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Nordic Compass erwägt Einstieg in kritische Mineralien und Aufbereitung

Der nordische Verbund Nordic Compass prüft die Ausweitung auf kritische Rohstoffe und die regionale Mineralienverarbeitung. Ex-Chef Jyrki Katainen bestätigt das Interesse, während Europa seine Abhängigkeit von Importen strategischer Materialien reduziert.

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Nordic Compass erwägt Einstieg in kritische Mineralien und Aufbereitung

Der nordische Unternehmensverbund Nordic Compass lotet derzeit aus, ob er sein Engagement auf kritische Rohstoffe ausweiten sollte. Im Fokus steht der Aufbau regionaler Verarbeitungskapazitäten für Mineralien, die die europäische Industrie dringend benötigt. Das Netzwerk, dem nach eigenen Angaben einige der bedeutendsten Konzerne und Investoren Nordeuropas angehören, ist bereits in vier Handlungsfeldern aktiv: Kapitalmärkte, Deep-Tech-Unternehmen, Verteidigung und Energie. Nun steht die Prüfung an, ob ein fünfter Bereich ergänzt werden soll.

Der Vorsitzende Jyrki Katainen, früherer Regierungschef Finnlands, bestätigte das Vorhaben gegenüber der Nachrichtenagentur Bloomberg. „Das Interesse an kritischen Rohstoffen ist außerordentlich groß“, so Katainen. „Es handelt sich um ein europäisches Thema, und wir profitieren davon, dass die nordischen Länder über zahlreiche Minen sowie viele Bergbau- und Technologieunternehmen verfügen.“

Die Aussagen kommen zu einem Zeitpunkt, da Europa seine Importabhängigkeit bei kritischen Materialien gezielt verringern will. Betroffen sind Anwendungen von Verteidigung und sauberer Energie über Elektrofahrzeuge bis hin zu Hochtechnologie. Für den Norden steht dabei die grundlegende Frage im Raum, ob die Region vom reinen Rohstofflieferanten zum industriellen Wertschöpfer aufsteigen kann.

Die Einzelheiten

Die Europäische Union strebt an, bis zum Jahr 2030 mindestens 40 Prozent ihres jährlichen Bedarfs an strategischen Rohstoffen selbst zu fördern. Gleichzeitig soll die Abhängigkeit von einzelnen Drittstaaten in jeder relevanten Stufe der Lieferkette auf 65 Prozent gedeckelt werden. Beide Vorgaben üben erheblichen Handlungsdruck auf die Mitgliedsländer aus, Förderung und Weiterverarbeitung auszubauen.

Bei der Verarbeitung hält bislang China die Vormachtstellung. Das Land betreibt die führenden Raffinerien für 19 der 20 strategischen Mineralien, die die Internationale Energieagentur (IEA) beobachtet, bei einem durchschnittlichen Marktanteil von rund 70 Prozent. Für Europa bedeutet dies eine strukturelle Abhängigkeit genau dort, wo aus abgebautem Gestein industriell verwertbare Materialien entstehen.

Für Skandinavien ergibt sich daraus eine widersprüchliche Lage. Die Region beherbergt den Großteil der bekannten europäischen Lagerstätten, verfügt jedoch nicht über die entsprechenden Verarbeitungskapazitäten, um diese Vorkommen in industrielle Produkte zu überführen. Genau an diesem Punkt setzt der Vorstoß von Katainen an: Es gehe „nicht in erster Linie um den Bergbau selbst, sondern um die Aufbereitung der Mineralien, die wir aus unserem Boden gewinnen“, erklärte er.

Als Vorbild für das weitere Vorgehen verweist der Verbund auf den richtungsweisenden Bericht von Mario Draghi zur europäischen Wettbewerbsfähigkeit. Die übergeordnete Strategie will Nordic Compass bei einem Gipfeltreffen im November in Göteborg präsentieren. Sämtliche Vorschläge befinden sich allerdings noch in einem frühen Entwicklungsstadium und können sich verändern.

Zu den derzeit untersuchten Konzepten zählt ein nordischer Scale-up-Fonds. Dieser soll schnell wachsenden Firmen den Zugang zu größeren regionalen Kapitalpools erleichtern. Darüber hinaus wird eine engere Verzahnung der Aktienmärkte der Region diskutiert, einschließlich eines möglichen einheitlichen nordischen Börsenplatzes. Damit würde der Verbund die Kapitalmarktseite direkt mit der Rohstoffagenda verknüpfen.

Hintergrund: Bisherige Entwicklungen

Bereits am 08.08.2026 vermeldete aktien.news, dass skandinavische Vorkommen Seltener Erden strategisch an Bedeutung gewinnen, während Europa seine Abhängigkeit von ausländischen Quellen für kritische Mineralien gezielt reduziert. Die nordeuropäische Region beherbergt demnach einige der bedeutendsten bekannten Konzentrationen von Seltenerdelementen des gesamten Kontinents. Eine Mischung aus politischem Willen, verschärfter Lieferkettenpolitik und fortschreitender Projektentwicklung rückt diese Ressourcen stärker in den Fokus der europäischen Industriestrategie. Seltene Erden umfassen eine Gruppe von 17 chemischen Elementen, die für zahlreiche Hochtechnologieanwendungen unverzichtbar sind.

Am 05.02.2026 berichtete aktien.news über die US-Pläne zur Gründung eines internationalen Handelsbündnisses für kritische Rohstoffe, um die Marktdominanz Chinas bei strategisch wichtigen Mineralien zu brechen. US-Vizepräsident J.D. Vance kündigte bei einem Treffen mit ausländischen Ministern in Washington die Einführung von Referenzpreisen für kritische Mineralien in allen Produktionsstufen an. „Wir wollen das Problem beseitigen, dass Menschen unsere Märkte mit billigen kritischen Mineralien überschwemmen, um unsere heimischen Hersteller zu unterbieten“, erklärte Vance, ohne China explizit zu nennen. Für Mitglieder der geplanten Präferenzzone sollten diese Referenzpreise als Schutzschild gegen Preisdumping dienen.

Ebenfalls am 05.02.2026 meldete aktien.news Pläne für Mindestpreise bei Importen. US-Handelsbeauftragter Jamieson Greer kündigte an, diese gemeinsam mit Mexiko, der Europäischen Union und Japan entwickeln zu wollen. Die Initiative zielt darauf ab, die Abhängigkeit von China zu verringern und Lieferketten widerstandsfähiger zu machen. Im Rahmen der turnusmäßigen Überprüfung des Handelsabkommens USMCA bis zum 1. Juli arbeiten die USA und Mexiko an einem „Aktionsplan“, der innerhalb von 60 Tagen umgesetzt werden soll.

Am 24.04.2026 folgte die Meldung, dass die Europäische Union und die Vereinigten Staaten kurz vor einer wegweisenden Einigung im Bereich kritischer Rohstoffe stehen. Ziel des geplanten Abkommens ist es, die Produktion zu koordinieren und die Versorgungssicherheit zu stärken – und damit die Abhängigkeit von chinesischen Lieferungen deutlich zu verringern. Dies ging aus dem Entwurf eines „Aktionsplans“ hervor, der Bloomberg vorlag. Der Entwurf sah konkrete Anreizmechanismen vor, die nicht-chinesische Anbieter bevorzugen sollen, darunter Mindestpreise, mit denen alternativ

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