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US-Bohranlagen steigen zum sechsten Mal in sieben Wochen

Baker Hughes meldet weiteren Anstieg: Die Gesamtzahl der aktiven Öl- und Gasbohranlagen erreicht 588 – neun Prozent über Vorjahr.

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US-Bohranlagen steigen zum sechsten Mal in sieben Wochen

US-Energieunternehmen haben ihre Bohraktivitäten in der Woche zum 31. Juli erneut ausgeweitet. Laut den am Freitag veröffentlichten Daten des Dienstleisters Baker Hughes (NYSE: BKR) ist dies bereits der sechste Anstieg innerhalb von sieben Wochen. Die Gesamtzahl der aktiven Öl- und Gasbohranlagen stieg um eine Einheit auf 588 – das sind 48 Anlagen oder rund 9 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Der Anstieg geht vor allem auf den Ölsektor zurück. Die Zahl der Ölbohranlagen erhöhte sich um eine auf 451 und erreichte damit den höchsten Stand seit Mitte Juli. Die Gasbohranlagen blieben unverändert bei 127, die sonstigen Anlagen verharrten bei 10.

Mehrjähriger Rückgang als Hintergrund

Der aktuelle Aufwärtstrend steht im Kontrast zu den Entwicklungen der vergangenen Jahre. Die Anzahl der Öl- und Gasbohranlagen war 2025 um 7 Prozent, 2024 um 5 Prozent und 2023 sogar um 20 Prozent gesunken. Hintergrund war der Rückgang der US-Ölpreise, der Energieunternehmen dazu veranlasste, Aktionärsrenditen und den Schuldenabbau gegenüber dem Produktionswachstum zu priorisieren. Investitionen in neue Bohraktivitäten wurden entsprechend zurückgefahren.

Dieser Strategiewechsel hin zu Kapitaleffizienz statt Mengenwachstum prägte die US-Ölindustrie über mehrere Jahre hinweg und spiegelt sich in den deutlich niedrigeren Bohranlagenzahlen im Vergleich zu früheren Hochphasen wider.

Preisausblick und Produktionsprognosen

Für die Zukunft zeichnet sich eine Trendwende ab. Es wird erwartet, dass die Preise für die US-Rohölsorte West Texas Intermediate (WTI) im Jahr 2026 steigen werden – unter anderem aufgrund von Versorgungsunterbrechungen infolge des Iran-Krieges. In den Jahren 2023, 2024 und 2025 hatten die WTI-Preise jeweils Rückgänge verzeichnet.

Die US-Energiebehörde Energy Information Administration (EIA) prognostiziert, dass die amerikanische Rohölproduktion von einem Rekordwert von 13,6 Millionen Barrel pro Tag im Jahr 2025 auf 13,8 Millionen Barrel pro Tag im Jahr 2026 steigen wird. Damit würde die US-Produktion erneut ein historisches Allzeithoch erreichen.

Auch beim Erdgas erwartet die EIA Rekordwerte. Die Produktion soll von 107,7 Milliarden Kubikfuß pro Tag im Jahr 2025 auf 111,3 Milliarden Kubikfuß pro Tag im Jahr 2026 klettern. Als Treiber nennt die Behörde die steigende Nachfrage zur Stromerzeugung in Rechenzentren sowie wachsende Exporte von Flüssigerdgas (LNG) – zwei Trends, die den US-Gasmarkt strukturell verändern.

Bedeutung für den Energiemarkt

Der wöchentliche Baker-Hughes-Bohranlagenbericht gilt als wichtiger Frühindikator für die künftige Öl- und Gasproduktion in den USA. Eine steigende Anzahl aktiver Bohranlagen signalisiert, dass Energieunternehmen wieder mehr in die Erschließung neuer Vorkommen investieren – was mittelfristig das Angebot erhöhen und Preisbewegungen beeinflussen kann. Für deutsche Anleger, die in US-Energiewerte oder Rohstoff-ETFs investiert sind, liefern diese Daten wichtige Hinweise auf die Entwicklung des globalen Ölmarkts.

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