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Kuba: Landesweiter Stromausfall trifft erschöpfte Bevölkerung erneut hart

Nach dem Zusammenbruch des nationalen Stromnetzes beginnt Kuba langsam mit der Wiederherstellung – erst 1% des Bedarfs Havannas gedeckt.

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Kuba: Landesweiter Stromausfall trifft erschöpfte Bevölkerung erneut hart

Kuba hat am Montag mit der schrittweisen Wiederherstellung der Stromversorgung begonnen, nachdem das nationale Stromnetz des Landes vollständig zusammengebrochen war. Es ist der achte landesweite Blackout seit Oktober 2025 und der dritte in diesem Jahr – ein weiterer schwerer Schlag für eine Bevölkerung, die bereits seit Monaten unter massivem Energie-, Treibstoff- und Medikamentenmangel leidet.

Der staatliche Netzbetreiber UNE teilte mit, dass einige lebensnotwendige Einrichtungen wie Krankenhäuser und Lebensmittelproduktionszentren vorrangig mit Strom versorgt würden. Bis zum späten Nachmittag konnte jedoch lediglich 1% des Strombedarfs der Hauptstadt Havanna gedeckt werden. Die Behörden äußerten sich bislang nicht zur genauen Ursache des Netzzusammenbruchs.

Besonders bitter: Als das Netz am Montag kollabierte, waren bereits fast zwei Drittel des Landes ohne Strom. Viele Bewohner der Insel, die weitgehend ohne Kommunikationsmittel und längst an den chronischen Strommangel gewöhnt sind, bemerkten kaum einen Unterschied. In einer Fernsehsendung wurden die wenigen Haushalte mit noch funktionierender Stromversorgung dazu aufgerufen, Freunde und Nachbarn über den Zusammenbruch des nationalen Netzes zu informieren.

Erschöpfte Bevölkerung in der Sommerhitze

Die anhaltenden Stromausfälle machen es vielen Kubanern unmöglich, in der karibischen Sommerhitze zu arbeiten oder zu schlafen. „Schauen Sie in mein Gesicht, das sagt alles", sagte Ariel Sotelo, ein 57-jähriger Einwohner Havannas mit übermüdeten Augen, der seit dem Vortag ohne Strom war. „Wir müssen es einfach ertragen, aber es ist nicht leicht."

Auch Omar Ortega, ein 60-jähriger Havannaer, schildert die unerträglichen Zustände: „Die Hitze, die Moskitos, es ist einfach unerträglich. Wie lange soll das noch so weitergehen? Ehrlich gesagt, wir halten das nicht mehr aus." Die Aussagen spiegeln die tiefe Erschöpfung einer Bevölkerung wider, die seit Monaten mit rollierenden Stromabschaltungen kämpft – teils stundenlang, teils sogar tagelang.

US-Sanktionen verschärfen die Energiekrise

Als Ursachen für die strukturelle Energiekrise gelten ein marodes Stromnetz sowie eine von den USA verhängte Ölblockade, die die Treibstoffversorgung der Insel massiv unterbrochen hat. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump stoppte Anfang des Jahres die Treibstofflieferungen von Venezuela nach Kuba, setzte Mexiko unter Druck, seine Lieferungen einzustellen, und drohte Zöllen gegen jedes Land, das Öl an den Inselstaat liefert.

Washington bezeichnet Kubas Regierung als Bedrohung für die nationale Sicherheit der USA und begründet die Sanktionen mit dem langfristigen Ziel eines Regierungswechsels auf der Insel. Kuba, das lediglich 145 Kilometer vor der Küste der Florida Keys liegt, betont seinerseits seit Langem, keine Bedrohung für die Vereinigten Staaten darzustellen.

Für die meisten Kubaner ist die Lage jedoch weniger eine politische als eine existenzielle Frage des täglichen Überlebens. Die Kombination aus maroder Infrastruktur, internationalem Druck und fehlenden Ressourcen lässt eine schnelle Verbesserung der Situation kaum erwarten.

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