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Rückgang der Dieselmargen in Europa um 7 Prozent belastet Raffinerien

Die europäischen Dieselmargen sind um über sieben Prozent eingebrochen. Hintergrund sind gestiegene US-Importe, ein Produktionsausfall in Russland und eine zunehmend fragmentierte Handelsdynamik zwischen Nordwesteuropa und dem Mittelmeerraum.

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Rückgang der Dieselmargen in Europa um 7 Prozent belastet Raffinerien

Die Verarbeitungsmargen für Diesel in Europa sind am Montag um über sieben Prozent eingebrochen. Verantwortlich dafür ist ein deutlicher Rückgang der Aufschläge für Low-Sulfur-Gasoil-Futures gegenüber Brent Crude. Wie Daten aus dem Nachmittagshandel zeigen, verringerte sich die Spanne um 5,52 Dollar auf 70,79 Dollar je Barrel.

Der Rückgang stellt eine deutliche Veränderung im europäischen Dieselmarkt dar. Händler verfolgen die Entwicklung aufmerksam, da die Margen zuletzt unter Druck geraten waren. Die schrumpfende Prämie weist auf eine nachlassende Verknappung bei schwefelarmem Gasöl hin.

Handelsgeschehen und regionale Unterschiede

Im Nachmittagshandelsfenster veräußerte BP eine Partie Ultra-Low-Sulfur-Diesel mit Zielhafen Gdynia in Polen. Dies war die einzige dokumentierte Transaktion im nordwesteuropäischen Raum. Im Mittelmeerhandelsfenster hingegen kam kein Abschluss zustande, obwohl rege Gebote eingingen. TotalEnergies legte dort das einzige Kaufangebot vor, fand jedoch keinen Abnehmer.

Die unterschiedliche Dynamik zwischen Nordwesteuropa und dem Mittelmeerraum verdeutlicht die Fragmentierung des europäischen Dieselmarktes. Während im Norden zumindest vereinzelt Geschäfte getätigt werden, bleibt die Mittelmeerregion weitgehend illiquide.

Förderausfall in Russland

Ein weiterer Einflussfaktor auf die Marktbewegung ist ein Produktionsstopp in Russland. Die Ölraffinerie Perm, nach Verarbeitungsvolumen die siebtgrößte Anlage des Landes, hat ihren Betrieb eingestellt. Ursache ist ein ukrainischer Drohnenangriff vom 21. August, der Brände und Schäden an technologischen Anlagen verursachte. Dies gaben zwei Branchenquellen am Montag bekannt.

Der Ausfall in Perm könnte die russischen Exportmengen kurzfristig verringern. Allerdings scheint der Markt diesen Angebotsausfall bislang nicht als preistreibend zu betrachten, wie der gleichzeitige Margenrückgang zeigt.

Importanstieg aus den USA

Den Daten von Kpler zufolge sollen die Importe von Diesel und Gasoil in die EU-27 und das Vereinigte Königreich im August durchschnittlich 724.000 Barrel pro Tag erreichen. Das entspricht einem deutlichen Anstieg gegenüber dem Juli-Durchschnittswert von 466.000 Barrel pro Tag. Besonders bemerkenswert: Die USA entfallen mit 446.000 Barrel pro Tag auf mehr als 50 Prozent der Importe im August.

Der sprunghafte Anstieg der US-Importe erklärt teilweise den Druck auf die europäischen Dieselmargen. Höheres Angebot aus Übersee führt zu sinkenden Aufschlägen und geringeren Raffineriemargen für europäische Verarbeitungsanlagen.

Ausblick

Die Mischung aus gestiegenen Importen und regional unterschiedlicher Handelsdynamik setzt die europäischen Dieselmargen unter Druck. Ob dieser Trend anhält, hängt wesentlich von der weiteren Entwicklung der US-Exporte und der Wiederinbetriebnahme der Raffinerie Perm ab. Der Markt bleibt vorerst angespannt.

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