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Nahost-Krise treibt Rohöl über 99 Dollar – Märkte unter Druck

Die Eskalation zwischen USA und Iran treibt die Ölpreise in Richtung 100 US-Dollar je Barrel und belastet die globalen Aktienmärkte; für Rohstoffanleger ergeben sich daraus sowohl Chancen als auch Risiken.

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Nahost-Krise treibt Rohöl über 99 Dollar – Märkte unter Druck

Die militärischen Spannungen im Nahen Osten haben sich in den vergangenen Tagen deutlich verschärft und versetzen die internationalen Finanzmärkte in Aufruhr. Verantwortlich für die jüngsten Verwerfungen sind Kampfhandlungen zwischen den USA und dem Iran sowie Attacken der Huthi-Rebellen auf saudische Energieinfrastruktur und Wirtschaftsanlagen.

Die US-Streitkräfte zerstörten fünf iranische Öltanker als Vergeltung für Raketenangriffe auf eigene Marineeinheiten, was eine neue Stufe der Konfrontation darstellt. Teheran reagierte mit Angriffen auf US-Positionen in Jordanien und drohte Kuwait sowie Bahrain mit Sanktionen, sollten diese die USA unterstützen. US-Außenminister Marco Rubio stellte klar, dass Washington weiterhin iranische Tanker ins Visier nehmen werde, falls der Iran amerikanische Kriegsschiffe beschieße.

Rohölpreise steigen rasant

Ausgelöst durch die gefährliche Lage, insbesondere mit Blick auf mögliche Blockaden der Straße von Hormus, sind die Notierungen für Rohöl förmlich explodiert. Die Sorte Brent kletterte bis auf 99,49 US-Dollar je Barrel und näherte sich damit der runden Marke von 100 US-Dollar. US-Öl der Sorte WTI verteuerte sich auf rund 94,63 US-Dollar je Fass.

Analysten von Goldman Sachs rechnen bei einer weiteren Eskalation mit Preisen von bis zu 120 US-Dollar je Barrel. Präsident Trump zeigte sich dagegen zuversichtlich und meinte, ein amerikanischer Sieg in dem Konflikt werde die Ölpreise „rapide fallen“ lassen und Benzinpreise unter 2 US-Dollar pro Gallone ermöglichen.

Wall Street gibt nach

Die US-Börsen reagierten mit deutlichen Kursverlusten auf die Zuspitzung der Lage. Der Dow Jones büßte rund 628 Punkte beziehungsweise 1,18 Prozent auf 52.786,07 Zähler ein. Der S&P 500 verlor 0,58 Prozent, während der technologielastige Nasdaq um 0,32 Prozent nachgab. Besonders der Gesundheitssektor lastete auf dem S&P 500, vor allem durch Kursrückgänge bei Amgen.

Auch die Börsen in Asien zeigten sich verhalten, auch wenn Chip- und KI-Werte in Indizes wie dem Nikkei oder dem KOSPI für vereinzelte Erholungen sorgten. Der Goldpreis legte moderat zu, während Bitcoin bei etwa 78.680 US-Dollar notierte.

Renditen steigen – Inflationsängste wachsen

Am Rentenmarkt kletterten die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen auf 4,805 Prozent, den höchsten Stand seit fast drei Jahren. Papiere mit 30-jähriger Laufzeit erreichten beinahe ein 19-Jahres-Hoch. Marktexperten wie Eric Marshall von Hodges Capital untersuchen nun, inwieweit die künstlich verteuerten Ölpreise die Inflation weiter anheizen.

Für Anleger in Rohstoffwerten ist diese Entwicklung von besonderem Interesse: Steigende Ölpreise machen Energieimporte teurer und belasten die ohnehin angeschlagene Konjunktur im Euroraum. Höhere Inflationserwartungen könnten zudem die Geldpolitik der Europäischen Zentralbank beeinflussen.

Ausblick: Datenflut und hohe Volatilität erwartet

Die Marktteilnehmer warten gespannt auf die US-Verbraucherpreisdaten am Freitag sowie auf die Zinsentscheidungen der EZB und der Bank of Japan. Die starken Kursschwankungen dürften vorerst anhalten. Sollte sich die Situation im Nahen Osten weiter verschlechtern, drohen zusätzliche Belastungen für die globalen Finanzmärkte – mit weitreichenden Konsequenzen für Aktien, Anleihen und nicht zuletzt für Rohstoffpreise aller Art.

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