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US-Rohölimporte aus dem Nahen Osten auf Rekordhoch seit Iran-Krieg

Im August erreichen die US-Rohölimporte aus dem Nahen Osten rund 600.000 Barrel täglich – der höchste Stand seit Kriegsbeginn.

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US-Rohölimporte aus dem Nahen Osten auf Rekordhoch seit Iran-Krieg

Die USA importieren im August so viel Rohöl aus dem Nahen Osten wie seit dem Beginn des Iran-Krieges nicht mehr. Schiffsverfolgungsdaten zeigen, dass die Importe auf rund 600.000 Barrel pro Tag ansteigen werden. Fast ein Dutzend Tanker mit Rohöl aus der Region befinden sich derzeit auf dem Weg zu US-Häfen.

Der Anstieg hat zwei wesentliche Ursachen: eine vorübergehende Öffnung der Straße von Hormus sowie die Umleitung von saudischem Öl durch den Suezkanal. Amerikanische Raffinerien und Händler reagierten schnell und sicherten sich jene Bestände, die die Meerenge verlassen konnten. Möglich wurde dies durch eine Absichtserklärung zwischen den USA und dem Iran im Juni, die Schiffen das Verlassen des maritimen Nadelöhrs ermöglichte.

Saudisches Öl nimmt den Umweg über den Suezkanal

Saudi-Arabien hat seine Rohölförderung über die Ost-West-Pipeline in den Hafen Yanbu am Roten Meer umgeleitet. Damit umgeht das Königreich die Straße von Hormus und entgeht so dem Risiko iranischer Angriffe auf die Schifffahrt in der Meerenge. Die Ladungen aus Yanbu werden anschließend durch den Suezkanal in die Vereinigten Staaten transportiert.

Im vergangenen Monat begannen die vom Iran unterstützten Huthi-Milizen im Jemen eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien. Die Gefahr von Angriffen in der Meerenge Bab al-Mandab am südlichen Ende des Roten Meeres hat viele Tanker gezwungen, nach Norden auszuweichen und den Weg über den Suezkanal zu wählen. Diese geopolitische Lage verändert die globalen Ölhandelsströme erheblich.

Geografischer Vorteil für US-Häfen

Die Nordroute über den Suezkanal begünstigt die Vereinigten Staaten gegenüber asiatischen Abnehmern. Die Entfernung vom Suezkanal zu US-Häfen ist kürzer als die Route nach Asien, was die Exporte aus der Region in die USA erhöht. Schiffe, die die Nordroute nutzen, könnten zwar weiterhin Asien ansteuern, doch die Reise würde fast vier Wochen länger dauern als üblich und die Transportkosten deutlich erhöhen.

Für deutsche und europäische Beobachter ist die Entwicklung bedeutsam: Die Umleitung großer Ölmengen durch den Suezkanal und die anhaltenden Spannungen rund um die Straße von Hormus sowie Bab al-Mandab beeinflussen die globalen Energiemärkte und Frachtkosten. Die Straße von Hormus gilt als eine der wichtigsten Energieversorgungsrouten der Welt – rund 20 Prozent des weltweit gehandelten Öls passieren die Meerenge. Jede Störung dort hat unmittelbare Auswirkungen auf die internationalen Ölpreise und damit auch auf die Energiekosten in Europa.

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