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Bernstein hebt Goldpreis-Ziel auf 4.533 Dollar für 2026

Zentralbanknachfrage und eine zurückhaltende Fed treiben laut Bernstein den Goldpreis in der zweiten Jahreshälfte 2026 weiter nach oben.

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Bernstein hebt Goldpreis-Ziel auf 4.533 Dollar für 2026

Das Analysehaus Bernstein hat seine Goldpreis-Prognose für das Jahr 2026 angehoben und nennt zwei zentrale Treiber: die anhaltende Nachfrage der Zentralbanken sowie eine US-Notenbank (Federal Reserve), die voraussichtlich keinen aggressiven Zinserhöhungszyklus einleiten wird. Das neue Kursziel für Gold liegt bei 4.533 US-Dollar pro Unze für das Gesamtjahr 2026, mit einem spezifischen Ziel von 4.375 US-Dollar pro Unze für die zweite Jahreshälfte. Die Preisziele bis 2030 bleiben unverändert.

Bernstein erklärt den jüngsten Rückgang des Goldpreises mit der klassischen inversen Korrelation zwischen Realzinsen und Gold. Im zweiten Quartal 2026 war diese Wechselwirkung laut den Analysten „deutlich erkennbar": Die Realzinsen stiegen von 2,00 Prozent Anfang April auf 2,28 Prozent Ende Juni, was den Goldpreis von 4.650 US-Dollar pro Unze auf rund 4.000 US-Dollar pro Unze drückte. Diese Dynamik ist für Goldanleger von zentraler Bedeutung, da steigende Realzinsen die Opportunitätskosten des zinslosen Edelmetalls erhöhen.

Fed-Politik als entscheidender Faktor

Trotz Spekulationen über mögliche Zinserhöhungen der Fed – ausgelöst durch Revisionen der Inflationsprognosen Mitte Juni – zeigen sich die Bernstein-Ökonomen gelassen. Sie prognostizieren „für die nächsten 12 Monate keine höheren Leitzinsen". Darüber hinaus verweisen sie darauf, dass sich die Fed auf „keine oder nur 1-2 Erhöhungen" beschränken könnte, da US-Präsident Donald Trump eine Begrenzung der Zinssätze bevorzuge.

Diese Einschätzung hat direkte Folgen für den Goldmarkt: Bernstein erwartet „begrenzte ETF-Abflüsse", die typischerweise in einem Umfeld steigender Zinsen auftreten. Gold-ETFs sind für viele institutionelle und private Anleger das bevorzugte Instrument zur Goldanlage, weshalb Zu- oder Abflüsse aus diesen Produkten den Goldpreis maßgeblich beeinflussen können.

Zentralbanken als Haupttreiber der Goldnachfrage

Das Herzstück der bullischen These von Bernstein ist die anhaltende Diversifizierung der Währungsreserven durch Zentralbanken weltweit in Gold. Als Beleg zitiert die Bank die Umfrage des World Gold Council zu den Goldreserven der Zentralbanken für 2026. Die Ergebnisse sind bemerkenswert:

  • 89 Prozent der befragten Zentralbanken erwarten einen Anstieg der weltweiten Goldreserven in den nächsten 12 Monaten
  • Ein Rekordwert von 45 Prozent der Zentralbanken plant, die eigenen Goldbestände aktiv aufzustocken

Diese Zahlen unterstreichen den strukturellen Rückenwind für den Goldpreis, der über kurzfristige Zinsschwankungen hinausgeht. Zentralbanken kaufen Gold vor allem zur Absicherung gegen geopolitische Risiken und zur Reduzierung der Abhängigkeit vom US-Dollar.

Risiken im Blick behalten

Bernstein benennt jedoch auch die wesentlichen Risiken für diesen positiven Ausblick. Als größte Gefahr gilt eine hartnäckiger als erwartet ausfallende Inflation, die die Fed zu aggressiveren Zinserhöhungen zwingen könnte als derzeit angenommen. Ein solches Szenario würde die Realzinsen stärker ansteigen lassen und den Goldpreis unter Druck setzen – ähnlich wie bereits im zweiten Quartal 2026 beobachtet. Anleger sollten dieses Risiko bei ihrer Positionierung im Edelmetallsektor im Auge behalten.

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