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IEA: Globale Gasnachfrage sinkt 2026 um 0,5 Prozent

Höhere Preise und der US-Iran-Konflikt bremsen den weltweiten Erdgasverbrauch – mit spürbaren Folgen für LNG-Märkte.

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IEA: Globale Gasnachfrage sinkt 2026 um 0,5 Prozent

Die weltweite Erdgasnachfrage wird im Jahr 2026 voraussichtlich um rund 0,5 Prozent sinken. Das geht aus dem Gasmarktbericht für das dritte Quartal 2026 der Internationalen Energieagentur (IEA) hervor, der am Dienstag veröffentlicht wurde. Als Hauptursache nennt die IEA gestiegene Preise, die sowohl Stromerzeuger als auch die Industrie zur Drosselung ihres Gasverbrauchs veranlassen.

In absoluten Zahlen entspricht der erwartete Rückgang etwa 20 Milliarden Kubikmetern. Damit wäre 2026 das dritte Jahr mit einem jährlichen Nachfragerückgang in diesem Jahrzehnt – nach den Einbrüchen in den Jahren 2020 und 2022. Beide früheren Rückgänge standen im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie beziehungsweise der Energiekrise infolge des Ukraine-Kriegs.

Asien und Europa unter Preisdruck

Besonders deutlich zeigt sich der Rückgang in Asien: Die Gasnachfrage sank dort im ersten Halbjahr 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um rund 1 Prozent. Höhere Preise begünstigten den Wechsel zu alternativen Energieträgern – vor allem zu Kohle im Stromsektor. Dies ist eine Entwicklung, die aus Klimaschutzperspektive als problematisch gilt.

Auch die Preisbenchmarks sprechen eine deutliche Sprache: Der europäische Referenzpreis TTF stieg im Jahresvergleich um 32 Prozent auf durchschnittlich knapp 16 US-Dollar pro Million britischer Wärmeeinheiten (mmBtu). Der asiatische Platts-JKM-Benchmark für Flüssigerdgas (LNG) legte sogar um 45 Prozent auf durchschnittlich 17,50 US-Dollar pro mmBtu zu. Beide Benchmarks verzeichneten damit ihre höchsten durchschnittlichen Preise für ein zweites Quartal seit dem Jahr 2022.

US-Iran-Konflikt trifft LNG-Versorgung empfindlich

Ein zentraler Faktor hinter den Preissteigerungen ist der Konflikt zwischen den USA und dem Iran, der die LNG-Ströme durch die Straße von Hormus drastisch reduziert hat. Über diese strategisch bedeutsame Schifffahrtsroute werden normalerweise rund 20 Prozent des weltweiten LNG-Angebots transportiert. Die Unterbrechung trifft insbesondere die Golfstaaten hart.

Das LNG-Angebot aus Katar und den Vereinigten Arabischen Emiraten ist laut IEA stark eingebrochen. Im Zeitraum von März bis Juni 2026 sank die Produktion im Vergleich zu denselben vier Monaten des Jahres 2025 um fast 80 Prozent. Das ist ein historisch beispielloser Einbruch für diese Region.

Für das Gesamtjahr 2026 erwartet die IEA, dass das weltweite LNG-Angebot weitgehend auf dem Niveau von 2025 verbleiben wird. Gesteigerte Produktion in anderen Regionen soll die Ausfälle am Golf kompensieren. Allerdings warnt die Behörde: Sollte die Straße von Hormus nicht vor Beginn des vierten Quartals vollständig wieder geöffnet werden, könnte das globale LNG-Angebot den ersten jährlichen Rückgang seit dem Jahr 2012 verzeichnen.

Bedeutung für deutsche Energieversorger

Für deutsche Energieversorger und Industrieunternehmen sind diese Entwicklungen von erheblicher Relevanz. Deutschland hat seit dem Ende der russischen Gaslieferungen stark auf LNG-Importe gesetzt und ist damit direkt von den globalen Marktbewegungen abhängig. Steigende TTF-Preise schlagen sich unmittelbar in den Beschaffungskosten nieder und können die Wettbewerbsfähigkeit energieintensiver Branchen belasten.

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