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Ölpreise fallen: US-Iran-Gespräche dämpfen Versorgungssorgen an Hormus

WTI und Brent geben im asiatischen Handel nach, während Anleger Friedensgespräche in Doha gegen anhaltende Schifffahrtsrisiken abwägen.

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Ölpreise fallen: US-Iran-Gespräche dämpfen Versorgungssorgen an Hormus

Die Ölpreise haben am Dienstag im asiatischen Handel nachgegeben. WTI-Rohöl-Futures fielen um 0,8 Prozent auf 70,21 US-Dollar pro Barrel, während Brent-Futures um 1,2 Prozent auf 72,26 US-Dollar pro Barrel nachgaben. Hintergrund sind die Aussichten auf neue Gespräche zwischen den USA und dem Iran, die die unmittelbaren Versorgungssorgen etwas dämpften.

Die Märkte reagieren damit auf eine Ankündigung von US-Präsident Donald Trump, wonach beide Seiten im Laufe des Dienstags Friedensgespräche in Doha führen würden. Teheran hat sich jedoch noch nicht offiziell zu weiteren Verhandlungen verpflichtet, was die Unsicherheit an den Energiemärkten aufrechthält.

Straße von Hormus im Fokus

Im Mittelpunkt der Marktsorgen steht die Straße von Hormus, eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt. Vor der jüngsten Eskalation des Konflikts wurden etwa ein Fünftel der weltweiten Rohöl- und Flüssigerdgastransporte durch diese strategisch bedeutende Meerenge abgewickelt. Jede Störung des Verkehrs dort hätte weitreichende Folgen für die globale Energieversorgung.

Irans stellvertretender Außenminister Kazem Gharibabadi erklärte, Teheran werde die Pläne zur gemeinsamen Überwachung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus weiterverfolgen – selbst wenn Oman sich gegen eine Teilnahme entscheiden sollte. Dies unterstreicht die anhaltende Ungewissheit über die künftige Verwaltung der Wasserstraße und beunruhigt Marktteilnehmer weltweit.

Die Analysten der australischen ANZ Bank warnen, dass eine stärkere iranische Kontrolle über den Verkehr durch die Meerenge die Erholung der Rohölexporte aus dem Persischen Golf verlangsamen könnte. Zudem trübten anhaltende Schifffahrtsrisiken den Versorgungsausblick der gesamten Region weiterhin ein.

Ölpreise noch weit unter jüngsten Hochs

Trotz einer leichten Erholung am Montag, nachdem die Preise in der Vorwoche stark gefallen waren, liegen sowohl Brent als auch WTI noch immer mehr als neun Prozent unter ihren jüngsten Höchstständen. Die Kurse sind damit auf ein Niveau zurückgefallen, das vor der Eskalation des US-israelischen Konflikts mit dem Iran herrschte.

Bemerkenswert ist dabei die Divergenz zwischen den schwächeren Rohölpreisen und den festeren Märkten für raffinierte Kraftstoffe. Die ANZ-Analysten weisen darauf hin, dass die angespannteren Kraftstoffmärkte auf zugrunde liegende Versorgungsengpässe hindeuten. Diese Divergenz lässt darauf schließen, dass die Raffineriemargen gestützt bleiben dürften, selbst wenn die Referenzpreise für Rohöl gedämpft bleiben.

Für deutsche Anleger und Energieverbraucher ist die Lage am Persischen Golf von besonderer Bedeutung: Europa bezieht erhebliche Mengen an Rohöl und Flüssigerdgas aus der Golfregion. Eine anhaltende Instabilität rund um die Straße von Hormus könnte mittelfristig die Energiepreise auch hierzulande beeinflussen.

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