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Sherritt International plant Rekapitalisierung nach Kuba-Betriebsstopp

Der Nickel- und Kobaltproduzent kämpft mit eingeschränkter Liquidität und sucht dringend neues Kapital für den Neustart.

• 2 Min
Sherritt International plant Rekapitalisierung nach Kuba-Betriebsstopp

Sherritt International Corporation, ein Betreiber von Nickel- und Kobalt-Raffinerien, steht vor einer ernsthaften finanziellen Herausforderung. Das Unternehmen hat öffentlich vor einer eingeschränkten Liquidität gewarnt und weist ausdrücklich auf eine wesentliche Unsicherheit hinsichtlich der Fortführung der Unternehmenstätigkeit hin. Auslöser der Krise sind die Aussetzung der Joint-Venture-Aktivitäten in Kuba sowie die Stilllegung der Raffinerie im kanadischen Alberta – beides eine direkte Folge der US-Sanktionen gegen Kuba.

Trotz der angespannten Lage befindet sich Sherritt nach eigenen Angaben in aktiven Gesprächen mit vorrangigen Kreditgebern und Anleihegläubigern. Ziel dieser Verhandlungen ist eine umfassende Rekapitalisierung, die die Bilanz des Unternehmens stabilisieren und die Wiederaufnahme des normalen Geschäftsbetriebs ermöglichen soll, sobald die äußeren Umstände dies zulassen.

Gestiegene Rohstoffkosten erschweren den Neustart

Ein zusätzliches Problem stellen die deutlich gestiegenen Kosten für wichtige Vorprodukte dar. Insbesondere der Schwefelpreis ist infolge globaler Angebotsbeschränkungen auf historische Höchststände gestiegen. Schwefel ist ein wesentlicher Rohstoff im Nickelraffinierungsprozess, und die verteuerten Beschaffungskosten erhöhen den Kapitalbedarf für einen Neustart der Raffinerie in Alberta sowie des kubanischen Joint Ventures erheblich.

Sherritt selbst bestätigt den hohen Finanzierungsbedarf in einer offiziellen Stellungnahme: „Wir benötigen eine erhebliche Menge an neuem Kapital, um den Neustart und das damit verbundene Betriebskapital zu finanzieren. Wir streben eine Kombination aus staatlicher Unterstützung, unter anderem durch Gillon Capital, strategischen Finanzierungen und Brückenfinanzierungen sowie weiteren Quellen an, um unseren Kapitalbedarf zu decken." Das Unternehmen räumt dabei offen ein, dass eine erfolgreiche Finanzierung nicht garantiert werden kann und möglicherweise nicht zu akzeptablen Bedingungen abgeschlossen werden kann.

Aktienhandel nach Verzögerung wieder aufgenommen

Für Anleger relevant: Die Aktien von Sherritt nahmen am 13. Juli den Handel an der Toronto Stock Exchange (TSX) wieder auf. Zuvor hatte sich die Einreichung der Finanzberichte für das erste Quartal verzögert, was zu einer vorübergehenden Handelsaussetzung geführt hatte. Die Veröffentlichung der Ergebnisse für das zweite Quartal ist für den 12. August geplant.

Sherritt International ist für deutsche Anleger vor allem als Rohstoffproduzent im Bereich kritischer Metalle relevant. Nickel und Kobalt sind Schlüsselrohstoffe für die Batterieproduktion in der Elektromobilität und damit strategisch bedeutsam. Die Abhängigkeit des Unternehmens von seinen kubanischen Aktivitäten und die Auswirkungen der US-Sanktionspolitik verdeutlichen die geopolitischen Risiken, denen Rohstoffunternehmen mit Engagements in sanktionierten Ländern ausgesetzt sind.

Die kommenden Wochen dürften entscheidend sein: Gelingt Sherritt die Rekapitalisierung und sichert das Unternehmen ausreichend Kapital, könnte ein Neustart der Produktionsanlagen in greifbare Nähe rücken. Scheitern die Verhandlungen, droht dem Unternehmen eine deutlich schwierigere Zukunft. Anleger sollten die Quartalsergebnisse am 12. August sowie weitere Meldungen zu den Finanzierungsgesprächen genau beobachten.

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