Mimosa Platinmine nimmt 130-Millionen-Dollar-Projekt nach Preiserholung wieder auf
Die simbabwische Platinmine Mimosa reaktiviert ihr North-Hill-Projekt zur Verlängerung der Minenlaufzeit um 15 Jahre.

Die simbabwische Platinmine Mimosa, die sich im gemeinsamen Besitz von Impala Platinum und Sibanye-Stillwater befindet, nimmt ihr 130 Millionen US-Dollar schweres North-Hill-Projekt wieder auf. Hintergrund ist eine spürbare Erholung der Metallpreise auf dem globalen Platinmarkt. Dies gab Geschäftsführer Stephen Ndiyamba auf einer Bergbaukonferenz in Victoria Falls bekannt.
Mimosa ist nach Zimplats der zweitgrößte Platinproduzent Simbabwes und produziert jährlich rund 250.000 Unzen PGM-Konzentrat (Platingruppenmetalle). Das Unternehmen hatte das Projekt im Jahr 2024 ausgesetzt, als die Preise für Platingruppenmetalle stark einbrachen. Als Ursachen galten damals ein massiver Lagerbestandsabbau, eine schwache Nachfrage aus der Automobilindustrie sowie die Erwartung einer raschen Marktdurchdringung von Elektrofahrzeugen.
Erholung der Platinpreise schafft neue Investitionsgrundlage
Die Preise für Platingruppenmetalle haben sich seither erholt. Zwei wesentliche Faktoren stützen diese Entwicklung: Zum einen sorgt ein knappes Angebot aus Südafrika, dem weltweiten Hauptproduzenten, für Druck auf die Verfügbarkeit. Zum anderen verläuft die Akzeptanz von Elektrofahrzeugen langsamer als ursprünglich erwartet, was die Nachfrage nach Katalysatoren – dem wichtigsten Einsatzgebiet für Platingruppenmetalle – länger als gedacht stabil hält.
„Derzeit arbeiten wir intern an der Prüfung eines Projekts zur Verlängerung der Minenlaufzeit, das eine Kapitalinvestition von etwa 130 Millionen US-Dollar erfordern wird", erklärte Ndiyamba. „Dies hat das Potenzial, unseren derzeitigen Betrieb bei South Hill zu ersetzen und die Lebensdauer der Mine um etwa 15 Jahre zu verlängern", fügte er hinzu. Der Hintergrund: Der derzeit abgebaute Erzkörper South Hill geht zur Neige, und der Abbau dort wird zunehmend kostspieliger.
Südafrikanische Produzenten bleiben bei Expansion vorsichtig
Das Projekt steht im Kontext einer branchenweiten Zurückhaltung gegenüber großen Produktionsausweitungen. Südafrikanische Bergbauunternehmen, auf die rund 70 Prozent der weltweiten Platinproduktion entfallen, agieren trotz der Preiserholung weiterhin vorsichtig. Die langfristige Bedrohung durch Elektrofahrzeuge, die keine Katalysatoren zur Emissionskontrolle benötigen, bleibt ein zentrales Risiko für die Branche.
Unternehmen wie Impala Platinum bevorzugen daher Projekte zur Laufzeitverlängerung bestehender Minen, anstatt neue Kapazitäten aufzubauen. Ziel ist es, das Produktionsniveau stabil zu halten, ohne übermäßige Risiken einzugehen. Das North-Hill-Projekt bei Mimosa folgt genau dieser Strategie: Es ersetzt auslaufende Kapazitäten, statt neue hinzuzufügen.
Für deutsche Anleger, die in Platin oder in Unternehmen wie Sibanye-Stillwater und Impala Platinum investiert sind, ist die Entwicklung ein positives Signal. Sie zeigt, dass die Branche trotz struktureller Unsicherheiten durch die Elektromobilität weiterhin in die Zukunftsfähigkeit bestehender Minen investiert – wenn auch mit kalkulierter Zurückhaltung.
