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Goldpreis testet $4.000-Marke vor wegweisender Fed-Entscheidung

Gold fällt auf $4.015, Silber verliert 2,8 Prozent – Händler warten auf die US-Notenbank-Entscheidung am Mittwoch.

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Goldpreis testet $4.000-Marke vor wegweisender Fed-Entscheidung

Der Goldpreis steht unter Druck. Am Dienstag notierte der meistgehandelte August-Kontrakt an der Comex bei $4.021,20 pro Unze – ein Tagesminus von 1,4 Prozent. Der Gold-Spotpreis sank bis 10:21 Uhr New Yorker Zeit um 1,5 Prozent auf $4.015,17. Händler positionieren sich vor der mit Spannung erwarteten Zinsentscheidung der US-Notenbank Federal Reserve, die am Mittwoch bekanntgegeben wird.

Silber traf es noch härter: Der September-Kontrakt an der Comex verlor 2,7 Prozent auf $57,14 pro Unze. Der Silber-Spotpreis fiel um 2,8 Prozent auf $56,72 – nur rund $1,60 über dem am 16. Juli erreichten Jahrestief von $55,50. Auch Platin und Palladium notierten schwächer, während der Bloomberg Dollar Spot Index stabil blieb.

Fed im Dilemma zwischen Inflation und Konjunktur

Die Unsicherheit vor der Fed-Sitzung ist ungewöhnlich hoch. Zinsswaps beziffern die Wahrscheinlichkeit einer Erhöhung um einen Viertelprozentpunkt auf etwa eins zu drei – ein für die Maßstäbe der letzten Jahre außergewöhnliches Maß an Ungewissheit so kurz vor einer Notenbanksitzung. Die Währungshüter stecken im Dilemma: Einerseits fielen die Inflationsdaten vom Juni schwächer als erwartet aus, andererseits trieben die Kämpfe zwischen den USA und dem Iran zuletzt die Ölpreise nach oben.

Citadel Securities erwartet eine Zinserhöhung in dieser Woche und argumentiert, dass dieser Schritt die Glaubwürdigkeit von Fed-Chef Kevin Warsh im Kampf gegen die Inflation stärken würde. Höhere Zinsen wirken sich in der Regel negativ auf das unverzinste Edelmetall Gold aus. Goldaktien haben ihre Jahresgewinne bereits wieder abgegeben, da die Wahrscheinlichkeit für Zinserhöhungen gestiegen ist.

Christopher Wong, Stratege bei der Oversea-Chinese Banking Corp, warnte in einer Bloomberg-Notiz: „Selbst wenn die Fed die Zinsen unverändert lässt, könnten eine restriktive Botschaft oder ein klares Signal, dass weitere Straffungen in Betracht gezogen werden, die Realrenditen und den US-Dollar stützen und die Erholung von Gold vorübergehend begrenzen."

Kriegsprämie schwindet – Ölpreis unter Druck

Ein weiterer Belastungsfaktor für Gold ist das Nachlassen der geopolitischen Risikoprämie. Die US-Luftangriffe auf den Iran sind ausgesetzt, während beide Seiten über einen dauerhaften Frieden und die Wiedereröffnung der Straße von Hormus für Öl- und Gasexporte verhandeln. Dies drückte den Preis der Sorte West Texas Intermediate unter $78 pro Barrel – ein Rückgang von mehr als 7 Prozent in der vergangenen Woche. Damit verlor Gold eine seiner wichtigsten Inflationsstützen.

Seit Beginn des Konflikts vor fünf Monaten hat das Edelmetall fast ein Viertel seines Wertes eingebüßt. Dennoch hielt sich der Preis seit Ende Juni nahe der Marke von $4.000, gestützt durch Käufe bei Kursrücksetzern. Physisch hinterlegte Gold-ETFs verzeichneten an fünf aufeinanderfolgenden Tagen Zuflüsse – die längste Gewinnserie seit Mai.

Edelmetallaktien unter starkem Verkaufsdruck

Edelmetallaktien traf die Entwicklung am Dienstag härter als die Metalle selbst. In New York fielen Newmont um 1,7 Prozent, Agnico Eagle um 2,6 Prozent, Barrick um 2,3 Prozent, Wheaton Precious Metals um 2,3 Prozent und Kinross um 2,1 Prozent. Die silberlastigen Werte führten den Rückzug an: Hecla sank um 4,7 Prozent, Buenaventura und Equinox Gold verloren jeweils 4,0 Prozent und Coeur 3,7 Prozent.

Eine Ausnahme bildete Fresnillo mit einem Plus von 2,9 Prozent im US-Handel, nachdem das Unternehmen seine Goldprognose aufgrund eines starken ersten Halbjahres angehoben hatte. Agnico Eagle legt am Mittwoch Ergebnisse für das zweite Quartal vor – das Unternehmen hat allein im Juli mehr als 7 Prozent verloren, nachdem der Abbau im Barnat-Tagebau in Quebec ausgesetzt wurde.

Die Jahresbilanz 2026 fällt für den Sektor insgesamt düster aus. Equinox Gold liegt seit Jahresbeginn mit 35 Prozent im Minus, Gold Fields und Alamos Gold mit jeweils 26 Prozent, Hecla mit 25 Prozent und Fresnillo mit 24 Prozent. Barrick verlor 16 Prozent, Kinross 17 Prozent und Agnico Eagle 14 Prozent. Newmont verzeichnet ein Minus von 8 Prozent. Franco-Nevada ist mit einem Plus von 1,8 Prozent der einzige große Edelmetallwert in der Gewinnzone. Die 50 weltweit größten Bergbauunternehmen verloren im zweiten Quartal insgesamt $228 Milliarden an Marktwert, wobei die Goldproduzenten den größten Anteil daran hatten.

CME Group meldet starkes Debüt für neue Gold-Futures

Positive Nachrichten kamen derweil von der Terminbörse. Die CME Group teilte mit, dass das Debüt-Wochenende des Rund-um-die-Uhr-Handels ihrer Ein-Unzen-Gold-Futures auf eine stärker als erwartete Nachfrage stieß. Knapp 15.000 Kontrakte mit einem Nennwert von rund $60 Millionen wechselten den Besitzer – ein Zeichen dafür, dass das Anlegerinteresse an Gold trotz des aktuellen Gegenwinds strukturell intakt bleibt.

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