist in den USA die zuständige Regulierungsbehörde für Derivatemärkte, zu denen auch Rohstoff-Futures wie Öl-Kontrakte zählen. Die Behörde hat weitreichende Befugnisse, Marktmanipulation und den Missbrauch von Insiderinformationen zu verfolgen. Ähnliche Untersuchungen in der Vergangenheit haben gezeigt, dass die CFTC auch bei politisch sensiblen Fällen nicht zurückschreckt, Ermittlungen einzuleiten.
Die CME Group und die Intercontinental Exchange gehören zu den weltweit größten und bedeutendsten Derivatebörsen. Auf ihren Plattformen werden täglich Millionen von Kontrakten gehandelt, darunter die international maßgeblichen Öl-Benchmarks wie WTI Crude Oil und Brent Crude. Eine Manipulation oder der Missbrauch von Vorabinformationen auf diesen Märkten hätte weitreichende Konsequenzen für die Preisfindung an den globalen Energiemärkten.
Ob und gegen wen konkrete Anschuldigungen erhoben werden, ist derzeit noch offen. Die Untersuchung befindet sich Bloomberg zufolge noch in einem frühen Stadium. Weitere Details zu den betroffenen Akteuren oder dem genauen Umfang der verdächtigen Transaktionen wurden bislang nicht öffentlich gemacht.
