Argentinien genehmigt 500-Millionen-Dollar-Gaspipeline-Projekt
Ausbau von Vaca Muerta bis Buenos Aires soll Energieproduktion und Exporte fördern

Die argentinische Regierung hat die Erweiterung eines bedeutenden Gaspipeline-Projekts im Wert von 500 Millionen US-Dollar genehmigt. Ziel des Vorhabens ist es, die Transportkapazität zu erhöhen und die inländische Energieproduktion zu fördern. Das Projekt wird von der Transportadora de Gas del Sur (TGS), einem großen privaten Betreiber, vorgeschlagen und umfasst eine Ausschreibung durch die Regierung.
Das Vorhaben konzentriert sich auf die Erweiterung der Transportkapazitäten von der Vaca-Muerta-Schieferregion bis zur Provinz Buenos Aires. Dies stellt eine bemerkenswerte Initiative dar, da bisher der Ausbau des argentinischen Gasleitungsnetzes traditionell vom Staat geleitet wurde. Unter der neuen Präsidentschaft von Javier Milei verfolgt das Land jedoch eine Strategie, die mehr private Investitionen anziehen soll, um das Energiehandelsdefizit zu verringern und Gasexporte zu steigern.
Der ursprüngliche Plan von TGS wurde bereits im Juni vorgestellt und sieht vor, sechs Verdichterrohrsets an vier Anlagen zu installieren. Diese Maßnahme würde die Kapazität der bestehenden Pipeline deutlich erhöhen. Laut der Energiebehörde beinhaltet das Projekt auch die Erweiterung der Perito-Moreno-Gaspipeline zwischen Tratayén in der Provinz Neuquén und Salliqueló in Buenos Aires sowie Arbeiten an vier Verdichteranlagen. Dadurch soll die Transportkapazität um 14 Millionen Kubikmeter pro Tag auf insgesamt 35 Millionen Kubikmeter entlang der gesamten Strecke erhöht werden.
Vaca Muerta gilt als die zweitgrößte Schiefergasformation der Welt und ist ein zentraler Bestandteil der argentinischen Energiepolitik. Neben der Deckung des heimischen Bedarfs strebt das Land auch an, künftig Flüssigerdgas (LNG) zu exportieren. Sollte TGS die Ausschreibung gewinnen, hat das Unternehmen eine weitere Investition von 200 Millionen US-Dollar zugesagt. Diese würde den Bau von 20 Kilometern neuer Pipeline und eine zusätzliche Kompressionskapazität umfassen, um die bestehende Konzession zu erweitern.
Oscar Sardi, CEO von TGS, erklärte in Buenos Aires, dass die Ausschreibung in Kürze erwartet werde. Er hob hervor, dass die Installation der komplexen Verdichteranlagen fast zwei Jahre in Anspruch nehme und das Unternehmen unter Zeitdruck stehe, um die Arbeiten abzuschließen.
