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Project Vault: Mercuria liefert erstmals Kupfer aus Kongo in US-Strategiereserve

Der Rohstoffhändler Mercuria hat 12.000 Tonnen Kupfer aus dem Kongo in die strategische US-Reserve "Project Vault" eingelagert. Der Schritt unterstreicht den globalen Wettlauf um kritische Rohstoffe und treibt den Kupferpreis nahe das Rekordhoch von 15.00

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Project Vault: Mercuria liefert erstmals Kupfer aus Kongo in US-Strategiereserve

Der Rohstoffhändler Mercuria hat zum ersten Mal Kupfer im Rahmen des US-amerikanischen "Project Vault" abgeliefert. Es ist der erste bekannte Vorgang dieser Art, den das Unternehmen im Kontext der von Washington forcierten Strategie zum Ausbau einer strategischen Lagerhaltung kritischer Rohstoffe öffentlich machte. Wie Kostas Bintas, leitender Kupferhändler bei Mercuria, am Donnerstag im Rahmen der FT-Konferenz für Metalle und Bergbau erklärte, hat die Handelsfirma dem Vorratsbestand 12.000 Tonnen des roten Metalls aus der Demokratischen Republik Kongo zugeführt.

Mercuria zählt zu den Hauptpartnern des mit 12 Milliarden US-Dollar dotierten Programms. Ziel ist der Aufbau einer strategischen US-Metallreserve, die zivile Industrien in Phasen angespannter Versorgung nutzen können. Auslöser ist ein sich verschärfender globaler Wettstreit um strategisch wichtige Mineralien. „Viele staatliche Initiativen [haben] begonnen, wirksam zu werden und konkrete Auswirkungen auf den Markt und die Handelsströme zu zeigen", so Bintas auf der Veranstaltung.

Kupferpreis kratzt an Höchstmarke

Der Preis für Kupfer ist in den letzten Wochen nahe an ein Allzeithoch geklettert und bewegte sich auf die Schwelle von 15.000 US-Dollar je Tonne zu. Befeuert wird die Preisrally durch die Erwartung möglicher US-Sonderabgaben auf das Metall sowie durch extreme Wetterphänomene, die den Abbau beeinträchtigt haben. Der Referenzpreis in London notierte am Donnerstagnachmittag mit einem Plus von rund 0,6 Prozent bei etwa 14.491 US-Dollar pro Tonne.

Das stromleitende Metall gilt in zahlreichen Industriezweigen als unverzichtbar – von der Verkabelung in Rechenzentren über Anwendungen in der Netzinfrastruktur bis zur Fahrzeugfertigung. Diese breite industrielle Nutzung macht Kupfer zu einem strategisch wichtigen Rohstoff, insbesondere vor dem Hintergrund der steigenden Nachfrage durch Digitalisierung und Energiewende.

Auch Vandita Pant, Finanzchefin des Bergbauriesen BHP, äußerte sich am Donnerstag auf der Konferenz. Sie nannte Kupfer eine „attraktive Story, weil strukturell derzeit ein Defizit besteht". BHP, der weltgrößte Minenkonzern, hatte im laufenden Jahr mitgeteilt, dass Kupfer Eisenerz als profitabelstes Standbein auf Jahressicht erstmals überholt hat.

Milliardenschwere US-Lieferungen

Auswertungen der Analyseplattform Kpler zufolge sind seit Ende Juni Kupferlieferungen im Wert von ungefähr 7 Milliarden US-Dollar in die USA gelangt – angeheizt durch die Aussicht auf mögliche Einfuhrzölle. Mercuria gehört dabei zu den bedeutenden Versendern des Metalls in die Vereinigten Staaten. Das für die Vault-Reserve in die USA verbrachte Material wird in Lagern an der Golfküste und der Ostküste eingelagert und steht den Abnehmern bei Bedarf zur Verfügung, wie mit dem Vorgang vertraute Kreise berichten.

Audrey Robertson, stellvertretende US-Energieministerin, erläuterte auf der Konferenz gesondert, dass Project Vault „die Lieferkette für private Erstausrüster (OEMs) unterstützen" und „das Investitionsfundament der Vereinigten Staaten stärken" werde. Damit wird deutlich, dass die Initiative nicht allein der Versorgungssicherheit dient, sondern auch als Instrument der Industriepolitik zu verstehen ist.

Mercuria und Glencore hatten bereits im September bekannt gegeben, dass die US-Export-Import-Bank jedem Unternehmen 500 Millionen US-Dollar zugesichert habe. Diese Mittel sollen für den Erwerb von Metallen für Vault eingesetzt werden. Die Finanzierung gleicht dem Modell einer Handelsfinanzierung durch ein Kreditinstitut, so eingeweihte Kreise.

Das Project Vault wurde von der ExIm Bank in diesem Jahr ins Leben gerufen, um Endabnehmern zu helfen, die weder über ausreichende Bilanzstärke noch über die logistischen Kapazitäten verfügen, um sich Versorgungsquellen im Ausland eigenständig zu sichern. Für Anleger in Rohstoffwerte und Industrieunternehmen in Deutschland ist die Entwicklung insofern bedeutsam, als sie den globalen Verdrängungswettbewerb um strategische Mineralstoffe und die damit einhergehenden Preistendenzen verdeutlicht. Kupfer bleibt damit ein essenzieller Bestandteil der industriellen Wertschöpfungskette – und ein Rohstoff, dessen Verfügbarkeit zunehmend zum Gegenstand geopolitischer Aushandlungsprozesse wird.

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