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Eskalation am Persischen Golf treibt Energiepreise auf neue Höchststände

Die Zuspitzung der Konflikte im Nahen Osten treibt die Öl- und Gaspreise auf neue Höhen, während Analysten vor anhaltenden Versorgungsrisiken warnen und die EIA ihre Preisprognosen nach oben korrigiert.

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Eskalation am Persischen Golf treibt Energiepreise auf neue Höchststände

Die Kampfhandlungen im Nahen Osten verschärfen sich zunehmend und sorgen für tiefgreifende Verwerfungen an den internationalen Rohstoffmärkten. Durch die jüngste Zuspitzung der Konflikte zwischen Washington und Teheran – ausgelöst durch Attacken auf zehn Schiffe in der Straße von Hormus als Vergeltung für die Versenkung von fünf iranischen Öltankern – sind die Notierungen für Erdöl und Erdgas weltweit stark angestiegen. Fachleute der Bank ANZ weisen darauf hin, dass diese Vergeltungsschläge die Transportwege für Rohöl aus dem Golfgebiet mittelfristig beeinträchtigen könnten.

Die Folgen für die Börsen sind erheblich. Der europäische Erdgaspreis (TTF-Benchmark) übersprang erstmals seit Anfang 2023 die Marke von 80 Euro je Megawattstunde, was einem Plus von bis zu 6,8 Prozent gleichkommt. Auch der britische Frontmonats-Kontrakt kletterte auf das höchste Niveau seit Dezember 2022. Zeitweise notierte die Rohölsorte Brent wieder oberhalb der 100-Dollar-Marke pro Fass.

Historische Höchstwerte bei Öl und Gas

Die US-Energiebehörde EIA berichtet, dass die globalen Ölreserven im laufenden Jahr bereits um rund 400 Millionen Barrel zurückgegangen sind. Die Förderausfälle in der Region des Nahen Ostens beliefen sich im August auf 6,7 Millionen Barrel pro Tag. Die EIA hat ihre Preisprognosen für die Sorten Brent und WTI um rund 5 Prozent nach oben korrigiert und rechnet nicht vor dem zweiten Quartal 2027 mit einer Rückkehr zum Vorkrisenniveau.

Zusätzliche Belastungen kommen durch Attacken der Huthi-Rebellen auf saudische Energieanlagen hinzu. Während US-Präsident Donald Trump nach den Zwischenwahlen im November auf ein Ende der Auseinandersetzungen hofft, zeichnen Recherchen des Wall Street Journal ein düsteres Szenario: Demnach warnen seine Berater vor einer Fortsetzung der Kämpfe über das Ende seiner Amtsperiode hinaus.

Europas Gasversorgung bleibt fragil

In Europa ist die Versorgungslage weiterhin kritisch. Die Gasspeicher weisen mit 67,12 Prozent einen deutlich niedrigeren Füllgrad auf als im Vorjahreszeitraum, als der Wert noch bei 79,48 Prozent lag. Dies verschlimmert die ohnehin prekäre Situation auf dem Kontinent, der in hohem Maße auf Energieeinfuhren angewiesen ist.

Die geopolitische Instabilität zwingt auch die Notenbanken zu Gegenmaßnahmen. Kazuyuki Masu, Mitglied des Vorstands der japanischen Zentralbank (BOJ), warnte vor den inflationsfördernden Effekten steigender Energie- und Chemikalienpreise. Da Unternehmen die höheren Kosten zunehmend an die Endverbraucher weiterreichen, wächst der Druck auf die BOJ, die Leitzinsen anzuheben.

Marktbeobachter rechnen bei der nächsten Sitzung mit einer Anhebung des Leitzinses von aktuell 1 Prozent auf 1,25 Prozent, gefolgt von weiteren Schritten bis auf 1,75 Prozent im Jahr 2027. Die Notenbank steht vor der Herausforderung, die Realzinsen aus dem negativen Bereich in die neutrale Zone von 1,1 bis 2,5 Prozent zu überführen, während sie gleichzeitig auf die schwankungsanfälligen externen Faktoren des Energiepreisschubs reagieren muss.

Für Investoren in rohstoffnahe Anlagen bedeutet die Entwicklung eine zweifache Herausforderung: Steigende Energiepreise befeuern die Inflation und belasten zugleich die Konjunktur. Die Ungewissheit über den weiteren Verlauf der Ereignisse im Nahen Osten bleibt groß, und eine baldige Beruhigung der Lage ist nach Einschätzung der Experten nicht absehbar.

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