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Rohstoffrallye hält an: Geopolitische Krisen und Ölknappheit treiben Preise

Geopolitische Spannungen und ein drohendes Defizit bei Schweröl treiben die Rohstoffpreise. Während Öl und Diesel neue Höchststände erreichen, profitieren Gold und Silber von sinkenden Anleiherenditen – doch steigende Energiepreise könnten die Fed zu eine

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Rohstoffrallye hält an: Geopolitische Krisen und Ölknappheit treiben Preise

Die Entwicklung an den internationalen Rohstoffmärkten bleibt angespannt. Ein gefährliches Zusammenspiel aus geopolitischen Krisen und einer Verknappung bei Energierohstoffen sorgt für steigende Notierungen. Im Fokus stehen die Konflikte im Nahen Osten sowie ein absehbarer Mangel an Schiffsdiesel, was die globale Konjunktur zusätzlich belastet.

Die jüngste Verschärfung des Konflikts zwischen Washington und Teheran versetzt die Erdölmärkte in höchste Alarmbereitschaft. Hintergrund ist ein Angriff auf iranische Tankschiffe als Vergeltungsmaßnahme für Raketenangriffe auf US-Kriegsschiffe in der strategisch bedeutsamen Straße von Hormus. Da etwa 20 Prozent der globalen Öllieferungen diese Meerenge passieren, folgte eine unverzügliche Reaktion der Märkte: WTI-Futures kletterten um 1,1 Prozent auf 92,50 US-Dollar, während Brent-Rohöl auf 97,34 US-Dollar anzog. Die Experten von ANZ Research gehen angesichts der verhärteten diplomatischen Fronten von einer länger anhaltenden Blockadesituation aus.

Engpass bei Schweröl spitzt sich zu

Zeitgleich zur Rallye am Ölmarkt zeichnet sich eine kritische Verknappung bei Schweröl ab, das für die Seefahrt und die Energieerzeugung unverzichtbar ist. Wie aus Daten von Kpler hervorgeht, wird für das dritte Quartal ein Fehlbestand von 218.000 Barrel pro Tag prognostiziert. Die Ursachen sind vielfältig: Neben den Unruhen im Nahen Osten führen auch ukrainische Drohnenattacken auf russische Raffinerien zu einer Verschlechterung der Versorgungslage. Die russischen Ausfuhren sind infolgedessen auf einen historischen Tiefststand von 591.000 Barrel pro Tag gesunken.

Hinzu kommen Sicherheitsrisiken im Roten Meer, die die Reedereien zu Umwegen zwingen. Dies lässt den Treibstoffverbrauch weiter ansteigen. In Singapur, dem bedeutendsten Bunkerzentrum der Welt, hat sich der Preis für schwefelarmen Schiffsdiesel seit dem Beginn des Iran-Konflikts um 76 Prozent auf 825 US-Dollar je Tonne verteuert. Eine Entwicklung, die die internationalen Lieferketten zusätzlich unter Druck setzt.

Washington setzt auf Produktionsausweitung statt Exportstopp

Die US-Administration unter Donald Trump gerät innenpolitisch zunehmend unter Zugzwang. In den Vereinigten Staaten liegt der Durchschnittspreis für Diesel bei Rekordniveau von 5,90 US-Dollar je Gallone. Dennoch erteilte die Regierung Gerüchten über ein Ausfuhrverbot eine deutliche Absage. Energieminister Chris Wright und Innenminister Doug Burgum unterstrichen, dass die Strategie auf eine maximale Ausweitung der heimischen Förderung setze. Das Ziel sei eine Erhöhung des Angebots, anstatt den Markt durch Exportrestriktionen zu verzerren.

Gold und Silber profitieren von Währungs- und Zinspolitik

Während die Energiemärkte von heftigen Schwankungen geprägt sind, präsentiert sich die Lage bei den Edelmetallen anders. Gold gewann 2,9 Prozent auf 4.491,70 US-Dollar hinzu, Silber legte um 3,5 Prozent auf 66,973 US-Dollar zu. Auslöser sind fallende Anleiherenditen und ein nachgebender US-Dollar, die Edelmetalle als Anlageklasse interessanter machen.

Allerdings fürchten die Akteure an den Märkten, dass steigende Energiepreise den Inflationsdruck verstärken könnten. Dies wiederum könnte die Federal Reserve zu einer strafferen Geldpolitik bewegen. Die Investoren richten ihren Blick daher gespannt auf den bevorstehenden US-Arbeitsmarktbericht, der als richtungsweisender Faktor für die Zinsentscheidung im September gilt. Sollte sich der Preisauftrieb durch die hohen Energiekosten weiter beschleunigen, könnte die Notenbank ihren geldpolitischen Kurs verschärfen – mit möglicherweise weitreichenden Konsequenzen für die internationalen Finanzmärkte.

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