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Chip-Euphorie trifft auf Ölschock: Märkte im Spannungsfeld

Eskalation im Iran-Konflikt treibt Ölpreise um fast 10% in drei Tagen – Chiphersteller-Begeisterung kann Verluste kaum ausgleichen.

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Chip-Euphorie trifft auf Ölschock: Märkte im Spannungsfeld

Die globalen Finanzmärkte stehen unter erheblichem Druck: Die USA bombardierten den Iran den zweiten Tag in Folge, der Iran griff im Gegenzug US-Stützpunkte am Golf an, und die Ölpreise sind innerhalb von nur drei Tagen um fast 10% gestiegen. US-Präsident Donald Trump erklärte am Mittwoch das Interimsabkommen mit dem Iran sowie alle weiteren Gespräche zur Beendigung des Krieges für „beendet". Ein kleiner Lichtblick bleibt: Der Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Straße von Hormus läuft trotz der Gefahr weiterhin – wenn auch mit verringertem Volumen.

Die asiatischen Aktienmärkte zeigten zunächst eine bemerkenswerte Widerstandsfähigkeit. Anleger nutzten Kursrückgänge bei Chipherstellern für Käufe und hofften auf einen weiteren sogenannten „TACO"-Moment. Doch die Erholung hielt nicht lange an. Japans Nikkei notierte zuletzt noch 1,8% im Plus und beendete damit eine dreitägige Verlustserie. Der südkoreanische KOSPI stieg zunächst um 4%, drehte dann jedoch ins Minus und erreichte ein Sieben-Wochen-Tief.

Die europäischen Börsen entzogen sich dem negativen Trend: Regionale Aktien-Futures stiegen um 0,8%. Die Futures an der Wall Street notierten dagegen weitgehend unverändert.

Chip-Sektor mit starken Signalen

Der Enthusiasmus im Chipsektor ist nicht völlig unbegründet. Die Nachfrage nach dem US-Aktienangebot von SK Hynix war mehr als siebenmal so hoch wie die verfügbaren Aktien – ein deutliches Zeichen für das anhaltende Anlegerinteresse an Halbleitern. Zudem wird Chinas führender Speicherchiphersteller ChangXin Memory Technologies (CXMT) am kommenden Mittwoch mit dem Bookbuilding für seinen Börsengang in Shanghai beginnen. Diese Entwicklungen befeuern die Hoffnungen auf eine anhaltende Nachfrage im Technologiesektor.

Der Anleihenmarkt sendet jedoch deutliche Warnsignale. Der Ausverkauf bei Staatsanleihen trieb die Rendite 10-jähriger japanischer Staatsanleihen auf ein 30-Jahres-Hoch von 2,885%. Der Anstieg der Ölpreise trifft Asien aufgrund der starken regionalen Abhängigkeit von Energieimporten besonders hart – ein strukturelles Problem, das die wirtschaftlichen Risiken in der Region verschärft.

Fed unter Druck – Zinserhöhungen wieder im Gespräch

Das Risiko eines erneuten Energieschocks veranlasste die Märkte dazu, ihre Wetten auf eine Zinserhöhung durch die US-Notenbank Federal Reserve in diesem Jahr zu erhöhen. Fed-Funds-Futures signalisieren nun eine geldpolitische Straffung um 38 Basispunkte in diesem Jahr – damit kehren die Erwartungen auf das Niveau von vor einer Woche zurück. Das Protokoll der jüngsten Fed-Sitzung offenbarte zudem, dass einige Entscheidungsträger bereits im vergangenen Monat für eine Zinserhöhung gestimmt hätten.

An den Devisenmärkten zeigte sich hingegen relative Ruhe. Der US-Dollar blieb gegenüber den wichtigsten Währungen weitgehend stabil. Gegenüber dem japanischen Yen notierte er bei 162,48 – nur geringfügig schwächer als das jüngste 40-Jahres-Hoch von 162,84. Spekulanten bleiben vorsichtig angesichts möglicher Interventionen der japanischen Währungsbehörden.

Die Risikobilanz deutet weiterhin auf höhere Ölpreise hin. Der Iran scheint entschlossen, seinen Einfluss auf die Schifffahrt in der Straße von Hormus geltend zu machen, während Washington und die Golfstaaten auf der Wahrung der Schifffahrtsfreiheit bestehen. Diese Pattsituation schafft die Voraussetzungen für eine langwierige Krise mit weitreichenden Folgen für die globale Energieversorgung.

Für Aktienanleger bedeutet dies eine schwierige Abwägung: Höhere Ölpreise heizen die Inflation an und zwingen die Fed zu einer strafferen Geldpolitik – beides belastet die Bewertungen an den Aktienmärkten. Im weiteren Tagesverlauf könnte sich der Präsident der New Yorker Fed, John Williams, zu den Zinsen äußern. Ebenfalls auf der Agenda stehen das Protokoll der EZB-Ratssitzung vom Juni sowie Auftritte der Dallas-Fed-Präsidentin Lorie Logan und der stellvertretenden BoE-Gouverneurin Sarah Breeden bei einer Veranstaltung in New York.

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