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Goldman Sachs warnt: Rohöl könnte bei Nahost-Eskalation auf 120 Dollar klettern

Goldman Sachs prognostiziert bei einer Eskalation des Nahost-Konflikts einen Ölpreisanstieg auf bis zu 120 Dollar. Die Investmentbank rät Rohstoff-Anlegern zu breiter Diversifikation über verschiedene Energieträger.

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Goldman Sachs warnt: Rohöl könnte bei Nahost-Eskalation auf 120 Dollar klettern

Die US-Investmentbank Goldman Sachs hat eine alarmierende Einschätzung zum Rohölmarkt veröffentlicht. Falls die Spannungen im Nahen Osten weiter zunehmen, könnte der Preis für ein Barrel der schwarzen Substanz auf bis zu 120 US-Dollar klettern. Dies geht aus einem Research-Papier hervor, das unter anderem von Bloomberg und Investing.com aufgegriffen wurde.

Daan Struyven, der gemeinsam die globale Rohstoffforschung bei Goldman Sachs leitet, erklärte gegenüber Bloomberg TV, dass die aktuellen Ereignisse auf ein steigendes Gefahrenpotenzial hindeuten. Die Beeinträchtigungen der Transportrouten könnten sich noch verstärken und ausweiten. Der jüngste Preisschub hat Rohöl bereits auf das höchste Niveau seit Juli befördert.

Brennpunkt Straße von Hormus

Auslöser der jüngsten Zuspitzung ist der anhaltende Disput zwischen Washington und Teheran um die Straße von Hormus. Diese strategisch bedeutsame Meerenge fungiert als Engpass für den weltweiten Ölverkehr. Medienberichten zufolge haben die Vereinigten Staaten in den letzten Tagen iranische Tanker attackiert. Die Führung in Teheran wiederum hat eine neue Sperrzone nahe der Wasserstraße ausgerufen. Derzeit halten US-Marineeinheiten eine Blockade iranischer Häfen aufrecht und begleiten Schiffe anderer Fördernationen aus dem Gebiet.

Goldman Sachs zeichnet für die weitere Entwicklung zwei eindeutige Szenarien auf. Im sogenannten Upside-Szenario könnte der Ölpreis bei einer weiteren Verschärfung der Lage auf 120 Dollar je Barrel ansteigen. Falls sich die Exporte aus der Gegend hingegen wieder normalisieren, wäre ein Absinken des Brent-Ölpreises auf 80 Dollar denkbar. Zuletzt wurde die Nordseesorte Brent bei 97,55 Dollar gehandelt, ein Plus von 1,32 Prozent. West Texas Intermediate (WTI) notierte bei 92,64 Dollar, ein Anstieg von 1,28 Prozent.

Goldman Sachs plädiert für breite Streuung

Da der seit über einem halben Jahr andauernde Konflikt die Energiepreise in der Breite nach oben treibt, rät Goldman Sachs Investoren davon ab, sich ausschließlich auf Rohöl zu konzentrieren. Insbesondere Erdgas und Diesel haben sich im bisherigen Jahresverlauf deutlich stärker verteuert. Die Dieselpreise haben sich sogar mehr als verdoppelt.

Struyven empfiehlt, geopolitische Risiken über Long-Positionen in globalem Erdgas sowie veredelten Ölprodukten abzusichern. Die Begründung: Die Angebotsschocks auf diesen Märkten fielen schwerwiegender aus als bei Rohöl.

China als Puffer – mit Einschränkungen

Ein bedeutender Faktor bleibt laut der Untersuchung die Rolle der Volksrepublik China. Im Rohölmarkt agiert Peking durch eine Reduzierung der Importe bei steigenden Preisen als „stabilisierende Kraft“. Diese ausgleichende Funktion übt China bei Erdgas und raffinierten Produkten laut Struyven hingegen nicht aus. Für Anleger bedeutet dies: Die Risiken sind ungleichmäßig verteilt, und eine breite Diversifikation über verschiedene Energieträger ist aus Sicht von Goldman Sachs derzeit der sinnvollere Weg.

Die Lage im Nahen Osten bleibt angespannt, und die Märkte reagieren empfindlich auf jede neue Nachricht. Die Prognose von Goldman Sachs macht deutlich, dass das Risiko weiterer Preissteigerungen real ist – ebenso wie die Möglichkeit einer Entspannung, sollte sich die Situation an der Straße von Hormus beruhigen.

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