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BLSA und Eskom legen Streit bei: Unabhängiger Netzbetreiber mit Übertragungsassets

BLSA und Eskom haben ihren Streit um die Strommarkt-Reform beigelegt und unterstützen nun gemeinsam einen unabhängigen Übertragungsnetzbetreiber mit den Netzassets im Wert von rund 110 Milliarden Rand. Die Einigung sieht einen abgestuften Umsetzungsprozes

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BLSA und Eskom legen Streit bei: Unabhängiger Netzbetreiber mit Übertragungsassets

Business Leadership South Africa (BLSA) und der staatliche Energieversorger Eskom haben ihren öffentlich ausgetragenen Konflikt um die Neuordnung des Unternehmens beigelegt. In einer gemeinsamen Stellungnahme bekunden beide Seiten ihre Zustimmung zur Etablierung eines eigenständigen Übertragungsnetzbetreibers (TSO), in dessen Verantwortung auch die Netzinfrastruktur übergehen soll. Zugleich sicherten sie zu, über weiterhin offene Fragen der Umsetzung im Dialog zu bleiben.

Der Disput hatte sich zugespitzt, nachdem Eskom nur zögerlich auf eine von der Regierung abgesegnete Reform reagiert hatte. Diese sah die Gründung eines separaten, in Staatshand verbleibenden TSO außerhalb des Eskom-Konzerns vor; der Wert der Übertragungsassets wurde dabei auf rund 110 Milliarden Rand beziffert. Unterstützung erhielt das Konzept durch einen Phase-1-Bericht des Eskom Restructuring Task Teams.

Wurzeln der Auseinandersetzung

Das Task Team war im Anschluss an die Rede des südafrikanischen Präsidenten Cyril Ramaphosa zur Lage der Nation ins Leben gerufen worden. In seiner Ansprache hatte Ramaphosa ausdrücklich einen Eskom-Vorschlag zurückgewiesen, wonach ein TSO zwar den Netzbetrieb und den Markt steuern, die Übertragungsassets jedoch bei einer Konzerntochter der Eskom Holdings verbleiben sollten.

Nachdem der Präsident den Phase-1-Bericht gebilligt hatte, beharrte BLSA darauf, dass eine eigenständige Einheit mit den Netzassets unverzichtbar sei, um faire Wettbewerbsbedingungen in einem Strommarkt im Wandel zu gewährleisten. Eskom wiederum – allen voran Vorstandschef Mteto Nyati – wies auf die Gefahren eines solchen Transfers für das Unternehmen und seine Anleihegläubiger hin. Der Versorger sprach sich dafür aus, den TSO zunächst ohne diese Vermögenswerte zu starten.

Annäherung nach konstruktivem Austausch

In ihrer gemeinsamen Erklärung verwiesen die beiden Organisationen auf „direkte und konstruktive Gespräche“ zum Stromreformprogramm, die auf Initiative von Nyati zustande gekommen waren. „Beide Organisationen unterstützen voll und ganz das Stromreformprogramm unter der Führung der Regierung, einschließlich der Arbeit des Eskom Restructuring Task Teams und des jetzt laufenden Prozesses der Phase 2“, heißt es darin.

Weiter wird ausgeführt: „Wir unterstützen das vom Präsidenten nach dem ersten Phasenbericht des Task Teams gebilligte Ergebnis – die Einrichtung eines unabhängigen TSO mit den Übertragungsassets –, umgesetzt durch einen sorgfältig abgestuften Prozess, der die finanzielle Nachhaltigkeit von Eskom wahrt, die Rechte der Kreditgeber respektiert und die Energiesicherheit des Landes schützt.“

Sich ergänzende Ziele

„Wir betrachten erfolgreiche Reformen und eine finanziell nachhaltige Eskom als komplementäre Ziele, nicht als konkurrierende“, ergänzt die Stellungnahme. Zugleich räumten Eskom und BLSA ein, dass man sich nicht in jedem Detail der Umsetzung einig sein werde. „Wo Differenzen auftreten, sind wir bereit, direkt und sachlich zu verhandeln.“

Die Einigung fällt in eine kritische Phase für Südafrika. Massive Stromausfälle bremsen das Wirtschaftswachstum des Landes erheblich. „Die Beschleunigung des Wirtschaftswachstums in Südafrika und der davon abhängigen Arbeitsplätze erfordern, dass diese Reformen erfolgreich sind, und beide Organisationen sind entschlossen, ihren Teil dazu beizutragen, dies zu erreichen“, schließt die gemeinsame Erklärung.

Für Anleger ist der Vorgang von Belang, da Eskom als Staatsversorger mit Anleihen am Kapitalmarkt vertreten ist. Eine finanziell tragfähige Lösung unter Wahrung der Gläubigerinteressen könnte die Risikoeinschätzung der Eskom-Papiere verbessern. Der nun gewählte Weg eines schrittweisen Vorgehens soll sowohl die Reformziele verwirklichen als auch die finanzielle Stabilität des Konzerns absichern.

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