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Brasilien treibt Seltenerd-Strategie voran – kein Staatsunternehmen geplant

Brasiliens Regierung will noch 2025 eine nationale Politik für kritische Mineralien verabschieden – ohne staatliche Gesellschaft.

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Brasilien treibt Seltenerd-Strategie voran – kein Staatsunternehmen geplant

Brasilien will seine Strategie für Seltene Erden und kritische Mineralien noch in diesem Jahr gesetzlich verankern. Mauro Sousa, Generaldirektor der brasilianischen Nationalen Bergbauagentur (ANM), erklärte auf einer Pressekonferenz, dass derzeit 13 Gesetzentwürfe im Kongress vorlägen, die sich mit Seltenen Erden und kritischen Mineralien befassen. Im Mittelpunkt steht ein Entwurf des Abgeordneten Arnaldo Jardim, der eine nationale Politik für kritische und strategische Mineralien schaffen soll.

Die Regierung befindet sich nach Angaben von Sousa in fortgeschrittenen Gesprächen mit Jardim über diesen Gesetzentwurf und hat beantragt, Uran in den Anwendungsbereich einzubeziehen. Carlos Leonardo Durans, Direktor der Abteilung für die Entwicklung von Vorprodukten im Ministerium für Entwicklung, Industrie, Handel und Dienstleistungen, zeigte sich optimistisch: „Es wird erwartet, dass der von Jardim eingebrachte Gesetzentwurf noch in diesem Jahr verabschiedet wird, da die Diskussionen bereits weit fortgeschritten seien."

Kein Staatsunternehmen für kritische Mineralien

In den vergangenen Tagen hatten Abgeordnete neue Gesetzentwürfe eingebracht, die die Gründung einer staatlich unterstützten Einheit namens „Terrabras" vorschlagen. Dies löste Widerstand aus der Branche aus: Der Bergbauverband Ibram sprach sich klar gegen diese Pläne aus. Die Gruppe argumentierte, Brasiliens Schwäche beim Abbau Seltener Erden sei nicht auf mangelndes staatliches Engagement zurückzuführen, sondern auf begrenzte Kapazitäten für die Trennung und Raffination im industriellen Maßstab sowie auf unzureichende Finanzierung und rechtliche Unsicherheit, die Investitionen abschrecken.

Auch die Regierung distanzierte sich von der Idee eines Staatsunternehmens. Durans stellte klar: „Wir wollen Kapitalzuflüsse mit Wertschöpfungsanforderungen erleichtern, aber bisher gab es keine Diskussion über die Gründung eines staatlichen Unternehmens für kritische Mineralien." Sousa ergänzte, die Terrabras-Vorschläge seien noch nicht im Detail geprüft worden.

Lula drängt auf inländische Verarbeitung

Hinter dem politischen Druck steht eine klare strategische Vision von Präsident Luiz Inácio Lula da Silva. Er hat wiederholt erklärt, Brasilien solle im Bereich der Seltenen Erden nicht nur ein Exporteur von Rohstoffen bleiben. Lula betont die Notwendigkeit, in der größten Volkswirtschaft Lateinamerikas inländische Verarbeitungskapazitäten aufzubauen – ein Ziel, das angesichts der globalen Nachfrage nach Seltenen Erden für Elektromobilität, Windkraft und Hightech-Geräte an Bedeutung gewinnt.

Trotz bisher geringer Produktion verfügt Brasilien über enorme Reserven dieser für die Hightech-Industrie unverzichtbaren Mineralien. Julio Nery, Direktor für Bergbauangelegenheiten bei Ibram, berichtete, dass in Brasilien mehr als zehn „äußerst vielversprechende" Explorationsprojekte im Gange seien, die insbesondere auf sogenannte Ionen-Tone abzielen. Diese Projekte hängen jedoch noch von weiteren geologischen Studien ab.

Nery mahnte zugleich zur Geduld: „Um eine Mine von Grund auf neu in Betrieb zu nehmen, von der ersten Bohrung an, dauert es in der Regel etwa 10 Jahre." Für Investoren und politische Entscheidungsträger bedeutet dies, dass kurzfristige Ergebnisse kaum zu erwarten sind – der strategische Rahmen, den der Jardim-Gesetzentwurf schaffen soll, ist daher umso wichtiger, um langfristig Kapital anzuziehen und Rechtssicherheit zu gewährleisten.

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