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Dänische Fayard-Werft wartet Putins LNG-Flotte trotz Kritik

Die Werft bei Odense steht international unter Druck, weil sie weiterhin russische Arktis-Tanker instand hält – trotz Sanktionsdebatten.

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Dänische Fayard-Werft wartet Putins LNG-Flotte trotz Kritik

Die dänische Fayard-Werft bei Odense gerät zunehmend in den Fokus internationaler Kritik. Aktuelle Positionsdaten bestätigen, dass der eisbrechende russische LNG-Tanker „Rudolf Samoylovich" in die Werft eingelaufen ist, um dort gewartet zu werden. Diese Schiffe sind für Wladimir Putin von strategischer Bedeutung, da sie den ganzjährigen Export von Flüssigerdgas (LNG) aus der Arktis ermöglichen – eine Einnahmequelle, die den russischen Staatshaushalt maßgeblich stützt.

Die russische LNG-Flotte besteht aus 16 spezialisierten Arc7-Eisbrechertankern und fungiert als Rückgrat des russischen Energieexports. Laut Schätzungen der Organisation Urgewald hat jedes dieser Schiffe seit Februar 2022 im Schnitt 5,3 Millionen Tonnen LNG transportiert – das entspricht etwa 70 voll beladenen Touren pro Tanker. Ihre Bedeutung hat sich durch die Inbetriebnahme des sanktionierten Arctic-LNG-2-Terminals noch weiter verschärft.

Satellitenbildanalysen der WirtschaftsWoche belegen, dass diese Schiffe zunehmend genutzt werden, um Gas von sanktionierten Terminals zu schwimmenden Umladestationen bei Murmansk zu transportieren. Von dort wird das LNG auf konventionelle Tanker umgeschlagen und weiterverkauft. Insbesondere seit der Zerstörung der Nord-Stream-Pipelines hat die Arktis-Flotte an strategischer Bedeutung für Russland gewonnen.

Fayard verteidigt sein Vorgehen

Die Fayard-Werft, hinter der eine der reichsten Familien Dänemarks steht, betont, keine Dienstleistungen für explizit sanktionierte Schiffe anzubieten. Die Eigentümerfamilie um Thomas Wilkens Andersen belegte 2025 Platz 59 der reichsten Dänen mit einem geschätzten Vermögen von 508 Millionen Euro. Das Unternehmen gibt an, die Daten aller Schiffe vor der Einfahrt in die Trockendocks zu prüfen.

Fayard argumentiert zudem, dass die „Rudolf Samoylovich" auf keiner der Embargolisten der EU, der USA oder der UN stehe – wenngleich die Ukraine das Schiff seit Dezember 2025 sanktioniert hat. Als weiteres Argument führt die Werft an, dass die Reparaturen im Einklang mit der EU-Energiepolitik stünden, da LNG aus Jamal bis 2027 als notwendig für die europäische Versorgungssicherheit erachtet werde.

Die wirtschaftliche Relevanz dieser Aufträge ist dabei umstritten. Die Werft gibt an, 2025 lediglich fünf dieser Schiffe bei insgesamt 120 gewarteten Schiffen betreut zu haben. Dennoch ist der Zeitpunkt politisch brisant: Russland hat aufgrund westlicher Sanktionen kaum Möglichkeiten, diese hochspezialisierten Schiffe in Korea oder anderen westlichen Werften warten zu lassen. Da der Bau neuer Arc7-Schiffe seit Jahren verzögert ist, ist der Kreml auf die Instandhaltung der bestehenden Flotte angewiesen.

Niederländische Konkurrenz zog sich bereits zurück

Während die niederländische Damen-Werft in Brest bereits 2024 auf politischen Druck hin aus diesem Geschäft ausstieg, hielt Fayard an den Aufträgen fest. Die dänische Werft bietet damit eine der letzten europäischen Anlaufstellen für eine Flotte, die den ökonomischen Überlebenskampf des Kremls in Zeiten des Ukraine-Krieges maßgeblich mitbestimmt.

Die regulatorische Schlinge zieht sich jedoch zu. Ab dem 1. Januar 2027 tritt ein EU-weites Verbot für Reparaturen an russischen LNG-Schiffen in Kraft, das parallel zu einem generellen Einfuhrstopp für russisches LNG verläuft. Fayard hat bereits angekündigt, die Wartungsarbeiten spätestens Ende 2026 einzustellen.

Es ist zu erwarten, dass Russland die Wartungskapazitäten anschließend nach China verlagern wird, das sich zunehmend als Hauptabnehmer und Produzent von LNG-Technologie positioniert. Aktuelle Bewegungen – etwa des Tankers „Christophe de Margerie" – deuten darauf hin, dass Russland seine Routen verstärkt in Richtung Asien verlagert, um die Abhängigkeit von europäischen Märkten zu verringern und die Flexibilität des Regimes zu erhöhen.

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