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ARA-Öllagerbestände fallen auf Tiefstand seit November 2014

Die Gesamtbestände im wichtigen Energiehandelszentrum Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen sinken auf den niedrigsten Stand seit über zehn Jahren.

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ARA-Öllagerbestände fallen auf Tiefstand seit November 2014

Die unabhängig gehaltenen Gesamtbestände an Erdölprodukten im Raffinerie- und Lagerzentrum Amsterdam-Rotterdam-Antwerpen (ARA) haben in der vergangenen Woche einen markanten Tiefstand erreicht. Die Bestände sanken um rund 1 % auf insgesamt 4,42 Millionen Tonnen – den niedrigsten Stand seit November 2014. Das geht aus Daten hervor, die das niederländische Beratungsunternehmen Insights Global am Donnerstag veröffentlichte.

Das ARA-Zentrum gilt als einer der wichtigsten Umschlagplätze für Mineralölprodukte in Europa. Die dort gemessenen Lagerbestände gelten als zuverlässiger Indikator für Angebot und Nachfrage auf dem europäischen Energiemarkt. Ein Rückgang auf ein Zehnjahrestief ist daher ein Signal, das Marktteilnehmer und Anleger aufmerksam verfolgen.

Rückgang bei fast allen Produkten

Der Gesamtrückgang wurde laut Insights Global durch sinkende Lagerbestände bei nahezu allen Produktkategorien getrieben. Einzige Ausnahme bildete Benzin: Die Benzinvorräte stiegen um 7,5 % auf 1,11 Millionen Tonnen. Lars van Wageningen von Insights Global führte dies auf intensivierte Blending-Aktivitäten in der Region zurück – also das Mischen verschiedener Kraftstoffkomponenten zur Herstellung marktfähiger Benzinsorten.

Die Bestände an Gasöl und Diesel, den mengenmäßig größten Posten im ARA-Lager, verringerten sich um 1 % auf 1,83 Millionen Tonnen. Van Wageningen erklärte, dass die Inlandsnachfrage nachgelassen habe, während gleichzeitig die Importe gestiegen seien. Dieser Rückgang trotz steigender Importe deutet auf eine strukturelle Verschiebung in der Lagerhaltung hin.

Die Vorräte an Flugkraftstoff und Kerosin verzeichneten mit einem Minus von 4,6 % auf 563.000 Tonnen einen der stärksten prozentualen Rückgänge. Als Ursache nannte van Wageningen gestiegene Exporte in das Vereinigte Königreich bei gleichzeitig rückläufigen Importen in die ARA-Region.

Heizöl auf Zehnjahrestief

Besonders auffällig ist die Entwicklung bei den Heizölbeständen: Sie sanken um 3,1 % auf 539.000 Tonnen und markierten damit ebenfalls ihren niedrigsten Stand seit November 2014. Als Treiber dieses Rückgangs wurden gestiegene Exporte genannt. Heizöl spielt vor allem in der Industrie und im Schiffsverkehr eine wichtige Rolle als Energieträger.

Der gleichzeitige Tiefstand bei Heizöl und den Gesamtbeständen unterstreicht die Breite des aktuellen Lagerrückgangs im ARA-Raum. Für den europäischen Energiemarkt bedeutet ein solches Niveau potenziell eine engere Versorgungslage, insbesondere wenn die Nachfrage saisonal oder konjunkturell anzieht.

Gesamtbestände ARA:

4,42 Mio. Tonnen (−1 %) -

Benzin:

1,11 Mio. Tonnen (+7,5 %) -

Gasöl/Diesel:

1,83 Mio. Tonnen (−1 %) -

Flugkraftstoff/Kerosin:

563.000 Tonnen (−4,6 %) -

Heizöl:

539.000 Tonnen (−3,1 %)

Die Daten von Insights Global werden wöchentlich veröffentlicht und gelten in der Energiebranche als wichtige Referenzgröße für die Beurteilung der europäischen Raffineriekapazitäten und Handelsströme.

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