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Goldpreis dreht ins Minus – Iran-Konflikt und Zinsen belasten

Steigende Anleiherenditen und Unsicherheit über den Iran-Krieg bremsen die Erholung des Goldpreises am Dienstag.

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Goldpreis dreht ins Minus – Iran-Konflikt und Zinsen belasten

Die Goldpreise haben am Dienstag ihren Erholungskurs nicht fortsetzen können. Der Spot-Goldpreis sank um 0,6 % auf 4.540,77 US-Dollar pro Unze, während Gold-Futures um 0,3 % auf 4.543,62 US-Dollar pro Unze nachgaben. Damit steht das Edelmetall weiterhin unter dem Druck zweier zentraler Belastungsfaktoren: der anhaltenden Unsicherheit über steigende Zinsen und der inflationären Auswirkungen des Iran-Krieges.

Am Montag hatte sich Gold noch von einem über zweieinhalbmonatigen Tief erholt. Schnäppchenkäufe und Hoffnungen auf eine Deeskalation zwischen den USA und dem Iran hatten das Edelmetall zeitweise gestützt. US-Präsident Donald Trump hatte erklärt, er habe einen geplanten Angriff auf den Iran verschoben und die Verhandlungen dauerten an – eine Aussage, die kurzfristig für Erleichterung an den Märkten sorgte.

Iran-Konflikt hält Märkte in Atem

Die Unsicherheit darüber, wann eine Deeskalation tatsächlich eintreten könnte, bleibt jedoch hoch. Anhaltende Lieferunterbrechungen in der Straße von Hormus – einer der wichtigsten Schifffahrtsrouten für Öl weltweit – halten die Märkte in Alarmbereitschaft. Trump hat zudem wiederholt mit weiteren Militäraktionen gegen den Iran gedroht, bevor er im letzten Moment einen Rückzieher machte. Dieses Muster sorgt für erhöhte Volatilität an den globalen Finanzmärkten.

Der allgemeine Marktkonsens geht weiterhin von einem langwierigen Konflikt und anhaltenden Lieferunterbrechungen im Nahen Osten aus. Die Ölpreise gaben nach Trumps Äußerungen zwar nach, konnten aber einen Großteil ihrer jüngsten Gewinne behaupten. Dies spiegelt die anhaltende Sorge der Märkte über die Versorgungslage wider.

Anleiherenditen und Dollar belasten Edelmetalle

Ein weiterer Belastungsfaktor für Gold war der massive Ausverkauf an den globalen Anleihemärkten. Die Renditen 10-jähriger US-Staatsanleihen waren in die Höhe geschossen, da die Märkte zunehmend besorgt über steigende Zinsen und die aus dem Iran-Konflikt resultierende Inflation wurden. Trumps Kommentare halfen zwar, diesen Ausverkauf zu stoppen – die Renditen fielen am Montagabend um 0,6 % –, doch die Erholung blieb fragil.

Auch japanische 10-Jahres-Anleihen kühlten sich leicht von ihren 29-Jahres-Hochs ab. Der US-Dollar stabilisierte sich, als sich der Anleihe-Ausverkauf beruhigte. Für die Edelmetallpreise bot dies jedoch kaum Unterstützung, da ein stärkerer Dollar Gold für internationale Käufer tendenziell verteuert.

Neben Gold standen auch andere Edelmetalle unter Druck. Der Spot-Silberpreis sank um 1,6 % auf 76,3945 US-Dollar pro Unze, während Spot-Platin um 0,5 % auf 1.975,77 US-Dollar pro Unze fiel. Die breite Schwäche im Edelmetallsektor unterstreicht, dass die aktuellen Belastungsfaktoren nicht nur Gold, sondern den gesamten Sektor treffen.

Goldman Sachs bleibt optimistisch

Trotz der kurzfristigen Schwäche gibt es auch bullische Stimmen. Goldman Sachs bekräftigte seinen optimistischen Ausblick für Gold und hält an seinem Kursziel von 5.400 US-Dollar pro Unze zum Jahresende fest. Die US-Investmentbank stützt diese Prognose auf die Erwartung starker Käufe durch Zentralbanken weltweit – ein struktureller Nachfragefaktor, der unabhängig von kurzfristigen geopolitischen Schwankungen wirkt.

Für deutsche Anleger bleibt Gold damit ein zweischneidiges Schwert: Einerseits bietet das Edelmetall in Krisenzeiten traditionell Schutz, andererseits belasten steigende Zinsen und ein fester Dollar den Preis. Die weitere Entwicklung dürfte maßgeblich davon abhängen, wie sich der Iran-Konflikt und die globale Zinspolitik in den kommenden Wochen entwickeln.

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