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Benzinraffineriemargen in Nordwesteuropa klettern Richtung Rekordniveau von 2022

Die Benzinraffineriemargen in Nordwesteuropa klettern auf 61,86 Dollar je Barrel und nähern sich damit den Höchstwerten der Energiekrise 2022. Knappe Angebote, gestiegene Lagerbestände im ARA-Hub und rückläufige US-Vorräte deuten auf eine anhaltend angesp

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Benzinraffineriemargen in Nordwesteuropa klettern Richtung Rekordniveau von 2022

Am Donnerstag legten die Raffineriemargen für Benzin in Nordwesteuropa um 2,45 Dollar je Barrel zu und erreichten damit 61,86 Dollar. Damit bewegen sich die Werte in die Nähe der Höchststände, die während der Energiekrise 2022 gemessen worden waren. Auslöser der Entwicklung ist das weiterhin limitierte Angebot in der Region.

Auf dem Handelsplatz herrscht derzeit spürbare Aktivität. Exxon Mobil und MB Energy verkauften rund 6.000 metrische Tonnen E5-Benzin per Binnenschiff an Gunvor und Trafigura. Zusätzlich gingen 10.000 Tonnen E10-Benzin von Shell und Sahara an Varo und Exxon. Diese Geschäfte verdeutlichen die angespannte Versorgungslage im nordwesteuropäischen Markt.

Deutlicher Anstieg der Lagerhaltung

Wie aus den am Donnerstag veröffentlichten Zahlen des niederländischen Beratungshauses Insights Global hervorgeht, legten die unabhängig im Raffinerie- und Lagerkomplex Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen (ARA) eingelagerten Benzinbestände binnen sieben Tagen um fast 18 Prozent zu. Das Gesamtvolumen summierte sich auf 885.000 metrische Tonnen.

Der Insights-Global-Experte Rick Veringmeier erklärte den Zuwachs mit rückläufigen Exporten in andere Weltregionen. Zudem hätten die Verschnittaktivitäten für Kraftstoffe zugenommen. Die höheren Lagermengen liefern Hinweise auf die veränderten Handelsflüsse in der Region.

Prognose: Weitere Margenzuwächse wahrscheinlich

Für die nahe Zukunft erwarten Beobachter eine Fortsetzung des Aufwärtstrends. Nikolas Plonski, Analyst bei Sparta Commodities, äußerte sich dazu: „Kurzfristig könnten die EBOB-Spannungen weiter nach oben gehen, insbesondere in den kommenden zwei Wochen, da wir in das September-Fenster eintreten und neue Kaufaktivitäten bei E5-Kähnen festzustellen sind, während die Bestände weiterhin knapp bleiben."

Die sogenannten EBOB-Spannungen (Eurobob Oxy) bilden die Preisabstände zwischen unterschiedlichen Benzinsorten ab und gelten als zentraler Gradmesser für die Marktverfassung. Das Zusammenspiel aus saisonal starker Nachfrage und begrenzter Verfügbarkeit könnte die Margen weiter nach oben treiben.

Auch in den USA wird das Angebot knapper

Nicht nur in Europa, sondern auch jenseits des Atlantiks schrumpfen die Benzinvorräte. Die Energy Information Administration (EIA) meldete für die Woche bis zum 28. August einen Rückgang der Lagerbestände um 1,2 Millionen Barrel auf 205,7 Millionen Barrel. Dies spricht für eine insgesamt angespannte Versorgungslage auf beiden Seiten des Ozeans.

Für Verbraucher in Deutschland sowie für die heimische Wirtschaft sind die Entwicklungen am Großhandelsmarkt nicht ohne Belang. Höhere Raffineriemargen in Nordwesteuropa können zeitversetzt an den Tankstellenpreisen sichtbar werden. Die aktuellen Werte nahe dem Krisenniveau von 2022 geben Anlass zur Beobachtung, auch wenn die damaligen Extrempreise auf eine Mischung aus geopolitischen Konflikten und gestörten Lieferketten zurückgingen.

In den nächsten Wochen wird sich zeigen, ob sich die Margen weiter den Rekordmarken annähern oder ob sich die Angebotslage entspannt. Die Marktakteure verfolgen die Entwicklung genau, insbesondere angesichts des bevorstehenden Endes der sommerlichen Reisesaison.

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