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OPEC+ erhöht Ölproduktion weiter – Brent fällt auf 72 Dollar

Die OPEC+ beschließt für August eine weitere Fördererhöhung um 188.000 Barrel täglich und setzt damit ihre schrittweise Rücknahme der 2023er-Kürzungen fort.

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OPEC+ erhöht Ölproduktion weiter – Brent fällt auf 72 Dollar

Die OPEC+ hat in einer virtuellen Sitzung beschlossen, ihre Ölförderquoten erneut anzuheben. Ab August steigen die Produktionsziele um 188.000 Barrel pro Tag (bpd). Damit setzt die Gruppe ihren Plan zur schrittweisen Rücknahme der im Jahr 2023 vereinbarten Kürzungen konsequent fort – ähnliche Erhöhungen wurden bereits für Juni und Juli beschlossen.

Der Schritt erfolgt in einem sich verändernden geopolitischen Umfeld. Nach dem Ende der Feindseligkeiten zwischen den USA, Israel und dem Iran normalisiert sich der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus allmählich wieder. Die strategisch bedeutende Wasserstraße, über die normalerweise rund ein Fünftel des weltweiten Öls transportiert wird, war infolge des Konflikts zeitweise für Tanker gesperrt. Dies traf wichtige Produzenten wie Saudi-Arabien, Kuwait und den Irak besonders hart. Laut Daten des Analyseunternehmens Kpler stabilisierte sich der Verkehr Anfang Juli bei durchschnittlich 40 Schiffen pro Tag.

Produktion weit hinter den Zielen zurückgeblieben

Wie Bloomberg berichtet, haben die sieben Kernmitglieder der OPEC+ – Saudi-Arabien, Russland, Irak, Kuwait, Algerien, Kasachstan und Oman – seit Beginn des Konflikts ihre Quoten um insgesamt 940.000 bpd erhöht. Reuters weist jedoch darauf hin, dass diese Erhöhungen bislang weitgehend theoretischer Natur blieben. Die tatsächliche Förderung blieb aufgrund von Blockaden und Infrastrukturschäden deutlich hinter den offiziellen Zielen zurück.

Die OPEC-Daten verdeutlichen das Ausmaß des Einbruchs: Die Produktion sank von 42,77 Millionen bpd im Februar auf nur noch 33,13 Millionen bpd im Mai. Eine Erholung setzte erst im Juni ein – unterstützt durch aktive US-Bemühungen, den Export für die betroffenen Förderländer wieder zu erleichtern.

Ölpreis deutlich unter Kriegshöchstständen

Die Ölpreise haben sich inzwischen erheblich von ihren kriegsbedingten Höchstständen entfernt. Brent-Rohöl notiert derzeit bei rund 72 US-Dollar pro Barrel, nachdem der Preis zeitweise auf über 120 US-Dollar gestiegen war. Analysten der Schweizer Großbank UBS führen diesen Rückgang auf mehrere Faktoren zurück: schwächere chinesische Importe, eine erhöhte Produktion von Nicht-OPEC-Staaten sowie die koordinierte Freigabe strategischer Ölreserven durch die Internationale Energieagentur (IEA). UBS-Analyst Giovanni Staunovo betont, dass der Fokus nun darauf liege, wie schnell sich die Nachfrage und insbesondere die chinesischen Importe wieder erholen.

Neben den externen Herausforderungen sieht sich die OPEC+ auch mit internen strukturellen Spannungen konfrontiert. Die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) verließen das Bündnis Ende April, um ihre Produktionskapazitäten künftig ohne die Beschränkungen des Kartells steuern zu können. Zudem signalisierte der Irak den Wunsch nach höheren Förderquoten für sich selbst.

Vollständige Rücknahme der Kürzungen in Sichtweite

Nach Berechnungen von Reuters verbleiben für die sieben Kernmitglieder ab August noch rund 379.000 bpd der ursprünglichen Kürzungen aus dem Jahr 2023. Sollte die Gruppe bei ihrer nächsten Sitzung am 2. August eine weitere Erhöhung in ähnlicher Größenordnung beschließen, wäre die vollständige Rücknahme der damaligen Produktionskürzungen abgeschlossen. Für Anleger und Energiemärkte bleibt damit die Frage entscheidend, ob die steigende Angebotsmenge auf eine ausreichend starke globale Nachfrage trifft – oder den Preisdruck auf Rohöl weiter verstärkt.

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