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Südkorea plant 19,8-Milliarden-Dollar-Investition in texanisches LNG-Kraftwerk

Seoul prüft den Bau eines Flüssigerdgas-Kraftwerks in Texas – als erstes Projekt im Rahmen eines bilateralen Handelsabkommens mit den USA.

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Südkorea plant 19,8-Milliarden-Dollar-Investition in texanisches LNG-Kraftwerk

Südkorea erwägt eine milliardenschwere Investition in die US-amerikanische Energieinfrastruktur. Wie die Korea Economic Daily am Dienstag unter Berufung auf namentlich nicht genannte Regierungsbeamte berichtete, prüft Seoul eine potenzielle Investition von 19,8 Milliarden US-Dollar in ein Flüssigerdgas-GuD-Kraftwerk (LNG) im texanischen Encinal. Das Projekt wäre das erste seiner Art im Rahmen der südkoreanischen Verpflichtung, im Zuge eines bilateralen Handelsabkommens in den Vereinigten Staaten zu investieren.

Das geplante Kraftwerk soll über eine beachtliche Erzeugungskapazität von 6,3 Gigawatt verfügen. Als Schlüsselfaktor für die Standortwahl nannten Regierungsvertreter das stabile Geschäftsmodell des Projekts. Dieses wird maßgeblich durch Pläne zur Stromversorgung nahegelegener Rechenzentren gestützt – ein Sektor, der in den USA derzeit einen enormen Energiebedarf verzeichnet.

Grünes Licht von Trump erforderlich

Bevor das Vorhaben offiziell als erste US-Investitionsinitiative Südkoreas im Rahmen des Handelsabkommens bestätigt werden kann, benötigt es die Zustimmung von US-Präsident Donald Trump. Die südkoreanische Regierung führt derzeit abschließende Konsultationen mit dem US-Handelsministerium. Bereits im nächsten Monat könnte Seoul eine Prüfung durch den strategischen Investitionsausschuss zwischen Korea und den USA beantragen, bevor der US-Investitionsausschuss formell benachrichtigt wird.

Für das Projekt wurden bereits wichtige Grundlagen geschaffen: Sowohl der Standort der Anlage als auch langfristige LNG-Lieferverträge sind bereits gesichert. Der kommerzielle Betrieb der ersten Phase soll planmäßig im Jahr 2030 aufgenommen werden. Dies unterstreicht den fortgeschrittenen Planungsstand des Vorhabens trotz noch ausstehender politischer Genehmigungen.

Südkoreanisches Ministerium bestätigt laufende Prüfung

Das südkoreanische Industrieministerium bestätigte, dass eine Prüfung des Projekts derzeit im Gange sei. Gleichzeitig betonte das Ministerium, dass noch keine endgültige Entscheidung über das erste Projekt im Rahmen des Handelsabkommens getroffen worden sei. Die Aussage verdeutlicht, dass sich das Vorhaben zwar in einem fortgeschrittenen Stadium befindet, die finale politische Weichenstellung jedoch noch aussteht.

Für deutsche Anleger und Beobachter des Energiesektors ist das Projekt aus mehreren Gründen bemerkenswert. Es zeigt einerseits, wie eng Handels- und Energiepolitik in der aktuellen geopolitischen Lage miteinander verknüpft sind. Andererseits verdeutlicht die Verknüpfung des Kraftwerks mit der Stromversorgung von Rechenzentren den wachsenden Energiehunger der digitalen Infrastruktur – ein Trend, der auch in Europa zunehmend an Bedeutung gewinnt. Ein 6,3-Gigawatt-Kraftwerk entspricht in etwa der Leistung von sechs modernen Kernkraftwerksblöcken und würde einen substanziellen Beitrag zur texanischen Energieversorgung leisten.

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