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Rekord-Deal für Erdwärme: Fervo liefert Google 400 Megawatt aus Utah

Fervo hat mit Google einen Stromliefervertrag über knapp 400 Megawatt geschlossen. Das Cape-Station-Projekt in Utah soll ab 2028 laufen und setzt auf verbesserte Geothermie-Technologie aus der Öl- und Gasindustrie.

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Rekord-Deal für Erdwärme: Fervo liefert Google 400 Megawatt aus Utah

Der US-Geothermie-Spezialist Fervo hat mit der Google-Mutter Alphabet den größten Stromabnahmevertrag der eigenen Firmengeschichte unter Dach und Fach gebracht. Die Vereinbarung sieht die Lieferung von knapp 400 Megawatt elektrischer Leistung aus einem Vorhaben im Südwesten Utahs vor. Fervo will diese Anlage zur leistungsstärksten der Welt für verbesserte Erdwärmenutzung ausbauen. Die Kapazität genügt, um den Strombedarf einer Mittelstadt zu decken.

Ab dem Jahr 2028 soll das Cape-Station-Projekt in Utah die elektrische Energie an Google liefern. Der Technologieriese plant, den Strom für ein Rechenzentrum im selben Bundesstaat zu verwenden – der genaue Standort dafür steht jedoch noch nicht fest. Vor dem Baubeginn muss das in Houston ansässige Unternehmen Fervo noch Abstimmungen mit den örtlichen Gemeinden vornehmen sowie behördliche Genehmigungen auf staatlicher und lokaler Ebene einholen.

Rückgriff auf Verfahren aus der Erdöl- und Erdgasförderung

Bei seiner Technologie greift Fervo auf Methoden zurück, die ursprünglich von Bohrunternehmen aus dem Öl- und Gassektor entwickelt wurden. Dabei wird Gestein aufgebrochen, um geothermische Speicher zu schaffen und daraus Strom zu gewinnen. Diese Vorgehensweise, bekannt als Enhanced Geothermal Systems (EGS), gilt als vielversprechender Weg, die Erdwärmenutzung von natürlichen Thermalquellen zu entkoppeln.

Für die Realisierung investiert Fervo mehr als zwei Milliarden US-Dollar in das Cape-Station-Projekt. Noch in diesem Jahr rechnet das Unternehmen damit, im Zuge der ersten Projektphase erstmals Strom in das öffentliche Netz einzuspeisen. Der Vertrag mit Google sei der größte Stromliefervertrag der Unternehmensgeschichte, so Fervo, und stelle einen bedeutenden Meilenstein für die kommerzielle Nutzung verbesserter Geothermie in den Vereinigten Staaten dar.

Signalwirkung für den Geothermie-Sektor

Die Vereinbarung verdeutlicht, dass große Technologiekonzerne verstärkt auf kohlendioxidarme Grundlaststrom-Quellen setzen. Erdwärme hat gegenüber Windkraft und Photovoltaik den Vorzug, wetterunabhängig durchgängig Strom zu liefern. Auch für den deutschen Markt ist diese Entwicklung von Interesse, da die Tiefengeothermie hierzulande als Bestandteil der Energiewende zur Debatte steht.

Ob die ehrgeizigen Vorhaben von Fervo fristgerecht verwirklicht werden können, hängt entscheidend von den noch ausstehenden Genehmigungen ab. Die Gespräche mit den lokalen Gemeinden und Behörden in Utah stehen erst am Anfang. Sollte das Projekt wie geplant realisiert werden, könnte es als Vorbild für weitere Großanlagen zur verbesserten Geothermie dienen. Der Stromabnahmevertrag mit einem Technologiekonzern wie Google verschafft dem Vorhaben dabei finanzielle Planungssicherheit und unterstreicht das zunehmende Interesse der Industrie an dieser Technologie.

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