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VAE schleusen Öl durch Straße von Hormus mit Schattentaktiken

Die Vereinigten Arabischen Emirate nutzten geheime Tanker-Manöver, um trotz Kriegsbeginn ihr Rohöl sicher zu exportieren.

• 2 Min
VAE schleusen Öl durch Straße von Hormus mit Schattentaktiken

Nur wenige Wochen nach Kriegsbeginn starteten die Vereinigten Arabischen Emirate ein geheimes Projekt: Rohöl sollte trotz der gefährlichen Lage weiterhin durch die Straße von Hormus transportiert werden. Das Vorhaben war so erfolgreich, dass die VAE zum Zeitpunkt der Unterzeichnung des Interims-Friedensabkommens zwischen den USA und dem Iran nahezu ihr Vorkriegsniveau bei den Exportströmen durch die strategisch wichtige Wasserstraße wieder erreicht hatten.

Die Straße von Hormus gilt als eine der bedeutendsten Schifffahrtsrouten der Welt. Durch sie fließt ein erheblicher Teil des globalen Rohölhandels – sie verbindet den Persischen Golf mit dem Arabischen Meer und ist damit für die Energieversorgung zahlreicher Länder von entscheidender Bedeutung. Eine Unterbrechung dieser Route hätte weitreichende Folgen für die internationalen Ölmärkte.

Taktiken aus der Schattenwirtschaft

Das aggressive Vorgehen der VAE bediente sich dabei Methoden, die bislang vor allem mit sanktionierten Staaten in Verbindung gebracht werden. Länder wie der Iran, Russland und Venezuela sind bekannt dafür, ihren Ölexport durch sogenannte „Dunkelfahrten" zu verschleiern – und genau diese Taktiken setzten nun auch die Emirate ein.

Konkret fuhren die Tanker ohne eingeschaltete Transponder – also „dunkel" – und oft unter dem Schutz der tatsächlichen Nacht. Anschließend luden sie ihre Rohölladung auf andere Tanker um, die außerhalb der Wasserstraße warteten. Nach der Übergabe kehrten die Schiffe zurück, um weitere Fracht aufzunehmen. Dieses sogenannte „Ship-to-Ship"-Transferverfahren ermöglichte es, den Ursprung und die Bewegung der Ladungen zu verschleiern.

Als eines der beteiligten Schiffe gilt der Rohöltanker „Angola B", der sich im Jahr 2025 unter der Kontrolle des Unternehmens Sinokor befand. Er steht exemplarisch für die Art von Fahrzeugen, die in diesem Schattenlogistiknetz eingesetzt wurden.

Parallelen zur globalen Schattentankerflotte

Das Vorgehen der VAE wirft ein Schlaglicht auf ein wachsendes Phänomen im globalen Ölhandel: die sogenannte Schattentankerflotte. Seit den westlichen Sanktionen gegen Russland nach dem Einmarsch in die Ukraine im Jahr 2022 hat sich eine parallele Infrastruktur für den Öltransport entwickelt, die bewusst auf Intransparenz setzt. Dass nun auch ein enger Verbündeter des Westens auf ähnliche Methoden zurückgreift, ist bemerkenswert.

Für deutsche Anleger und Energiemarktbeobachter ist diese Entwicklung aus mehreren Gründen relevant. Erstens zeigt sie, wie flexibel und anpassungsfähig Ölexporteure auf geopolitische Krisen reagieren können. Zweitens verdeutlicht sie, dass selbst in Krisenzeiten Öllieferungen aufrechterhalten werden können – was dämpfend auf Ölpreisschocks wirken kann. Drittens stellt sich die Frage, welche regulatorischen und geopolitischen Konsequenzen der Einsatz solcher Methoden durch einen westlich orientierten Golfstaat nach sich ziehen könnte.

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