Sibanye-Stillwater gibt Startschuss für Burnstone und Mount Lyell
Sibanye-Stillwater hat die Projekte Burnstone (Gold, Südafrika) und Mount Lyell (Kupfer, Gold, Silber, Tasmanien) genehmigt – beide verfügen über bestehende Infrastruktur und versprechen eine zügige Wiederinbetriebnahme mit soliden Kapitalwerten.

Der an der Johannesburger Börse gelistete Bergbaukonzern Sibanye-Stillwater hat grünes Licht für zwei neue Vorhaben erhalten: das Goldprojekt Burnstone in Südafrika sowie das Kupfer-Gold-Silber-Vorkommen Mount Lyell im australischen Bundesstaat Tasmanien. Beide Projekte verfügen laut Unternehmensangaben bereits über eine umfangreiche bestehende Infrastruktur und versprechen eine zeitnahe Wiederinbetriebnahme.
Burnstone befindet sich in der Nähe der Stadt Balfour in der südafrikanischen Provinz Mpumalanga. Im stabilen Betriebszustand ist eine jährliche Förderung von rund 130.000 Unzen Gold bei einer Minenlebensdauer von 25 Jahren geplant. Die Lagerstätte liegt in vergleichsweise flachen Gesteinsschichten des South Rand Goldfields im Witwatersrand-Becken.
Mount Lyell, nahe Queenstown auf Tasmanien gelegen, profitiert von langjährigen Betriebserfahrungen und peilt den Produktionsbeginn für Anfang 2029 an. Der vorhandene vertikale Förderschacht, der Abwärtsschacht sowie die Übertage-Infrastruktur von Burnstone ermöglichen den Einsatz einer Trackless-Mobile-Machinery-Flotte (TMM), sodass die Förderung unmittelbar nach Baubeginn im kommenden Jahr starten kann.
Mittelverwendung und Kennzahlen
„Wir zahlen keinen Aufschlag für eine Greenfield-Entwicklung. Hier handelt es sich um eine Investition zum Ersatz von Reserven – eine flachere, risikoärmere Unze, um den Rückgang aus unseren tiefen konventionellen Minen zu kompensieren“, erläuterte Richard Cox, COO South Africa Operations, anlässlich der Vorstellung der überdurchschnittlich dividendenstarken Halbjahreszahlen. Für 2026 hat Sibanye-Stillwater Burnstone ein Kapitalbudget von 98 Millionen Rand zugewiesen, Mount Lyell erhält 7,5 Millionen US-Dollar.
CEO Dr. Richard Stewart zeigte sich zuversichtlich: „Wir sind nicht gezwungen, teure M&A-Prozesse zu durchlaufen. Unser Portfolio enthält Vermögenswerte, die wir selbst entwickeln können – darauf konzentrieren wir uns. Eine äußerst vielversprechende Projekt-Pipeline kommt in Gang.“ Die ersten sechs Monate hätten Sibanye geholfen, seine Strategie deutlich weiter voranzutreiben als noch vor einem Jahr.
Ralph Lombard, Leiter der Projektentwicklung bei Sibanye-Stillwater, bezeichnete Burnstone und Mount Lyell als Beleg für die Stärke, Tiefe und Qualität der unternehmenseigenen Projekt-Pipeline sowie für den disziplinierten Ansatz bei der Kapitalallokation. Im Vollausbau soll Burnstone rund 2.500 Arbeitsplätze schaffen, Mount Lyell etwa 300.
Burnstone: Kapitalwert von 19,2 Milliarden Rand
Burnstone weist einen Nettobarwert (NPV) von 19,2 Milliarden Rand bei einer internen Verzinsung (IRR) von 36 Prozent auf. „Burnstone verfügt bereits über eine erhebliche Menge an erschlossener Infrastruktur. Entscheidend ist, dass unser vertikaler Förderschacht und der Abwärtsschacht vorhanden sind“, erklärte Lombard. Bis 2029 will das Unternehmen hochfahren und einen Erzvorrat für die Aufbereitungsanlage anlegen, die im ersten Quartal 2029 den Betrieb aufnehmen soll.
