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Nahost-Eskalation treibt Ölpreis über 90 Dollar und stärkt Dollar

Geopolitische Spannungen zwischen den USA und dem Iran schicken Rohölpreise auf über 90 Dollar und lösen eine Flucht in sichere Häfen aus.

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Nahost-Eskalation treibt Ölpreis über 90 Dollar und stärkt Dollar

Die geopolitischen Spannungen im Nahen Osten haben sich drastisch verschärft und die Finanzmärkte in Aufruhr versetzt. Der Preis für Brent-Rohöl stieg im asiatischen Handel um bis zu 3,3 % auf über 90 Dollar pro Barrel. Auch die Futures für West Texas Intermediate (WTI) legten um 2,4 % auf 83,54 Dollar zu.

Auslöser der jüngsten Eskalation waren iranische Angriffe auf einen US-Stützpunkt in Jordanien, bei denen mindestens zwei US-Militärangehörige getötet wurden. Als Reaktion darauf startete das US-Zentralkommando (CENTCOM) eine Serie von Angriffen auf iranische Militärziele. Ziel war es, die iranischen Kapazitäten zur Störung der Schifffahrt in der Straße von Hormus zu schwächen.

Straße von Hormus im Fokus

Die Straße von Hormus ist eine der wichtigsten Schifffahrtsrouten der Welt und ein zentraler Korridor für den globalen Öltransport. Analysten der ANZ-Bank wiesen darauf hin, dass die Friedensgespräche zwischen beiden Seiten faktisch kollabiert seien. Die Transitvolumina durch die Straße von Hormus sind auf einstellige Werte eingebrochen, was die Sorgen vor massiven Versorgungsunterbrechungen erheblich verschärft und die Risikoprämien für Rohöl in die Höhe treibt. Trotz gestiegener US-Produktion bleiben die globalen Lagerbestände laut Experten rückläufig.

Die Unsicherheit belastet die globale Risikobereitschaft spürbar. Investoren flüchten in klassische sichere Häfen – allen voran den US-Dollar. Der Dollar-Index stieg um 0,1 % auf 100,84 Punkte. Gegenüber dem japanischen Yen erreichte der Greenback mit 162,48 Yen den höchsten Stand seit dem 9. Juli.

Währungsmärkte unter Druck

Der Euro verlor 0,1 % auf 1,1426 Dollar, während auch der Australische Dollar unter Druck geriet. Westpac-Analysten merkten an, dass die Marktstimmung zusätzlich durch Sorgen um die Bewertung von Halbleiteraktien belastet werde. Damit treffen gleich mehrere Belastungsfaktoren gleichzeitig auf die globalen Märkte.

Mit Blick auf die Geldpolitik bleibt die Erwartung stabil, dass die US-Notenbank Federal Reserve bei ihrer Sitzung am 29. Juli die Zinsen unverändert lassen wird. Laut dem FedWatch-Tool der CME Group liegt die Wahrscheinlichkeit für eine Zinspause bei 85,6 %. Für deutsche Anleger ist dies relevant, da die Fed-Entscheidungen maßgeblich die globalen Kapitalflüsse und damit auch den Euro-Dollar-Kurs beeinflussen.

Dennoch sorgt die Rhetorik innerhalb der Fed für Debatten: Die Präsidentin der Cleveland Fed, Beth Hammack, betonte zuletzt die Notwendigkeit möglicher Zinserhöhungen zur Bekämpfung der hartnäckigen Inflation. Dies deutet auf eine kontroverse Sitzung unter dem Vorsitz von Kevin Warsh hin.

Kryptomarkt weitgehend unbeeindruckt

Am Kryptomarkt zeigten sich Bitcoin und Ether mit leichten Gewinnen von jeweils 0,2 % weitgehend unbeeindruckt von der geopolitischen Lage. Damit verhält sich der Kryptomarkt in dieser Krise anders als klassische Risikoanlagen wie Aktien oder rohstoffnahe Währungen, die deutlich stärker unter Druck geraten sind.

Für Anleger bleibt die Lage angespannt. Die Kombination aus eskalierender Geopolitik, steigenden Ölpreisen, einem starken Dollar und einer uneinigen Fed schafft ein schwieriges Umfeld für risikobehaftete Anlagen. Besonders energieintensive Branchen und importabhängige Volkswirtschaften wie Deutschland dürften die Folgen steigender Rohölpreise in den kommenden Wochen zu spüren bekommen.

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