Rohstoff-Gipfel in London: Resourcing Tomorrow 2026 lotet Wege zur Versorgungssicherheit aus
Vom 1. bis 3. Dezember 2026 trifft sich die globale Bergbauindustrie in London zur Konferenz Resourcing Tomorrow. Im Fokus stehen staatliche Eingriffe, Verteidigungslieferketten und die wachsende Kluft zwischen Rohstoffangebot und -nachfrage.

Vom 1. bis zum 3. Dezember 2026 wird das London Business Design Centre zum wichtigsten Anlaufpunkt der internationalen Bergbaubranche. Die Veranstaltung „Resourcing Tomorrow 2026“ vereint Entscheidungsträger aus dem Rohstoffsektor, staatlichen Institutionen, der Finanzwirtschaft und nachgelagerten Industriezweigen, um die dringlichsten Herausforderungen der Rohstoffversorgung zu adressieren.
Das Motto der Konferenz lautet „Beyond the Echo Chamber: Turning Talk Into Action“ – zu Deutsch: Jenseits der Echokammer: Von Worten zu Taten. Laut den Organisatoren hat das Programm in Umfang und Anspruch noch einmal zugelegt. Erwartet werden mehr als 2.300 Fachleute aus dem Bergbau.
Eröffnungsvortrag und strategischer Rahmen
Den Eröffnungsvortrag hält Rohitesh Dhawan, Präsident und Chief Executive Officer des International Council on Mining and Metals (ICMM). Sein Beitrag trägt den Titel „A Rebel’s Manifesto for the Mining Industry“ und soll die Leitlinien für drei Tage vorgeben, die sich mit der Frage beschäftigen, wo die Branche umsteuern muss, wenn sie ihre Vorhaben in konkrete Ergebnisse überführen will.
Ein zentrales Thema der Konferenz ist der wachsende Einfluss des Staates auf den Bergbau und die Mineralstoffverarbeitung. Vorträge aus Oman, Armenien und Nigeria zeigen auf, welche gegenseitigen Vorteile erfolgreiche Bergbauprojekte bieten können. Auch Vertreter der US-Regierung werden erwartet, ebenso wie Provinz- und Regionalregierungen aus Quebec, Cornwall und Western Australia sowie indigene Gemeinschaften wie die Tłı̨chǫ Government.
Verteidigungssektor und kritische Lieferketten
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der zunehmenden Relevanz des Verteidigungsbereichs. Die Diskussionsrunde „Building Resilient Critical Supply Chain Infrastructure Required by the Defence Sector“ vereint hochrangige Teilnehmer: Jeffrey Frankston, Acting Deputy Assistant Secretary of War for Industrial Base Resilience der US-Regierung; Rt Hon. Dominic Raab, Head of Global Affairs bei Appian Capital Advisory; sowie Tom Garnett, Chief Executive Officer und Mitgründer von Refute.
Das Panel beleuchtet die konkurrierenden Ansprüche an kritische Mineralstoffe, die durch steigende Verteidigungsausgaben entstehen. Es wird analysiert, wie der Aufbau einer widerstandsfähigen Lieferkette für den Verteidigungssektor die Bergbaulandschaft verändern könnte.
Staatliche Ankaufprogramme und Marktstabilität
Die Rolle der Vereinigten Staaten steht im Mittelpunkt der Sitzung „The $12 Billion Insurance Policy: Can Project Vault End the Era of Mineral Volatility?“. Gary Evans, Chief Executive Officer und Chairman der U.S. Antimony Corporation; Mark Kristoff, Chief Executive Officer von Traxys; und Tom Albanese, Chairman der American Ocean Minerals Company, erörtern, ob staatlich gestützte Kaufverpflichtungen, strategische Lagerhaltung und direkte Kapitalhilfen mehr Planbarkeit an den Rohstoffmärkten schaffen und systemrelevante Projekte finanzierbarer machen können.
Fachpanels und Leadership Roundtables
Das dreitägige Programm umfasst unter anderem die Sitzungen „The Immediate Copper Thesis: Bridging the Gap Between Increasing Demand and Supply“, „Is Sustainability 1.0 Dead?“ und „Building Resilient Critical Supply Chain Infrastructure Required by the Defence Sector“. Behandelt werden Kupferangebotsengpässe, verantwortungsvoller Bergbau, alternative Finanzierungsmodelle sowie Fusionen und Übernahmen im Rohstoffsektor.
Nach dem Erfolg im Jahr 2025 kehren die Leadership Roundtables 2026 in einem erweiterten Format zurück. Die 90-minütigen Diskussionen folgen der Chatham House Rule und ermöglichen offene Gespräche über neuralgische Themen. Dazu gehören Tiefseebergbau, Seltene Erden, die Ukraine und Batterielieferketten sowie ein zweiter „Mine to Mission Defence Roundtable“. Die Runden werden von Organisationen wie dem ICMM, der OECD, der Critical Minerals Association UK und TechMet moderiert.
Stimmen der Veranstalter
Andrew Thake, Divisional Director von Resourcing Tomorrow, erklärte: „Dieses Programm ist nicht darauf ausgelegt, altbekannte Diskussionen zu wiederholen. Es stellt infrage, was als ‚machbar‘ gilt, zeigt auf, wo Maßnahmen nicht ausreichen, und erzeugt die nötigen Impulse, um Projekte voranzutreiben.“
„Insbesondere die Ausweitung der Leadership Roundtables erlaubt es den Teilnehmern, sich intensiver mit einigen der schwierigsten Branchenthemen auseinanderzusetzen, während das Hauptprogramm diese Fragestellungen in eine breitere globale Debatte einbettet.“
Hintergrund und Ausblick
Die Konferenz findet vor dem Hintergrund einer zunehmend instabilen geopolitischen Lage statt. Die 100 größten Bergbaukonzerne weltweit setzten im Jahr 2024 Mineralien und Metalle im Wert von 946,4 Milliarden US-Dollar ab. Die wachsende Kluft zwischen Rohstoffnachfrage und -angebot wird nach Einschätzung der Veranstalter durch politische Maßnahmen und öffentliche Mittel allein nicht zu überbrücken sein.
Resourcing Tomorrow 2026 versteht sich als Plattform, die über das klassische Konferenzformat hinausgeht und konkrete Handlungsanstöße für die Branche liefern möchte. Die Veranstaltung ist als Finalist für die beste Konferenz im Vereinigten Königreich nominiert.
