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Südafrikas Minensektor: Forscher und Industrie fordern mehr Kooperation

Beim Mintek-Roundtable in Johannesburg mahnten Experten aus Wissenschaft und Industrie eine engere Kooperation an, um Forschungsergebnisse schneller in wirtschaftlich nutzbare Bergbauanwendungen zu überführen. Für Rohstoffanleger ist dies relevant, da Süd

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Südafrikas Minensektor: Forscher und Industrie fordern mehr Kooperation

Die Teilnehmer der Mintek-Sci-Forschungsrunde, die am 29. September in Johannesburg tagte, haben eindringlich gemahnt, dass Südafrika die Vernetzung zwischen Wissenschaftlern, Unternehmen, staatlichen Stellen und anderen Akteuren erheblich ausbauen müsse. Nur so lasse sich gewährleisten, dass wissenschaftliche Erkenntnisse in wirtschaftlich nutzbare Anwendungen für den Bergbausektor und die gesamte Volkswirtschaft überführt werden. Der Appell nach einer intensiveren Zusammenarbeit zog sich als roter Faden durch die Auftaktsitzung unter dem Motto „Die Quadruple Helix in der Wissenschaft: Lösung der Mineralprobleme der Zukunft“. Die Leitung der Diskussionsrunde übernahm Gertrude Marape, leitende Ingenieurin bei Mintek.

An dem Gespräch nahmen Vertreter aus Hochschulen, Forschungseinrichtungen, Softwarefirmen und der Zulieferbranche teil. Zu den Diskutanten zählten Professor Nikki Wagner vom Centre of Excellence for Integrated Mineral and Energy Resource Analysis (DSTI-NRF Cimera) des Department of Science, Technology and Innovation – National Research Foundation, Dr. Richmore Dondofema, Chefingenieur der Forschungsorganisation Council for Scientific and Industrial Research (CSIR), Sizakele Nandi Kameru, Mining-Technologieberaterin beim Geodaten-Softwarehaus acQuire, sowie Clement Masenamela, MDC, von der Malahlela Group, einem Hersteller von Laborausrüstung.

Hochschulen in der Pflicht: Forschung verständlich aufbereiten

Wagner unterstrich, dass die Universitäten eine aktive Verantwortung trügen, ihren Forschern zu vermitteln, wie sie ihre Arbeit über die Grenzen des eigenen Fachgebiets hinaus kommunizieren können. Entscheidend sei eine effektive Aufbereitung der Forschungsergebnisse für die industriellen Akteure. „Eine Schwierigkeit aus universitärer Perspektive ist, wie wir unseren Studierenden in unseren Fachbereichen beibringen können, ihre Forschung so zu übersetzen und zu präsentieren, dass andere verstehen, warum dies relevant ist und dass Forschung die Chance bietet, die größtmögliche Wirkung zu entfalten“, erläuterte sie.

Darüber hinaus regte Wagner an, dass die Hochschulen möglicherweise mehr Orientierung von der Industrie darüber benötigen, mit welchen Herausforderungen diese tatsächlich konfrontiert sei. Sie sprach sich dafür aus, Wissenschaft, Wirtschaft und politische Entscheidungsträger bereits in einem frühen Stadium in Projekte einzubinden.

Appell an Politik und Wirtschaft: Höhere Ausgaben für Forschung

Dondofema rief den National Economic Development and Labour Council zu einem stärkeren finanziellen Engagement auf. Sowohl die Privatwirtschaft als auch die öffentliche Hand seien gleichermaßen gefordert, die Mittel für Mineralienforschung und -entwicklung (F&E) deutlich aufzustocken und so zum nachhaltigen Wachstum der südafrikanischen Bergbauindustrie beizutragen. „Die meisten Volkswirtschaften, die mehr als 2% ihres BIP in F&E investieren, haben nachhaltiges Wachstum erzielt“, so Dondofema.

Kameru betonte, wie bedeutsam es sei, die Bergbaubranche und ihre betriebliche Realität bereits zu Beginn eines Forschungsvorhabens zu durchdringen. „Marktvalidierung und Kundenkontakt sollten so früh wie möglich starten. Man muss die potenziellen Märkte identifizieren und möglichst viele ansprechen. Wenn das Problem jedoch offen daliegt, muss ein tatsächlicher Marktbedarf und ein echtes, zu lösendes Problem bestehen“, erklärte sie. Forscher sollten zudem die vorhandene Mineninfrastruktur, geologische Gegebenheiten, Sicherheitsauflagen und Altsysteme prüfen, die die Einführung einer neuen Technologie beeinflussen könnten. Neue Entwicklungen sollten nach Möglichkeit bestehende Systeme optimieren, anstatt einen kompletten operativen Ablauf ersetzen zu müssen.

Staatliche Leitplanken für die Vermarktung von Innovationen

Masenamela zufolge muss der Staat verbindliche politische Leitlinien erlassen, um angeschlagene heimische Industrieunternehmen wie den Stahlproduzenten ArcelorMittal South Africa zu stützen. „Die Regierung muss klar signalisieren, wie die Kommerzialisierung der Aufbereitung in Südafrika aussehen soll. Als Land muss der Schutz des eigenen Besitzes oberste Priorität haben“, merkte er an.

In den Gesprächen wurde außerdem erörtert, was für die erfolgreiche Entwicklung künftiger Technologien im Rohstoffsektor nötig sei. Diese erfordere mehr als nur wissenschaftliche Kompetenzen. Finanzierungsfragen, Infrastruktur, Marktnachfrage, Beteiligung der Industrie, Qualifikationen und Wissenstransfer seien allesamt entscheidend, um Forschung vom Konzeptstadium zur tatsächlichen Anwendung zu führen.

Für Anleger in Rohstoffwerte ist der südafrikanische Kurswechsel von Bedeutung: Das Land zählt zu den ressourcenreichsten Volkswirtschaften der Erde, und der Minensektor ist eng mit den globalen Lieferketten für Metalle und Mineralien verwoben. Eine stärkere Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft könnte die Wettbewerbsposition des Standorts verbessern – ein Aspekt, der auch internationale Kapitalgeber und Zulieferer betrifft. Die Runde verdeutlicht: Technologische Innovation im Bergbau wird nur dann wirtschaftlich tragfähig, wenn Marktbedarf, ordnungspolitischer Rahmen und industrielle Praxis von Beginn an gemeinsam gedacht werden.

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