Guinea wählt Glencore als Bauxit-Abnehmer für staatliches Bergbauunternehmen
Guinea steuert Bauxit-Exportströme enger und setzt dabei auf den Rohstoffriesen Glencore als offiziellen Abnehmer.

Guinea hat den Schweizer Rohstoffkonzern Glencore als Abnehmer für Bauxit ausgewählt, das von der staatlichen Nimba Mining Co produziert wird. Die westafrikanische Nation verfolgt damit das Ziel, die Exportströme des Aluminium-Rohstoffs künftig enger zu kontrollieren. Glencore setzte sich im Rahmen einer internationalen Ausschreibung durch, wie Bergbau- und Geologieminister Bouna Sylla in einem Interview in der Hauptstadt Conakry bestätigte.
„Die Gespräche zur Finalisierung der Vertragsbedingungen dauern an", erklärte Minister Sylla. Ein Sprecher von Glencore lehnte eine Stellungnahme zu dem Vorgang ab. Obwohl die Nimba Mining Co ein reines Staatsunternehmen ist, verfolgt die Regierung ambitionierte Pläne: „Sie zu einem Bergbau-Champion zu entwickeln", so Sylla.
Hintergrund: Streit mit Emirates Global Aluminium
Die Nimba Mining Co übernahm im August des vergangenen Jahres die Bauxit-Bergbaukonzession der Guinea Alumina Corp., einer Tochtergesellschaft des in Dubai ansässigen Unternehmens Emirates Global Aluminium. Auslöser war ein Streit über den Bau einer Aluminiumoxid-Raffinerie. Mit der Übernahme der Konzession sicherte sich der guineische Staat direkten Zugriff auf einen der bedeutendsten Bauxitvorkommen des Landes.
Das Unternehmen hat in diesem Jahr bereits vier Millionen Tonnen Bauxit exportiert. Für das Gesamtjahr plant die Nimba Mining Co, die Menge auf acht bis zehn Millionen Tonnen zu steigern. Bis 2027 soll die jährliche Exportmenge dann auf zwölf Millionen Tonnen anwachsen, wie Minister Sylla ankündigte.
Guinea: Weltgrößter Bauxit-Exporteur mit strategischer Bedeutung
Guinea nimmt auf dem globalen Rohstoffmarkt eine herausragende Stellung ein. Das Land ist der weltweit größte Exporteur von Bauxit – jenem Erz, das zur Herstellung von Aluminiumoxid verwendet wird, welches wiederum zu Aluminium weiterverarbeitet wird. Im vergangenen Jahr verschiffte Guinea insgesamt 183 Millionen Tonnen Bauxit und deckte damit einen Großteil der chinesischen Nachfrage ab.
Bereits im März hatte die guineische Regierung erklärt, sie befinde sich in Gesprächen mit Bergbauunternehmen über Pläne zur Kontrolle der an den Markt gelieferten Erzmenge. Ziel dieser Maßnahmen ist es, das Land vor einem möglichen Preisverfall zu schützen – eine Strategie, die an das Vorgehen von Rohstoffkartellen erinnert.
Nimba Mining Co expandiert in neue Geschäftsfelder
Die Nimba Mining Co hat Anfang dieser Woche ihren Bauxit-Abbauvertrag mit der Regierung offiziell unterzeichnet. Das Unternehmen beschränkt sich dabei nicht auf Bauxit: Laut Minister Sylla expandiert es in neue Geschäftsfelder, darunter Eisenerz sowie die Gold- und Metallraffination.
Eine Tochtergesellschaft namens Nimba Gold hat bereits eine Absichtserklärung mit dem australischen Bergbauunternehmen Resolute Mining unterzeichnet, um gemeinsam Goldprojekte zu entwickeln. Die weiteren Aktivitäten des Unternehmens sollen schrittweise eingeführt werden – beginnend mit der Exploration, bevor die eigentliche Produktion aufgenommen wird. Guinea positioniert sich damit als zunehmend selbstbewusster Akteur im globalen Rohstoffgeschäft.
