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Seltene Erden: Chinas Dominanz bleibt trotz westlicher Gegenwehr bestehen

China kontrolliert weiterhin die globalen Lieferketten für Seltene Erden – trotz massiver US-Investitionen und politischer Gegenmaßnahmen.

• 2 Min
Seltene Erden: Chinas Dominanz bleibt trotz westlicher Gegenwehr bestehen

China besitzt in seinem handelspolitischen Arsenal eine besonders wirkungsvolle Waffe: die Kontrolle über den globalen Zugang zu Seltenen Erden und den daraus hergestellten Magneten. Peking hat diese Waffe bereits mehrfach eingesetzt – über verschiedene Mechanismen und Exportbeschränkungen. Obwohl einige dieser Beschränkungen zwischenzeitlich verschoben wurden, ist Chinas Macht, westliche Unternehmen zu behindern, nach wie vor ungebrochen.

Magnete aus Seltenen Erden sind ein unverzichtbarer Bestandteil moderner Technologien – sowohl im zivilen als auch im militärischen Bereich. Zu den Anwendungen zählen MRT-Geräte und Elektrofahrzeuge ebenso wie Rüstungsgüter wie F-35-Kampfjets und Tomahawk-Raketen. Chinas Dominanz in diesen Lieferketten schränkt die Fähigkeit Washingtons, seinen Willen gegenüber Peking durchzusetzen, erheblich ein.

Geringe Margen trotz strategischer Bedeutung

Das grundlegende Problem liegt in der Wirtschaftlichkeit der Branche. Cory Combs, Experte für kritische Mineralien beim Beratungsunternehmen Trivium China, bringt es auf den Punkt: „Man verdient damit kein Geld. Es ist wirklich eine Branche mit geringen Margen. Sie ist strategisch wertvoll, aber sie war in den meisten Fällen nie finanziell wertvoll oder wirtschaftlich tragfähig. Den Großteil der Geschichte über wollte niemand wirklich Seltene Erden produzieren."

Die Komplexität beim Abbau und der Veredelung von Seltenerdmetallen sowie die strengen Anforderungen an die Produktspezifikationen machen die Herstellung zu einem riskanten Geschäft. Auch für Unternehmen, die diese Materialien verwenden, ist die Lage schwierig. Abigail Hunter, Exekutivdirektorin am SAFE Center for Critical Minerals Strategy, erklärt: „Wir haben es mit einer kapitalistischen Gesellschaft zu tun, in der letztlich die Quartalsberichte dieser Unternehmen den bestmöglichen Ausblick zeigen müssen. Daher ist es wirtschaftlich nicht sinnvoll, eine Tonne Rohstoffe oder Magnete zu lagern, die über den tatsächlichen Bedarf Ihres Fertigungssystems hinausgehen."

Massive staatliche Intervention als Antwort

Angesichts dieser Marktversagensproblematik haben die USA massiv eingegriffen. Die US-Regierung hat Anteile an mehreren amerikanischen Produzenten von Seltenen Erden erworben und Abnahmeverträge mit einigen dieser Produzenten geschlossen, um einen Mindestpreis für deren Produkte zu garantieren. Darüber hinaus wurden 10 Milliarden US-Dollar an Kreditabsicherungen für das sogenannte „Project Vault" zugesagt – eine Bevorratungsinitiative, die als Absicherung gegen Rohstoffengpässe konzipiert ist.

Trotz dieser umfangreichen Maßnahmen ist eine vollständige Unabhängigkeit vom chinesischen Angebot noch lange nicht erreicht. Während die USA gegen Chinas Dominanz ankämpfen, reagiert Peking seinerseits mit Gegenzügen. Zusätzlich läuft der Waffenstillstand der EU mit China über Exportkontrollen im Oktober aus – ein weiterer Unsicherheitsfaktor für europäische Unternehmen und Industrien.

Die Nachfrage nach Seltenen Erden zeigt dabei nur eine Richtung: nach oben. Der Zeitplan für eine echte Unabhängigkeit des Westens von chinesischen Seltenen Erden ist nach Einschätzung von Experten nicht kurzfristig zu erreichen. Für deutsche Unternehmen, die in der Automobil-, Rüstungs- oder Medizintechnikbranche tätig sind, bleibt die Versorgungssicherheit mit diesen kritischen Rohstoffen damit eine der drängendsten strategischen Fragen der kommenden Jahre.

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