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Goldpreis steigt: Fed-Entscheidung und Nahost-Spannungen treiben Kurs

Gold legt deutlich zu, während Anleger die Fed-Zinspause und neue US-Angriffe gegen den Iran verarbeiten.

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Goldpreis steigt: Fed-Entscheidung und Nahost-Spannungen treiben Kurs

Die Goldpreise haben am Donnerstag spürbar zugelegt. Um 09:56 Uhr ET (13:56 Uhr GMT) stieg der Spot-Goldpreis um 0,9 Prozent auf 4.104,21 US-Dollar pro Unze. Gold-Futures kletterten sogar um 1,6 Prozent auf 4.100,50 US-Dollar pro Unze. Auslöser waren gleich mehrere Faktoren: die Neubewertung der Fed-Kommunikation, ein schwächerer US-Dollar sowie eine erneute Eskalation der Spannungen im Nahen Osten.

Im Mittelpunkt der Marktaufmerksamkeit stand die Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve vom Mittwoch. Die Fed ließ die Leitzinsen unverändert, doch Fed-Vorsitzender Kevin Warsh bekräftigte das Engagement der Zentralbank, die Inflation wieder auf das langjährige Ziel von 2 Prozent zu senken. Zinsentscheidungen sind für den Goldmarkt von zentraler Bedeutung, da das Zinsniveau die Attraktivität des unverzinsten Edelmetalls direkt beeinflusst.

Bemerkenswert ist die Verschiebung der Markterwartungen: Laut CME FedWatch preisen die Märkte nun eine Wahrscheinlichkeit von rund 58 Prozent für eine Zinserhöhung im September ein – gegenüber etwa 81 Prozent vor der geldpolitischen Bekanntgabe der Fed. Diese deutliche Neubewertung spricht dafür, dass Anleger die Zinspolitik nun als weniger restriktiv einschätzen als zuvor, was Gold als Anlage attraktiver macht.

Schwächerer Dollar begünstigt Goldkäufe

Zusätzlichen Rückenwind erhielt Gold durch einen nachgebenden US-Dollar-Index, der den Greenback gegenüber einem Korb globaler Währungen abbildet. Ein schwächerer Dollar macht Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums günstiger und steigert damit die internationale Nachfrage nach dem Edelmetall. Dieser Mechanismus ist ein klassischer Treiber für Goldpreisanstiege.

Auf der geopolitischen Seite sorgte eine neue Eskalation im Nahen Osten für zusätzliche Unsicherheit an den Märkten. Die USA starteten über Nacht neue Angriffe gegen den Iran. Das US Central Command bezeichnete die Attacken als „kraftvolle Antwort" auf versuchte iranische Angriffe auf amerikanische Streitkräfte. US-Präsident Donald Trump hatte zuvor Vergeltung gegen Teheran angekündigt, nachdem das Militär nach eigenen Angaben einen überraschenden iranischen Angriff auf US-Truppen abgefangen hatte.

Die Eskalation hielt die Ölpreise auf hohem Niveau, da die Märkte das Risiko weiterer Störungen der Energieversorgung einpreisten. Verschärft wurde die Lage durch Warnungen der vom Iran unterstützten Huthi im Jemen, saudi-arabische Schiffe ins Visier zu nehmen, die den Indischen Ozean erreichen wollen. Dies veranlasste einige Tanker bereits dazu, auf alternative Routen auszuweichen.

PCE-Kerninflation sinkt – aber bleibt über Fed-Ziel

Die anhaltende Stärke an den Energiemärkten nährt die Sorge, dass die Inflation hartnäckig hoch bleiben könnte – und die Fed zu einer weiteren geldpolitischen Straffung zwingen könnte. Neue Daten vom Donnerstag lieferten jedoch ein gemischtes Bild: Der Kernindex der persönlichen Konsumausgaben (PCE) – ein von der Fed bevorzugter Inflationsindikator, der Nahrungsmittel und Energie ausklammert – lag im zweiten Quartal bei 3,4 Prozent. Das ist ein Rückgang gegenüber den 4,4 Prozent aus dem ersten Quartal und fiel zudem besser aus als die Prognosen von 3,5 Prozent.

Für Anleger bleibt das Umfeld damit vielschichtig: Geopolitische Risiken, Inflationsunsicherheit und eine neu kalibrierte Fed-Erwartung stützen den Goldpreis. Gleichzeitig zeigen die PCE-Daten, dass der Inflationsdruck zumindest graduell nachlässt – was die Notenbank in ihrer abwartenden Haltung bestärken könnte.

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