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Rohöl gibt nach: Diplomatische Signale aus dem Golf belasten die Preise

Die Ölnotierungen sind am Mittwoch merklich zurückgegangen. Grund dafür sind die nachlassenden geopolitischen Spannungen im Golf und Fortschritte bei den Gesprächen zwischen Iran und Oman über eine sichere Passage durch die Straße von Hormus.

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Rohöl gibt nach: Diplomatische Signale aus dem Golf belasten die Preise

Die Rohölpreise verzeichneten am Mittwoch deutliche Verluste. Auslöser sind die sich entspannende Lage im Persischen Golf sowie die wachsende Zuversicht auf eine Einigung zwischen Teheran und Maskat zur Gewährleistung einer geschützten Durchfahrt durch die strategisch bedeutsame Straße von Hormus.

Die globalen Benchmark-Futures für Brent-Öl zur Oktober-Lieferung gaben um 2,08 Prozent auf 86,74 US-Dollar je Barrel nach. Die US-Kontrakte auf West Texas Intermediate (WTI) zur Oktober-Lieferung verbilligten sich sogar um 2,37 Prozent auf 80,41 US-Dollar pro Barrel.

Verantwortlich für die Kursrückgänge ist eine deutliche Beruhigung der geopolitischen Gemengelage. „Die US-Sanktionen gegenüber dem Iran sind milder ausgefallen als von vielen erwartet“, erklärte Dan Coatsworth, Marktchef bei AJ Bell. Ergänzend führte er aus, dass nachgebende Ölpreise den Märkten geholfen hätten, wieder etwas Ruhe zu finden, während die Renditen von Staatsanleihen von ihren jüngsten Höchstständen zurückkehrten.

Iran und Oman treiben Verhandlungen voran

Der Iran und Oman verhandeln derzeit über eine vorübergehende gemeinsame Schifffahrtsroute in der Straße von Hormus. Dieses Vorhaben soll als Zwischenschritt zu einer endgültigen Regelung für die Kontrolle dieser essenziellen Wasserstraße dienen. „Das zukünftige Management der Meerenge und eine dauerhafte Lösung werden folgen, sobald die Zeit dafür reif ist“, ließ der omanische Außenminister über einen Beitrag auf sozialen Medien verlauten.

Die Straße von Hormus zählt zu den bedeutendsten Seewegen für den weltweiten Erdöltransport. Etwa ein Fünftel des globalen Ölverbrauchs wird durch diese Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman verschifft. Jegliche Blockade oder militärische Zuspitzung in diesem Gebiet hätte unmittelbare Konsequenzen für die internationalen Ölpreise.

Der Rückzug militärischer Maßnahmen habe das gefühlte Risiko für die Versorgungssicherheit aus der Golfregion minimiert, wenngleich die USA andere Interventionen nicht ausgeschlossen hätten, berichtete Paolo Broccardo, Vorstandsvorsitzender der BankPro. Zudem habe Pakistan substanzielle Fortschritte bei Gesprächen vermeldet, die auf eine Entschärfung der Lage und die Wiederherstellung der Durchfahrt durch die Straße von Hormus abzielten, so Broccardo weiter.

Folgen für die Märkte

Die fallenden Ölpreise kommen für zahlreiche Marktakteure nicht unerwartet. Bereits in den vorangegangenen Tagen hatten sich die Ängste vor einer militärischen Auseinandersetzung im Golf abgeschwächt. Nun prüften Händler die Perspektiven eines Abkommens zwischen Iran und Oman zur Sicherung einer geschützten Transitroute.

Die Beruhigung an der Ölfront hat auch Ausstrahlungseffekte auf andere Anlagekategorien. Coatsworth von AJ Bell unterstrich, dass die gesunkenen Ölpreise den Märkten insgesamt geholfen hätten, etwas an Stabilität zurückzugewinnen. Die Renditen von Staatsanleihen fielen von ihren jüngsten Höchstständen zurück, was auf eine übergreifende Entspannung an den Finanzmärkten hindeutet.

Der omanische Außenminister betonte in seinem Social-Media-Eintrag abschließend: „Die Unterredungen mit regionalen Partnern werden im Geiste von Frieden und Kooperation, Stabilität und Freiheit der Schifffahrt geführt.“ Ob die Verhandlungen tatsächlich in einer dauerhaften Lösung münden, ist noch offen. Die Märkte reagieren jedoch bereits jetzt wohlwollend auf die ersten konkreten Annäherungen.

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