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Ölmarkt stabilisiert sich: UBS sieht 80% des Angebots zurück

Nach dem US-Iran-Interimsabkommen erholt sich das globale Ölangebot rascher als erwartet – Brent fällt unter 80 Dollar.

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Ölmarkt stabilisiert sich: UBS sieht 80% des Angebots zurück

Die Wiedereröffnung der Straße von Hormus nach einem Interimsabkommen zwischen den USA und dem Iran gibt dem globalen Ölmarkt spürbaren Auftrieb. Die Schweizer Großbank UBS schätzt, dass fast 80% des ausgefallenen Flüssigkeitsangebots innerhalb von drei Monaten zurückkehren werden. Bis zum Jahresende sollen es sogar rund 90% sein.

Der Preis für die Nordseesorte Brent ist inzwischen unter die Marke von 80 US-Dollar pro Barrel gefallen. Der Markt preist damit die Wiederaufnahme der Ölströme durch die Straße von Hormus sowie eine breitere Produktionssteigerung in der gesamten Region ein, wie UBS-Analyst Henri Patricot in einer aktuellen Mitteilung festhält.

Verkehr durch Hormus erholt sich schrittweise

Die durchschnittlichen Öl- und Gastransporte durch die strategisch bedeutsame Meerenge sind seit dem Abkommen auf acht Durchfahrten pro Tag gestiegen. Im Mai und Juni lag dieser Wert noch bei etwa drei pro Tag. Allerdings liegt die aktuelle Zahl noch weit unter dem Vorkonfliktniveau von rund 50 Durchfahrten täglich – die vollständige Normalisierung des Schiffsverkehrs steht also noch aus.

Die UBS hat ihre Schätzung für die Angebotsverluste im dritten Quartal deutlich nach unten revidiert: von zuvor 12 Millionen Barrel pro Tag auf nun 7 Millionen Barrel pro Tag. Auf dem Höhepunkt des Konflikts in den Monaten Mai und Juni hatte der Ausfall sogar 14 Millionen Barrel pro Tag erreicht. Die Bank weist jedoch darauf hin, dass „das Wiederanfahren der Produktion, die Erleichterung bei Versicherungen und Fracht sowie die Beseitigung von Engpässen in Häfen und Terminals Zeit in Anspruch nehmen".

Lagerbestände weltweit stark abgebaut

Die globalen Ölreserven haben durch den Angebotsausfall erhebliche Einbußen erlitten. Die Internationale Energieagentur (IEA) schätzt die Lagerentnahmen auf 74 Millionen Barrel im April und 143 Millionen Barrel im Mai. Die UBS prognostiziert einen Nettoabbau der weltweiten Lagerbestände von insgesamt 1,2 Milliarden Barrel.

Um diese Bestände wieder aufzufüllen, wäre laut UBS bei einer Rate von 2 Millionen Barrel pro Tag mehr als 18 Monate nötig. Dies verdeutlicht, wie tiefgreifend der Angebotsschock die globalen Energiemärkte getroffen hat und wie langwierig die vollständige Normalisierung sein dürfte.

Ausblick: Defizit 2026, Überschuss 2027

Für das Jahr 2026 revidierte die UBS ihre Marktbilanz auf ein Defizit von 1,7 Millionen Barrel pro Tag. Für 2027 erwartet die Bank hingegen einen Überschuss von 3,7 Millionen Barrel pro Tag, da die schrittweise Normalisierung des Angebots allmählich auf die Nachfrageseite durchschlägt.

Für deutsche Anleger und Energieverbraucher ist die Entwicklung an der Straße von Hormus von besonderer Bedeutung: Die Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman ist eine der wichtigsten Energieversorgungsrouten der Welt. Störungen dort wirken sich direkt auf die europäischen Energiepreise und die Versorgungssicherheit aus. Die aktuelle Erholung des Angebots dürfte den Druck auf die Energiekosten vorerst mildern – eine vollständige Entwarnung ist angesichts der noch immer weit unter dem Normalniveau liegenden Durchfahrtszahlen jedoch verfrüht.

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