Bessent drängt China zu mehr Diplomatie mit Iran wegen Hormus
US-Finanzminister Bessent fordert Peking auf, gemeinsam mit Washington die Öffnung der Straße von Hormus zu unterstützen.

US-Finanzminister Scott Bessent hat China am Montag aufgefordert, seine diplomatischen Bemühungen gegenüber dem Iran zu verstärken. Ziel ist es, Teheran zur Öffnung der Straße von Hormus zu bewegen – einer der strategisch bedeutsamsten Schifffahrtsrouten der Welt. Washington werde genau beobachten, ob Peking in dieser Frage aktiv werde, so Bessent.
In einem Auftritt in der Sendung „America's Newsroom" des US-Senders Fox News erklärte Bessent, er werde die chinesische Führung dazu drängen, sich den USA anzuschließen und die Öffnung der Meerenge zu unterstützen. Die Straße von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und ist eine der wichtigsten Transitrouten für globale Öllieferungen – rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels passiert diese Engstelle.
Trump und Xi bereits im Gespräch
Bessent bestätigte zudem, dass US-Präsident Donald Trump und der chinesische Präsident Xi Jinping das Thema Iran bereits in Telefongesprächen erörtert haben. Dies deutet darauf hin, dass die Frage der Meerenge auf höchster diplomatischer Ebene zwischen den beiden Großmächten diskutiert wird – trotz der anhaltenden Spannungen im Handelsstreit zwischen Washington und Peking.
Der Finanzminister äußerte sich darüber hinaus zu einem bevorstehenden Gipfeltreffen in Peking. Er bezeichnete diesen als wichtige Gelegenheit für Trump und Xi, Meinungen auszutauschen und den Konsens einer im vergangenen Jahr in Südkorea getroffenen Vereinbarung weiterzuentwickeln. Details zu dieser Vereinbarung nannte Bessent nicht.
Geopolitische Bedeutung für Energiemärkte
Die Straße von Hormus gilt als neuralgischer Punkt der globalen Energieversorgung. Eine Blockade oder Einschränkung des Schiffsverkehrs durch diese Meerenge hätte unmittelbare Auswirkungen auf die internationalen Ölpreise und die Versorgungssicherheit zahlreicher Länder – darunter auch Deutschland und andere europäische Staaten, die auf Energieimporte aus der Golfregion angewiesen sind.
China ist als einer der größten Abnehmer iranischen Öls in einer besonderen Position, um Druck auf Teheran auszuüben. Gleichzeitig pflegt Peking enge wirtschaftliche Beziehungen zum Iran und hat in der Vergangenheit westliche Sanktionen gegen Teheran nicht mitgetragen. Ob China bereit ist, sich den US-amerikanischen Forderungen anzuschließen, bleibt daher offen.
Für deutsche Anleger und Energieversorger ist die Entwicklung rund um die Straße von Hormus von erheblicher Relevanz. Jede Eskalation in der Region kann die Rohölpreise kurzfristig stark beeinflussen und damit auch die Energiekosten in Europa treiben. Die Aussagen Bessents unterstreichen, wie eng Geopolitik und Finanzmärkte in der aktuellen Weltlage miteinander verknüpft sind.
