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Straße von Hormus: Schiffsverkehr bricht ein, Iran-Deal in weiter Ferne

Nur noch sechs Schiffe passierten die Straße von Hormus – während Hoffnungen auf ein US-Iran-Abkommen schwinden und Ölpreise steigen.

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Straße von Hormus: Schiffsverkehr bricht ein, Iran-Deal in weiter Ferne

Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist am Montag auf lediglich sechs Schiffe gesunken. Das geht aus Schifffahrtsdaten des Analyseunternehmens Kpler hervor, über die Reuters berichtete. Damit liegt der Wert deutlich unter dem Zehn-Tage-Durchschnitt von rund elf Schiffen – und weit entfernt vom Niveau vor Ausbruch des Iran-Krieges Ende Februar.

Vor dem Konflikt passierten täglich etwa 130 bis 140 Schiffe die strategisch bedeutsame Meerenge, die eine der wichtigsten Wasserstraßen der Welt für den globalen Energiehandel darstellt. Seitdem ist die Straße von Hormus faktisch vom Iran gesperrt. Unter den sechs Schiffen, die die Meerenge am Montag passierten, befanden sich vier Rohstoffschiffe – darunter zwei leere Produktentanker – sowie ein kleiner Tanker mit verflüssigtem Erdgas (LNG) und ein weiteres Schiff mit Rückstandsbrennstoffen.

Diplomatische Hoffnungen zerschlagen sich

Die Aussichten auf eine baldige diplomatische Lösung haben sich zuletzt deutlich eingetrübt. Noch in der vergangenen Woche herrschte Optimismus über ein unmittelbar bevorstehendes Abkommen zwischen den USA und dem Iran – doch dieser ist inzwischen fast vollständig verflogen. Auslöser war eine am Wochenende veröffentlichte Liste neuer Forderungen des Irans, die US-Präsident Donald Trump scharf kritisierte.

Besonders der iranische Wunsch nach Reparationszahlungen für Kriegsschäden sorgte für Empörung in Washington. Trump bezeichnete dies als neue Forderung, die iranische Unterhändler zuvor nicht erhoben hätten. Er konterte, dass vielmehr der Iran Entschädigungen zahlen müsse – „für all die Menschen, die sie mit ihren Straßenbomben und in vielen Konflikten getötet und schwer verwundet haben", so der US-Präsident vor Journalisten.

Trump behauptete zudem, die USA hätten eine „100%"-Kontrolle über die Straße von Hormus. Er räumte zwar ein, dass der Iran in der Region „Ärger machen" könne, argumentierte jedoch, dass die wirtschaftliche Belastung das Land allmählich treffe. „Sie sind pleite, sie haben kein Geld", sagte Trump.

Ölpreise reagieren mit Anstieg

Die Rohölpreise, die in den vergangenen Tagen aufgrund schwankender Erwartungen hinsichtlich eines möglichen Abkommens volatil waren, legten am Dienstag deutlich zu. Die Futures für die Nordseesorte Brent, die weltweite Referenzsorte für Rohöl, notierten zuletzt rund 2,5 Prozent höher bei 89,89 US-Dollar pro Barrel. Die Straße von Hormus gilt als Nadelöhr für einen erheblichen Teil der globalen Ölversorgung, weshalb jede Eskalation oder Entspannung dort unmittelbare Auswirkungen auf die Energiemärkte hat.

Zusätzliche Spannungen entstanden durch einen Vorfall im benachbarten Golf von Oman. Die britische Schifffahrtsbehörde United Kingdom Maritime Trade Operations (UKMTO) meldete am Dienstag einen Zwischenfall zwischen einem Tanker und Streitkräften in der Region. In einem auf sozialen Medien veröffentlichten Hinweis forderte die UKMTO alle Schiffe auf, sich des „sich entwickelnden operativen Umfelds" bewusst zu bleiben. Die Behörden seien „informiert, und entsprechende Untersuchungen dauern an", hieß es weiter. Weitere Details wurden nicht genannt.

Die Lage rund um die Straße von Hormus bleibt damit für internationale Schifffahrt und Energiemärkte gleichermaßen angespannt. Solange keine diplomatische Einigung zwischen Washington und Teheran in Sicht ist, dürfte der eingeschränkte Schiffsverkehr durch die Meerenge anhalten – mit entsprechenden Folgen für die globale Ölversorgung und die Preise an den Rohstoffmärkten.

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