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Trump vertröstet US-Bürger: Ölpreise fallen erst nach der Kongresswahl

Trump räumt ein, dass die Ölpreise erst nach den Midterm-Wahlen sinken werden – ein seltenes Eingeständnis, dass der Iran-Konflikt und die hohen Energiepreise noch Monate anhalten dürften.

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Trump vertröstet US-Bürger: Ölpreise fallen erst nach der Kongresswahl

US-Präsident Donald Trump hat am Mittwoch zugegeben, dass die amerikanischen Energiepreise frühestens nach den Halbzeitwahlen im November nachgeben werden. Diese Äußerung gilt als seltenes Zugeständnis, dass weder die Auseinandersetzung mit dem Iran noch die daraus resultierenden hohen Rohölnotierungen in absehbarer Zeit ein Ende finden.

Die internationale Referenzsorte Brent notierte am Mittwoch erstmals seit Juli wieder oberhalb von 101 Dollar je Barrel. Die US-Sorte West Texas Intermediate (WTI) durchbrach zwischenzeitlich die 96-Dollar-Marke. Damit haben die Rohölpreise einen Stand erreicht, der seit den Anfangswochen des Iran-Konflikts nicht mehr beobachtet wurde.

Auf die Frage, wie er den Bürgern die aktuell stark steigenden Preise erklären wolle, antwortete Trump: Eine Entlastung werde es erst nach den Midterm-Wahlen geben, die in knapp zwei Monaten anstehen.

Wahlkampf und Krieg setzen die Republikaner unter Druck

Der Iran-Konflikt dauert mittlerweile sieben Monate an, ein Ende ist nicht in Sicht. Trump betonte zwar, der Krieg werde "unmittelbar nach der Wahl" beendet sein, deutete jedoch an, dass Teheran von einem für ihn nachteiligen Wahlausgang profitieren wolle.

Die Aussagen verdeutlichen, wie sehr der langanhaltende Konflikt Trump und die Republikanische Partei (GOP) in einem Wahlkampf belastet, der maßgeblich von Inflation und Lebenshaltungskosten bestimmt wird. Während des gesamten Krieges hatte Trump Dutzende Male erklärt, ein Friedensabkommen mit Teheran stehe kurz bevor – doch keines dieser Abkommen wurde je realisiert.

In jüngster Zeit scheint der Präsident jedoch die Hoffnung auf einen diplomatischen Erfolg aufgegeben zu haben. Stattdessen verfolgt er die Strategie, den Iran durch die Zerstörung seiner Streitkräfte und die Austrocknung seiner Wirtschaft militärisch zu bezwingen.

Beide Seiten erhöhen den militärischen Druck

Das US-Militär teilte am Dienstag mit, seine Einheiten hätten in der vergangenen Woche zehn iranische Tanker vernichtet. Die iranischen Revolutionsgarden übernahmen ihrerseits die Verantwortung für die Zerstörung von Öltankern im Persischen Golf. Die wechselseitigen Attacken auf die Energieinfrastruktur heizen die Rohölpreise weiter an.

Trump erklärte am Mittwoch zudem, die Rekordpreise an den Zapfsäulen würden auf unter zwei Dollar pro Gallone fallen – allerdings erst nach den Halbzeitwahlen Anfang November. Für die Verbraucher bedeutet das, dass sie mindestens acht weitere Wochen mit den derzeit hohen Kosten leben müssen.

Widersprüchliche Botschaften aus Washington

Die jüngste Aussage relativiert Trumps frühere Zusicherung auf seiner Plattform Truth Social. Dort hatte er noch geschrieben, die Ölpreise würden "drastisch sinken", falls die USA den Krieg gewännen. "Alles wird schnell passieren", so der Präsident damals.

Der Kraftstoffexperte Patrick De Haan von GasBuddy zeigte sich skeptisch gegenüber Trumps neuester Prognose. Er bezweifle, dass die Öl- und Benzinpreise tatsächlich nach den Midterms fallen werden. Die Märkte bleiben angesichts der anhaltenden geopolitischen Spannungen und der ungewissen Kriegsentwicklung volatil.

Für Rohstoff-Anleger aus dem deutschsprachigen Raum bleibt die Lage an den Energiemärkten damit ein zentraler Risikofaktor. Die Entwicklung der Rohölnotierungen hat unmittelbare Folgen für die Inflation in Europa und den geldpolitischen Kurs der Europäischen Zentralbank. Sollte der Konflikt weiter eskalieren, könnten die Energiepreise auf absehbare Zeit auf hohem Niveau verharren.

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