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Sherritt International: Trump-Sanktionen bedrohen Fortführung des Bergbaubetriebs

Kanadas größter Kuba-Investor warnt vor Bestandsgefährdung – Kreditgeber könnten vorzeitige Rückzahlung von 56 Millionen Dollar fordern.

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Sherritt International: Trump-Sanktionen bedrohen Fortführung des Bergbaubetriebs

Die Sherritt International Corporation, eines der größten ausländischen Bergbauunternehmen in Kuba, hat Anleger offiziell vor einer Gefährdung der Unternehmensfortführung gewarnt. Auslöser ist die Ausweitung der US-Sanktionen gegen Kuba durch US-Präsident Donald Trump. Das in Toronto ansässige Unternehmen erklärte, dass seine Fähigkeit, Schulden zu bedienen oder zu refinanzieren, „ungewiss bleibt".

Konkret betrifft die Gefahr eine Kreditfazilität in Höhe von 79,5 Millionen kanadischen Dollar (umgerechnet rund 56 Millionen US-Dollar). Die Bedingungen dieser Kreditlinie erlauben es den Gläubigern, aufgrund der Durchführungsverordnung Trumps einen Zahlungsausfall zu erklären und eine vorzeitige Rückzahlung zu fordern. Sherritt gab in seinen am Donnerstag veröffentlichten Zwischenergebnissen an, im Falle einer solchen Forderung nicht über ausreichend Barmittel zu verfügen. Das Unternehmen müsste sich in diesem Szenario um alternative Finanzierungsquellen bemühen.

Darüber hinaus könnten auch Anleihegläubiger das Recht erhalten, eine vorzeitige Rückzahlung zu verlangen – eine Kettenreaktion, die die finanzielle Lage des Unternehmens weiter verschärfen würde.

Produktionsstopp und Managementwechsel

Die Krise bei Sherritt hat mehrere Dimensionen. Bereits im Februar stellte das Unternehmen die Produktion in seiner Nickel- und Kobaltmine im Osten Kubas ein – als direkte Folge einer schweren Energiekrise auf der Insel. Im Mai verschob Sherritt zudem die Veröffentlichung seiner Quartalsergebnisse, nachdem Trump seine Sanktionsverordnung erlassen hatte. In diesem Zusammenhang traten sowohl der Finanzvorstand (CFO) als auch der Wirtschaftsprüfer des Unternehmens zurück – ein ungewöhnlicher Schritt, der das Ausmaß der internen Turbulenzen verdeutlicht.

Diese Woche folgte ein weiterer Einschnitt: Sherritt legte seine Raffinerie in der kanadischen Provinz Alberta vorübergehend still. Die Anlage ist eine von nur drei Einrichtungen in ganz Nordamerika, die Nickel verarbeiten, und die einzige auf dem Kontinent, die Kobalt raffiniert. Der Grund: Die Rohstofflieferungen aus Kuba sind vollständig zum Erliegen gekommen.

Rettungsversuch mit Texas-Verbindung

Nachdem Sherritt zunächst Schritte zur Auflösung seines Joint Ventures mit einem kubanischen Staatsunternehmen und zum vollständigen Rückzug von der Insel eingeleitet hatte, vollzog das Unternehmen eine strategische Kehrtwende. Es gab bekannt, eine vorläufige Finanzierungsvereinbarung über den Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung an Gillon Capital LLC geschlossen zu haben. Bei Gillon Capital handelt es sich um das in Texas ansässige Family Office eines ehemaligen Trump-Beraters.

Anfang dieses Monats nahm Sherritt exklusive Gespräche mit Gillon Capital auf. Trotz dieser Verhandlungen bleibt der Betrieb in Kuba weiterhin eingestellt, und eine konkrete Lösung ist noch nicht in Sicht.

Das Unternehmen betonte, „zahlreiche ihm zur Verfügung stehende Initiativen ergriffen" zu haben, um seine Finanzlage zu stabilisieren. Dazu zählen Kosten- und Personalabbau, Kürzungen bei den Investitionsausgaben, Zahlungsaufschübe sowie eine jüngste Eigenkapitalspritze. Dennoch räumte Sherritt ein, dass der Produktionsstopp und die ausgeweiteten Trump-Sanktionen „zu einer wesentlichen Unsicherheit führen, die erhebliche Zweifel an der Fähigkeit des Unternehmens zur Fortführung der Geschäftstätigkeit aufkommen lassen kann".

Für deutsche Anleger und Rohstoffbeobachter ist der Fall Sherritt ein anschauliches Beispiel dafür, wie geopolitische Entscheidungen – in diesem Fall US-Sanktionspolitik – unmittelbar auf die operative und finanzielle Stabilität international tätiger Bergbauunternehmen durchschlagen können. Kobalt und Nickel sind zudem Schlüsselrohstoffe für die Elektromobilität und Batterieproduktion, was dem Fall eine zusätzliche strategische Dimension verleiht.

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