ANZEIGE

Benzinpreis in Großbritannien erreicht neues Kriegshoch seit Iran-Konflikt

Der Durchschnittspreis für bleifreies Benzin kletterte auf 158,52 Pence pro Liter – den höchsten Stand seit Kriegsbeginn.

2 Min
Benzinpreis in Großbritannien erreicht neues Kriegshoch seit Iran-Konflikt

Der Benzinpreis in Großbritannien hat laut dem Automobilclub RAC mit 158,52 Pence pro Liter den höchsten Stand seit Beginn des Iran-Krieges erreicht. Sowohl Benzin- als auch Dieselpreise schossen mit dem Ausbruch des Konflikts am 28. Februar in die Höhe. Grund dafür ist die Verlangsamung oder der vollständige Stillstand von Produktion und Transport von Energie im gesamten Nahen Osten infolge von Raketeneinschlägen und Drohnenangriffen.

Bereits am 15. April hatte der Benzinpreis mit 158,31 Pence pro Liter einen Höchststand markiert, sank anschließend bis Anfang Mai um mehr als einen Penny und begann dann erneut zu steigen. Der aktuelle Wert übertrifft nun dieses bisherige Kriegshoch. Zu Beginn des Konflikts lag der Durchschnittspreis für bleifreies Benzin noch bei 132,83 Pence pro Liter – der Anstieg seitdem beträgt damit rund 25 Pence.

Ölpreis als Haupttreiber der Preisentwicklung

Der globale Referenzwert für Großhandelsölpreise, Brent-Rohöl, wird derzeit bei etwa 111 US-Dollar pro Barrel gehandelt. Vor dem Konflikt lag dieser Preis bei rund 73 US-Dollar pro Barrel – ein Anstieg von mehr als 50 Prozent. Dieser massive Preissprung beim Rohöl schlägt sich direkt an den Zapfsäulen nieder und belastet Autofahrer in ganz Großbritannien erheblich.

Der RAC warnt, dass der Benzinpreis in den kommenden Wochen voraussichtlich auf mindestens 160 Pence pro Liter steigen werde. Nur ein „dramatischer und anhaltender Rückgang" des Ölpreises könnte diese Entwicklung aufhalten, so die Organisation.

Besonders stark betroffen ist der Dieselpreis: Er ist von 142,38 Pence pro Liter zu Beginn des Konflikts auf mittlerweile 185,92 Pence pro Liter gestiegen. Das entspricht einem Anstieg von über 43 Pence. Simon Williams, Leiter der Abteilung Politik beim RAC, sieht den Ausblick für Diesel jedoch als „positiver" an, da der Großhandelspreis seit seinem Höchststand Anfang April deutlich gesunken sei.

Kraftstoffsteuer und politischer Druck

Die aktuelle Preisentwicklung fällt in eine politisch brisante Phase. „Die Nachricht, dass Benzin ein neues Kriegshoch erreicht hat, fällt in eine Woche, in der die Finanzministerin offenbar kurz davor steht, Pläne zur Erhöhung der Kraftstoffsteuer um einen Penny im September zu verwerfen", sagte Williams. Diese geplante Erhöhung wäre der erste Schritt zur Rücknahme der seit dem Ukraine-Krieg geltenden Senkung der Kraftstoffsteuer um 5 Pence gewesen.

Derzeit liegt die Kraftstoffsteuer bei 52,95 Pence pro Liter. Sollte die Finanzministerin auf die Erhöhung verzichten, wäre dies laut RAC eine spürbare Entlastung für Autofahrer, die bereits mit den gestiegenen Tankkosten zu kämpfen haben. Das Finanzministerium erklärte lediglich, man äußere sich nicht zu Spekulationen über Steuern.

Williams forderte zudem die Einzelhändler auf, Einsparungen beim Einkauf neuer Vorräte an die Verbraucher weiterzugeben. Beim Diesel sei der Großhandelspreis bereits deutlich gesunken, doch an den Zapfsäulen komme dies bislang nicht ausreichend an. „Eigentlich sollte er viel niedriger sein, als er derzeit ist", so Williams. Für deutsche Autofahrer und Anleger ist die Entwicklung in Großbritannien ein Indikator dafür, wie stark geopolitische Konflikte die Energiepreise weltweit beeinflussen können.

Benzinpreis GroßbritannienIran-Krieg ÖlpreisKraftstoffpreise 2026Brent-RohölRac BenzinpreisDieselpreis GroßbritannienKraftstoffsteuer

Meistgelesene News

  1. USA Rare Earth startet 1,2-Milliarden-Dollar-Magnetwerk in South Carolina
  2. BRICS-Staaten fordern Ende der Sanktionen – Auswirkungen auf Rohstoffmärkte
  3. Trumps Exportbremse: Droht ein US-Verbot für Diesel und Benzin?
  4. Zentralbanken benötigen über 20.000 Tonnen Gold für optimale Reservequote
  5. Talon Metals gibt Pläne für Erzverarbeitung in North Dakota auf

Disclaimer