Derzeit zielt das Projekt auf 2,7 Millionen Unzen ab, die Teil der Reserven sind. Eine erfolgreiche Umsetzung von Burnstone soll künftig weitere 8,9 Millionen Unzen erschließen – die 25-jährige Lebensdauer bezieht sich auf die 2,7 Millionen Unzen.
Mount Lyell: Kupfer, Gold und Silber in Tasmanien
Auch Mount Lyell kann auf eine beträchtliche vorhandene Infrastruktur zurückgreifen. Die anvisierten Erzkörper sind Prince Lyell, Western Tharsis, Cape Horn und Copper Chert. Auf der südwestlichen Seite befindet sich eine vollständig genehmigte Tailings-Entsorgungsanlage. Wie bei Burnstone senkt die bestehende Infrastruktur die Kapitalkosten: Die gesamten Projektmittel bis zum Produktionsanlauf belaufen sich auf rund 340 Millionen US-Dollar.
Bei aktuellen Spotpreisen liegt der NPV von Mount Lyell bei über einer Milliarde US-Dollar, die IRR im Bereich von 28 Prozent. Der nach Steuern berechnete NPV beträgt 550 Millionen US-Dollar bei einer IRR von 20 Prozent. Das Unternehmen beginnt mit den Abwärtsschacht-Arbeiten und will nach rund drei Jahren den vertikalen Schacht einbringen, der den Transport zu einem Konzentrator ermöglicht. Die Mine wurde 2014 vom damaligen Eigentümer stillgelegt; ein wesentlicher Teil der Machbarkeitsstudie konzentrierte sich auf sicherheitsrelevante Fragestellungen.
Verbindlichkeiten, die nach 1999 entstanden sind, muss Sibanye-Stillwater selbst managen; ältere Verpflichtungen übernimmt die Regierung Tasmaniens. Die Mine wird mit Wasserkraft betrieben und liegt auf bereits genutzten Flächen. Die erwartete Produktion im stabilen Zustand beträgt 26.000 Tonnen Kupfer, 16.000 Unzen Gold und 116.000 Unzen Silber bei geschätzten all-in sustaining costs (AISC) von 2,56 US-Dollar pro Pfund. Der Abbau soll 54,6 Millionen Tonnen Reserven und 78,8 Millionen Tonnen Ressourcen erschließen.
Südafrikanische Förderaktivitäten im Umbruch
Die südafrikanischen Aktivitäten von Sibanye-Stillwater erwirtschaften den Großteil des Konzern-Cashflows: Platingruppenmetalle (PGM) und Gold erzielen AISC-Margen von jeweils 44 und 32 Prozent. Bei den PGMs investiert das Unternehmen Kapital in flache, infrastrukturell gestützte Erweiterungen mit einem untertägigen Produktionsprofil von 1,5 Millionen Unzen. Chrom bleibt ein bedeutender Faktor mit einem operativen Gewinn von 1,1 Milliarden Rand; die Brownfield-Projekt-Pipeline umfasst unter anderem Siphumelele und Thembelani in der Umsetzungsphase.
Die Goldförderung lag zwei Prozent niedriger bei 294.000 Unzen, wobei der Tiefbau um neun Prozent zurückging. Der Übertagebergbau stieg um 13 Prozent und macht nun 36 Prozent der Mischung aus – ein struktureller Wandel. DRDGOLD produzierte 2,5 Tonnen Gold, ein Anstieg von zehn Prozent bei der Ausbeute.
CEO Stewart verwies auf die Sicherheitsbilanz: Die Driefontein-Operationen, die zweittiefste Mine der Welt, blieben ein Jahr ohne tödliche Unfälle. „Wir bringen jeden Tag 7.000 Menschen durch mehr als 50 Jahre alte Infrastruktur unter Tage. Wenn uns das in Driefontein geliebt, schaffen wir das überall in unserem Geschäft“, betonte Stewart.
